Die Gebetsgemeinschaft für geistliche Berufe (PWB) hat ihren URSPRUNG vor 80 Jahren.
„Keines der Gebete ging verloren"
Von Sr. Chiara Hoheneder, Referentin an der Diözesanstelle für geistliche Berufe und Dienste der Kirche in Passau
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Auf Initiative von Prinzessin Maria Immaculata, Herzogin zu Sachsen (1874-1947) wurde am 12. Juni 1926 in Freiburg das Frauenhilfswerk für Priesterberufe gegründet. Die Zielsetzung dieser von Frauen getragenen Gebetsbewegung lag vor allem im Gebet um und für Priester nach der Weisung Jesu: „Bittet den Herrn der Ernte". „Die Hauptaufgabe unseres Vereins soll das Gebet sein, das eifrige, anhaltende Gebet." (Gründungsstatut) Das Gebetsanliegen konnte im alltäglichen privaten Bereich mitgetragen und vollzogen werden. Als weitere Zielsetzung sollten die Mitglieder zu einem beispielhaften Leben im Geiste Christi angehalten werden. In diesem Sinne wurde auch zur christlichen Erneuerung der Familien aufgerufen: „Die katholische Familie ist ja der Nährboden für Priesterberufe…" (Gründungsstatut) Zur materiellen Unterstützung von Priesterkandidaten sollte jedes Mitglied einen kleinen Jahresbeitrag leisten. „So sollen die Mitglieder das Gebet ergänzen mit einer kleinen Gabe und, soweit sie es können, jährlich 1 Mark spenden …"(Gründungsstatut) Die Statuten für die Mitgliedschaft im Frauenhilfswerk zeichneten ein sehr klares Profil der Organisation. So konnte Generalsekretärin Baronin Elisabeth von Schönau bei der Gründungsversammlung zusammenfassend feststellen: „Das ist alles. Es sind gewiss keine großen Anforderungen, die das Werk an seine Freunde stellt, und doch kann damit viel erreicht werden. Das Werk soll von der Liebe, dem Gebet und der Opferwilligkeit der Frauen getragen sein. (…) Wir stehen vor einem Wendepunkt, es geht um Sein oder Nichtsein. Die heutige Zeit trägt eine Verantwortung für die Zukunft. Wir wollen uns dieser Verantwortung nicht entziehen, sondern mutig unsern Teil auf uns nehmen. Auch wir Frauen wollen alles tun, was in unsern Kräften steht… Wir können es durch Förderung des Priesterhilfswerkes, durch das wir auch teilhaben an dem großen Apostolat des Christentums. …." Mit Enthusiasmus wurde die Arbeit begonnen und an die Öffentlichkeit gebracht. Im Frühjahr 1927 richtete Prinzessin Maria Immaculata an die deutschen Bischöfe ein Rundschreiben, mit der Bitte, das Priesterhilfswerk in den jeweiligen Diözesen einführen zu dürfen. Das Diözesanwerk Freiburg wurde zum Grund- und Prüfstein für den ganzen Aufbau in den Diözesen Deutschlands. Bis Mitte der 30er Jahre führten viele Diözesen das Werk ein. Für Passau ist in der Chronik des Frauenhilfswerkes zu lesen: „Von München aus wurde die Einführung des Werkes in Passau in die Wege geleitet. Die Generalsekretärin, Baronin Elisabeth von Schönau, fuhr am 11. Januar 1928 hin, und hatte diesbezüglich Rücksprachen mit dem äußerst entgegenkommenden Bischof Freiherr Sigismund von Ow und dem Herrn Prälaten Dangl, welcher das Werk unter seine besondere Obhut nimmt. Am 12. Januar war nachmittags eine Frauenversammlung der Vorstände der verschiedenen Vereine, bei welcher die Generalsekretärin ein erklärendes Referat hielt. Nach der anschließenden Diskussion, die zum Teil sehr lebhaft war, wurde die Einführung des Werkes beschlossen und Gräfin Deym-Arnstorf zur Vorsitzenden und Frl. Holzer, Caritassekretärin, zur Sekretärin ernannt." |
