MAGAZIN FÜR BERUFE DER KIRCHE

Wir waren dabei - Berlin 2009

Eindrücke

Margarete Doldi, Augsburg

Ich bin Mitglied in der Pfarrgemeinde von St. Max in Augsburg. Jeden Donnerstag vor dem Herz-Jesu-Freitag findet sich von 18.00 -23.00 Uhr ein Kreis von ca. 20 Männern und Frauen, zum gemeinsamen Gebet im Anliegen für Berufungen zusammen; auch die Barmherzigen Schwestern kommen dazu.

Auf dieser Wallfahrt hat es mich sehr beeindruckt, Berlin auch auf eine Weise kennen zu lernen, die religiös geprägt ist: dass eine Stadt, in der viel Politik gemacht wird, auch ein Ort ist, an dem sich eine Spiritualität verborgen gehalten hat. Es hat mich sehr berührt, dass hier von der Hedwigskathedrale vor 75 Jahren eine Bewegung ausgegangen ist, die wie ein kleines Korn gesät wurde und dann aufgegangen ist, sich dann in allen Diözesen bekannt gemacht hat, und heute immer noch Bestand hat. Die gemeinsame Anbetung mit allen Pilgern in der  Hedwigskathedrale hat mich gestern Abend sehr beeindruckt, auch das Grab des sel. Lichtenberg.

Ich denke, dass wir auch hier ein Zeichen gesetzt haben. Ich pilgere gerne und war auch schon auf dem Jakobsweg. Wichtig ist mir das Unterwegssein im Glauben, der mir immer wieder Kraft gibt, und das Zusammensein mit anderen Pilgern. Da kann ich immer wieder eine Verbundenheit erleben mit Menschen, die ich vorher gar nicht gekannt habe, auch das nehme ich aus Berlin mit nach Hause.

Agnes Pech, Erlangen
Ich bin schon länger in der Gebetsgemeinschaft dabei, das PWB interessiert mich immer sehr. So war es mir ein persönliches Anliegen, auch bei dieser Wallfahrt dabei zu sein und gemeinsam mit allen anderen in der Hedwigskathedrale zu beten, diese Gebetsgemeinschaft, das hat mich gestern Abend sehr berührt. Beeindruckt aber haben mich auch die Zeitzeugen in der gestrigen Podiumsdiskussion bei der Eröffnungsveranstaltung im Palais am Funkturm, wie Herr Superintendent Magirius und Pfarrer Dr. Hoffmann, die den Wandel in Leipzig und Görlitz miterlebt haben. Menschen kennenzulernen, die einen tiefen Glauben an das Wirken Gottes, auch heute noch, und an die Macht des Gebetes ausstrahlen; Menschen, die die Kraft ihrer Gebete für den Frieden miterlebt haben, das war für mich hier eine sehr tiefgreifende Erfahrung.

Rosa Wagner, Viechtach
Ich finde diese Wallfahrt einfach grossartig, allein die Reise selbst. Wir haben uns im Bus schon vorbereitet.

Dass die, die sich gemeldet haben und aus dieser inneren Überzeugung mitgefahren sind, alle in diesem Sinne miteinander gebetet haben, das ist doch eine sehr schöne Erfahrung und ich bin Gott wirklich dankbar, dass ich mitfahren durfte, dass ich das so miterleben kann. Hier in Berlin hat mich vor allem die gemeinsame Andacht mit Anbetung in der Hedwigskathedrale sehr berührt, wenngleich auch alle anderen Gottesdienste einfach beeindruckend waren. Glauben Sie, dass die Erfahrungen der Wallfahrer auch bis in die Heimatpfarreien hineinwirken werden?
Ich glaube, dass diese Wallfahrt auch in unsere Diözese hinein wirken wird, wir haben mit Herrn Direktor Lechner gesprochen, dass auch noch mehr bei uns gefördert werden sollte, denn die die Gebetsstunden, die Anbetung sind einfach wichtig, weil die Pfarrer immer weniger werden. Meine Schwester und ich, wir sind einfach mit Leib und Seele dabei, wir möchten uns da auch weiterhin engagieren, dass wir mehr Beter werden, damit es Menschen gibt die diese Berufung erfahren.

Ehepaar Lipp, Spaichingen
Die Kombination zwischen Wallfahrt und dem Kennenlernen der Stadt Berlin, auch mit ihren Kirchen, gefällt uns sehr gut. Wir sind hierher gepilgert, weil wir auch dabei sein wollten, denn wir sind schon seit 1991 Mitglied im PWB und beten seitdem in unserer Gemeinde gemeinsam für dieses Anliegen. Unsere Erwartungen sind hier voll und ganz erfüllt worden. Nur war es eigentlich schade, dass man nicht die einzelnen Gruppen, die alle gekommen sind, bei der Eröffnungsveranstaltung erwähnt oder vorgestellt hat.

Es bedeutet uns sehr viel für Berufungen zu beten, und da unsere Tochter Benediktinerin geworden ist, ist natürlich die direkte Verbindung da. Wenn Priester fehlen und auch der Glaube immer weniger wird, man die Gesellschaft säkularisiert, dann geht die geistige Haltung, die in unserer Welt so wichtig ist, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist, verloren. Natürlich war es für uns persönlich im ersten Moment sehr schwer, unsere Tochter sozusagen „abzugeben ja ein Stück zu verlieren“, aber dann haben wir uns sehr gefreut, weil wir gesehen haben, das es das Richtige für sie ist, dass es das ist, was sie gesucht hat und wo sie ihre Berufung gefunden hat. ⊗