Ein alter geistlicher Ort entfaltet von neuem seine Kraft
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| In Volkenroda nahe der nordthüringischen Stadt Mühlhausen befindet sich die zumindest noch in Teilen erhaltene älteste Klosterkirche der Zisterzienser in Deutschland, Baubeginn war 1131. Seinerzeit kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region, war das Kloster 1525 zerstört und nicht mehr wiederbelebt worden. Chorraum und Querschiff der Kirche, die die Jahrhunderte überdauerten, wurden noch bis 1968 für den Gottesdienst genutzt. Inzwischen erwacht das Kloster zu neuem Leben. Eckhard Pohl, Leipzig, berichtet. "Es gab eine Zeit, in der ich Gott versprochen habe: In den Mauern dieses Gotteshauses sollen wieder Menschen gemeinsam beten", sagt Ulrike Köhler. Die 42jährige Agraringenieurin lebt seit etwa 20 Jahren in dem 180 Einwohner zählenden Dorf Volkenroda. Seit Ansiedlung der Jesus-Bruderschaft im Jahr 1994 gehört sie mit ihrer Familie selbst zu dieser Gemeinschaft. Die Jesus-Bruderschaft |
Ein Modellprojekt Inzwischen sind auf dem Klostergelände 25 feste Arbeits- und Ausbildungsplätze vor allem im Handwerksbereich und in einem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb entstanden. Zeitweise bis zu 40 weitere Personen finden in AB-Maßnahmen eine Aufgabe. Auffälligstes äußeres Zeichen ist der Aufbau des "modernen Klosters": Eine lichte Glas-Stahl-Konstruktion auf den alten Grundmauern des einstigen Konventsgebäudes beherbergt eine europäische Jugendbildungsstätte. Der überkommene Teil der einstigen Klosterkirche ist saniert. Dreimal täglich findet hier der Gottesdienst der Bruderschaft statt. Das Projekt "Wiederaufbau des Klosters und Neubelebung des Dorfes Volkenroda" ist vom Freistaat Thüringen zu einer Außenstelle der EXPO 2000 Hannover nominiert worden, weil es die Schwerpunkte der Weltausstellung "Mensch-Natur-Technik" beispielhaft miteinander verknüpft. Bruder Michael (38), der seit Übernahme des Projektes durch die Bruderschaft den Aufbau wesentlich mitgestaltet, schätzt neben der ökumenischen Orientierung seiner Kommunität besonders auch das Zusammenleben von zölibatären Brüdern und Familien. "Für mich ist zum Beispiel hilfreich zu erleben, in welcher Unausweichlichkeit unsere Familienväter von ihren Kindern eingefordert werden, während ich mich als Zölibatärer zu gewissen Zeiten gut zurückziehen kann", sagt er. "Wir Brüder sind freier und können zum Beispiel zu den Gebetszeiten meist präsent sein. Doch beiden Ständen geht es um die Hingabe an Gott." |
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