Junge Menschen mit den schwierigen Entscheidungen
zur Berufswahl nicht allein lassen.

Berufung – Thema der Jugendarbeit

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der Erzdiözese Freiburg stellte im vergangenen Jahr den Jugendsonntag unter das Thema „Berufung“ mit dem flotten Leitwort: „b-online - Ich habe dich beim Namen gerufen.“ Der Tag war ein großer Erfolg. Der WEGBEREITER fragte bei der BDKJ-Diözesanleiterin, Frau Elke Hambrock, nach.

WB:
Der Jugendsonntag zum Thema „Berufung“ kam gut an. Wie zeigte sich das?
Elke Hambrock: Wir arbeiten immer mit einem Materialpaket für Gottesdienste und dergleichen. Die Nachfrage nach diesen Materialien war dieses Jahr extrem hoch im Vergleich zu andern Jahren, schon bald mussten wir nachdrucken. Viele Firmgruppen haben mit dem Thema gearbeitet. Jugendliche haben den Gottesdienst vorbereitet und sich so mit dem Thema auseinandergesetzt, andere haben das „b-online“ aufgegriffen und eine Homepage für die Jugendarbeit der Pfarrei gestaltet. 

WB: Wie kam es zu diesem Thema?
Elke Hambrock: Wir haben einen Runden Tisch für Jugendpastoral in unserer Diözese; bei der Themensammlung in diesem Kreis tauchte auch „Berufung“ auf. Zu dieser Runde gehört auch Pfarrer Erwin Schmidt, Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche, er hat wichtige Impulse zur inhaltlichen Ausrichtung des Themas gegeben. 

WB: Was war der Grund für die gute Resonanz?
Elke Hambrock: Wir haben bei der Vorbereitung überlegt, dass der Begriff „Berufung“ wieder neu entdeckt werden muss. Er ist in unserer katholischen Kirche sehr einseitig belegt, man verbindet ihn fast nur mit dem Priesteramt. Aber „Berufung“ ist für uns mehr. Wir haben ja im Motto auch das Jesajawort: „Ich habe dich beim Namen gerufen“ (Jes 43,1). Es geht darum, klar zu machen: dieser Gott spricht jede und jeden an, er hat mit jeder und jedem einzelnen etwas vor. Das ist für uns der Zugang zur Berufung. 
Berufung hat immer etwas mit Entscheidung zu tun und damit auch mit Herausforderung. Das wird für Jugendliche ganz aktuell beim Übergang von der Schule zum Beruf oder auch in Beziehungen und 

Lebensentwürfen, einfach bei der Frage: was ist mein´s? Wir wollen deutlich machen, dass sie damit nicht alleine sind. Das ist eine Aufgabe der Jugendarbeit. Dabei geht es nicht nur um Begleitung, sondern es geht immer um herausfordernde Begleitung, einen Stück Weg mit den Jugendlichen zu gehen, um mit ihnen den Anruf Gottes an sie zu entdecken. 

WB: Und wie kann das in der Jugendarbeit der Pfarreien konkret aussehen?
Elke Hambrock: Wichtig sind generationenübergreifende Erzählgemeinschaften, wo Jugendliche und Erwachsene miteinander ins Gespräch kommen: Wo stehst du, was machst du, wie hast du dich entschieden, wie kamst du in deinen Beruf. Es geht um Weggeschichten, um Lebensgeschichten. Es müssen nicht immer die großen Vorbilder und Heiligen sein. Jeder und jede Einzelne hat etwas von seinem und ihrem Leben zu erzählen.

WB: Kann man sagen: Berufswahl, Berufung ist ein ganz wichtiges Thema für junge Leute?
Elke Hambrock: Absolut. Da sind sie auch auf der Suche, da müssen sie mehr denn je Entscheidungen treffen, und diese sind komplizierter geworden. Wir merken in der Jugendverbandsarbeit, dass das Thema „Übergang: Schule – Beruf“ etwa in den letzten zwei Jahren stark in den Vordergrund getreten ist. 

WB: Welche Chancen haben kirchliche Berufungen in der Jugendarbeit an der Basis?
Elke Hambrock: Man darf das Thema sicher nicht darauf einengen, aber sie gehören dazu. Kirchliche Berufe sind eine Facette aus der breiten Palette der Berufe und sie fächern sich ja dann auch noch mal in ganz verschiedene Bereiche auf. Dort wo Jugendliche pastorale Mitarbeiter oder einen Priester erleben, bei denen etwas rüber kommt, da kommen diese Berufungen auch ins Gespräch. Ich glaube nicht, dass da etwas über Artikel oder Aufrufe geht, da müssen die jungen Leute Personen erleben. Erst wenn dann jemand schon sehr konkret in diese Richtung denkt, sind besondere Angebote sinnvoll, wie sie z.B. von der Diözesanstelle Berufe der Kirche oder auch von den Orden angeboten werden.