In den ersten Jahren kamen die meisten Mitglieder aus den bestehenden Frauenvereinigungen. Vor allem die Mitglieder des katholischen Frauenbundes, des Müttervereins, der Landfrauenbewegung, Caritashelferinnen sowie der Marianischen Kongregationen unterstützten das Werk tatkräftig. Das Jahr 1934 brachte für das Frauenhilfswerk einen neuen Ansporn. In Berlin feierte Dompropst Bernhard Lichtenberg in der St. Hedwigs-Kathedrale einen ersten monatlichen Gebetstag für Priester und Priesterkandidaten. Dieser wurde von P. Paschalis Schmid (SDS) angeregt und wurde als Priestersamstag bzw. Priesterdonnerstag durch das Frauenhilfswerk in die Diözese gebracht. 1939 wurde das Frauenhilfswerk als „staats- und volksfeindlich" durch die Nationalsozialisten verboten. So hat Papst Pius XII. am 04. November 1941 daraus das Päpstliche Werk für Priesterberufe errichtet. In der Passauer Kirchenchronik lesen wir: „Zur Jahrhundertfeier des Knabenseminars St. Maximilian hatte der H. H. Bischof Simon Konrad Landesdorfer für die ganze Diözese durch Dekret vom 29.09.1943 das Päpstliche Werk für Priesterberufe eingeführt: um Priesterberufe zu fördern, die Kenntnis und Notwendigkeit des Priestertums zu verbreiten und die Gläubigen zur Gebetsgemeinschaft für das Priestertum zu vereinigen." 1964 führte Papst Paul VI. den Weltgebetstag für geistliche Berufe ein und legte diesen für den Guten-Hirten-Sonntag (4. Ostersonntag) fest. 1965 erfolgte die Umbenennung in Päpstliches Werk für geistliche Berufe (PWB). Damit hat sich auch die Zielsetzung erweitert. Das Gebets-anliegen soll mit den Priesterberufungen auch Ordensberufe und alle pastoralen Dienste der Kirche mit einschließen. Der Priesterdonnerstag wurde zum monatlichen Gebetstag für geistliche Berufe umbenannt. Er wird jeden Donnerstag vor dem Herz-Jesu-Freitag gefeiert. Seit seiner Gründung 1926 war das Werk ein wichtiger Faktor im kirchlichen Leben. Es hat ein zentrales Anliegen der Seelsorge wach gehalten und durchgetragen sowie zur Erneuerung und Verlebendigung der Kirche beigetragen. In den Bistümern verbinden sich heute mit der Gebetsinitiative „PWB" die bestehenden „Diözesanstellen für geistliche Berufe und Dienste der Kirche" und das von der Deutschen Bischofskonferenz errichtete „Zentrum für Berufungspastoral" in Freiburg. 2003 brachte die Feier des 75jährigen Bestehens der Gebetsgemeinschaft für geistliche Berufe (PWB) im Bistum Passau einen neuen Aufschwung. Heute zählt sie 660 eingetragene Kontaktpersonen, Förderinnen und Förderer. Sie trägt folgende Aufgaben mit: A Stärkung des Berufungsbewusstseins in allen Christen A Wegbereitung für geistliche Berufe durch Wertschätzung und Unterstützung A Anhaltendes Gebet um geistliche Berufungen für eine lebendige Kirche. Diese Anliegen sollen in allen Bereichen der Ortskirche gefördert werden.
Die Gebetsgemeinschaft geht von der Überzeugung aus, dass Gott auch heute die nötigen Berufungen schenkt. Sie ist eine offene Gebetsini-tiative und Bewegung, die alle, Laien, Priester, Ordenschristen, kirchliche Vereinigungen und Gruppierungen, einlädt, sie und ihre Anliegen mitzutragen. |
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