„Berufung. Das geht uns an."

Jahreskonferenz der Beauftragten der Berufungspastoral

Vom 06. – 09. September trafen sich die Diözesanverantwortlichen für die Berufungspastoral aus den deutschen Bistümern zur Jahreskonferenz im Haus „spectrum Kirche" in Passau.

 

Bischof Wilhelm Schraml betonte in seiner Predigt zur Vesper des ersten Tages, dass die Kirche in der Berufungspastoral die Netze in einer Gesellschaft auswerfe, in der Gott immer weniger vorkomme. Die Ausgangslage erscheine „wenig erfolgversprechend". Um so mehr sei es „unerlässlich", dass Jesus bei all unserem Tun dabei sei.

Mit diesen Worten setzte der Passauer Bischof die Gedanken des Nachmittags fort, an welchem vier hochverdiente Persönlichkeiten aus dem Kreis der Jahreskonferenz verabschiedet wurden. Dr. Peter Birkhofer, Direktor des Zentrums für Berufungspastoral in Freiburg, verwies ebenfalls auf die schwierige Ausgangslage. Dennoch wolle er unter dem Vorzeichen des Vertrauens diese Arbeit fortgesetzt wissen. Ein beeindruckendes Beispiel seien ihm dabei H. H. Bischof Viktor Josef Dammertz, H. H. Weihbischof Johannes Kapp, Frau Dr. Marianne Tigges und Frau Heide Schöpperle gewesen.

In der feierlichen Laudatio danke er zusammen mit den Verantwortlichen der Diözesanstellen für diesen Dienst. Gemeinsam überreichten sie originelle Geschenke an die zu ehrenden Personen.

Der Passauer Bischof ermutigte des Weiteren dazu, auf den Heiligen Geist zu vertrauen. Denn er sei es, der die Herzen junger Menschen anrühre, dem Herrn zu folgen und der die Kraft gebe, diesem Ruf treu zu bleiben. Darum rief er die Anwesenden auf: „Lassen wir keinen Tag vergehen, ohne uns zu öffnen für das Geschenk des Geistes Gottes, damit wir immer mehr geistliche Menschen werden."

Diese Gedanken führte Domkapitular Dr. Bertram Meier (Bistum Augsburg) am nächsten Tag mit einem geistlichen Impuls während der Messfeier weiter. Sein geistliches Wort geleitete durch den ganzen Vormittag – gefüllt mit Stille, Besinnung und Anbetung sowie zur Mittagszeit hin mit „schweigendem Schreibgespräch" und abschließenden Gedanken durch Dr. Meier. Ausgehend von seinen persönlichen Berufungserfahrungen wies er darauf hin, dass Berufungspastoral zum „Wasserzeichen" der Gemeinden und Gemeinschaften werden müsse, die selbst ein „Brief Christi" seien. Abschließend stellte er fest: „Uns alle trägt das hochherzige Vertrauen, dass wir Berufungen nicht machen müssen, aber durchaus erbeten können."

Auf der Konferenz wurde zum ersten Mal die Arbeitsmethode des „Open Space" angewandt. Frau Maria Rettig, die mit dieser Methode während des Jahres der Berufung in Augsburg sehr positive Erfahrungen gemacht hatte, und ihr Team, verhalfen mit „Open Space" den

 TeilnehmerInnen der Konferenz vielfältig und effektiv mit dem Überthema „Berufung. Das geht uns an" zu arbeiten. So entwickelte sich ein breites Arbeitsfeld in vielen Kleingruppen, deren Ergebnisse allen zugänglich wurden. Themen waren u. a.:

 

- Das neue Jahresthema „Christus begegnen – Berufung erkennen"

- Welche Arbeit verläuft in den Diözesen erfolgreich?

- Personalfürsorge als Berufungspastoral

- Theologie der Berufungspastoral

- Wie ist das Thema „Berufung" in den Medien einzubringen?

- St. Pölten – Auswirkungen auf die Berufungspastoral

- Berufungspastoral und Pfarrgemeinde

- BerufungsbegleiterInnen in der Pfarrei

- Das Jahr der Berufung des Bistums Augsburg

- Internetprojekt „Touch me, God!" für junge Leute

- Orden der Zukunft – Zukunft der Orden?

- Gebetsgemeinschaft für geistliche Berufe (PWB)

- Wie soll der Weltjugendtag im Blick auf die Berufungspastoral nachbereitet werden?

- Fragestellungen zu Materialien des Zentrums für Berufungspastoral, die für die einzelnen Diözesanstellen zur Verfügung gestellt werden.

 

Alle waren sehr intensiv mit ihren Themen beteiligt und in der abschließenden „Handlungsrunde: Was wird getan?" kam es zu der Vereinbarung, bis zur nächsten Jahreskonferenz einige zentrale Themen weiter zu bearbeiten. U. a. gehören dazu die Thematik des Berufungsbegriffes, die Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen in der Berufungspastoral und Visionen für die Zukunft.

Neben der Bundeskonferenz traten bei dieser Tagung auch die einzelnen Regionen zu einem Austausch zusammen. Ebenfalls trafen sich Direktoren der Dienststellen zu Absprachen.

Erfreulich war das Interesse der Medien an dieser Tagung. Neben dem Bayerischen Rundfunk waren auch lokale Medienvertreter anwesend. Sie sorgten dafür, dass das Anliegen der Berufungspastoral noch Tage später öffentlich weiterwirken konnte.

Eine mystagogische Domführung und ein Orgelkonzert im Passauer Stephansdom sowie ein gemütliches Zusammensein im Biergarten der Bischöflichen Brauerei Hacklberg sorgten für einen gelungenen Ausgleich zur Konferenzarbeit.

Mit Hilfe eines überdimensionalen „Fieberthermometers" brachten die TagungsteilnehmerInnen zum Ausdruck, dass sie die Jahreskonferenz allgemein positiv erlebt hatten.

Mit einer Segensfeier wurden die Anwesenden wieder neu gestärkt nach Hause entsandt. Das Segenswort lautete: „Selig bist du, die/der du im Dienste Jesu Christi wirkst."

 

Bericht von Berufungsbeauftragte

des Bistums Passau:

Domvikar Dr. Hans Bauernfeind

und Sr. Chiara Hoheneder