Ein Projekt der Berufungspastoral Osnabrück
„weitersagen!" lernen
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Die Diözesanstelle Berufe der Kirche Osnabrück hat ein originelles Modell entwickelt, junge Menschen nicht nur zu ermutigen, sondern auch zu befähigen, öffentlich über eigene Glaubenserfahrungen zu sprechen. Der Direktor der Diözesanstelle, Pfr. Christoph Baumgart, und seine Mitarbeiterin, Pastoralreferentin Lydia Bölle, stellen das Projekt vor. Im Rahmen unserer regelmäßig stattfindenden Jugendvespern haben wir in den vergangenen Jahren verschiedene Predigerinnen und Prediger eingeladen. Immer wieder kommen zwischen 100 und 200 Jugendliche und junge Erwachsene am ersten Donnerstag im Monat in den Osnabrücker Dom zu diesen Jugendvespern. Um auf das Jahresthema „Damit Gott ins Spiel kommt" einzugehen, kam uns die Idee, dass Jugendliche selber die Ansprachen halten könnten. Die Erfahrungen aus der Jugendpastoral zeigen ja, dass die besten Apostel der Jugendlichen andere Jugendliche sind. Zudem, Jugendliche in der kirchlichen Jugendarbeit sind nicht nur Objekte, sie sind Subjekte. Zum Weitersagen befähigen So ist ein Modell entstanden, das zwei Standbeine hat: die sechs Jugendvespern in der Fastenzeit und einen Kurs an zwei Sonntagnachmittagen. Denn da die Jugendlichen sich die Glaubensweitergabe eventuell noch nicht zutrauen, bieten wir ihnen einen zweiteiligen Kurs an, an dem sie die Grundlagen und Übungen zur freien Rede, zum Aufbau einer Rede und zur gedanklichen Sortierung ihrer Glaubenserfahrung erhalten können. Durch dieses Projekt, so hoffen wir, lernen wir Jugendliche kennen, denen auf der einen Seite der Glaube so wichtig ist, dass sie sich vor anderen dafür einsetzen und äußern, und die auf der anderen Seite genau das auch gut können. Einer der ersten, der sich angemeldet hat, war ein Baggerfahrer. Er schrieb: „Da ich der festen Überzeugung bin, dass ich sehr viel zum Thema Glauben im Alltag beitragen kann, würde ich mich sehr gerne bei euch anmelden. Für mich ist der Glaube an Gott ein ständiger Begleiter, da ich ihn in meinem Beruf als Baggerfahrer sehr gut gebrauchen kann. Nicht, dass ich so schlecht wäre, nein, sondern weil der Alltag auf der Baustelle genug Gefahren mit sich bringt, ist es ein gutes Gefühl für mich, jemanden bei mir zu wissen." Die Berufungspastoral kann nicht darin bestehen, Jugendliche zu gewinnen, die einen Beruf in der Kirche ergreifen, sondern wir starten mit den Jugendlichen zusammen das, wofür die Kirche insgesamt da ist. In einem Bild übertragen: Wir suchen keine Bauarbeiter, um sie zu haben, sondern wir bauen einen Staudamm und dafür suchen wir Bauarbeiter. |
Zeit zur Aussaat Der innere Sinn, das Ziel von Kirche, besteht doch darin, den Glauben an Jesus Christus weiter zu sagen. Die Weitergabe des Glaubens ist die Hauptaufgabe und Herausforderung der kirchlichen Gegenwart. Im Bischofspapier „Zeit zur Aussaat" fanden wir zu unserer Freude folgenden Abschnitt über das „weitersagen": „Im Neuen Testament werden wir aufgefordert, stets bereit zu sein, einem jeden Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt (vgl. 1 Petr. 3,15) (...) Wie können wir das, was uns leben lässt, mit anderen teilen? (...) Auskunftsfähigkeit setzt Sprachfähigkeit voraus. (...) In allen Schwierigkeiten, den Glauben zu bezeugen und weiterzusagen, machen wir dennoch die Erfahrung, dass dort, wo sachlich begründet, verantwortet und redlich gesprochen wird, das Evangelium Interesse weckt. (...) Menschen lassen sich aber ansprechen, wenn ihnen die Botschaft des Evangeliums in einer einfachen, lebensnahen Sprache vermittelt wird. Dazu braucht es Mut, weil die Sprache uns zwingt, das sachlich Verantwortbare und das persönlich Gelebte in Beziehung zu setzen." (Die Deutschen Bischöfe Nr. 68, „Zeit zur Aussaat", Missionarisch Kirche sein, S. 19f) Nebenprodukt Rhetorik Unsere Idee haben wir ausgerichtet auf die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler und jungen Erwachsener, die entweder in ihren Kirchengemeinden schon aktiv sind oder die sich durch den Religionsunterricht von Glaubensinhalten haben ansprechen lassen. An den sechs Abenden der kommenden Fastenzeit, so hoffen wir, werden dann sechs Jugendliche ihren persönlichen Glauben weitersagen und dies durch die Vorbereitung im Rahmen unseres kleinen Kurses auch können. Ein gewolltes „Nebenprodukt" ist es, dass sie für sich etwas lernen können, Fähigkeiten entwickeln, die sie als Mensch immer brauchen können. Von diesem Projekt „weitersagen!" versprechen wir uns, dass über die Teilnehmenden am Kurs und an den sechs Abenden hinaus einfach der Titel der Aktion „weitersagen!" deutlich macht, dass jeder und jede Einzelne dazu gerufen ist, den Glauben an seinem persönlichen Lebensort weiter zu sagen. Weitere Informationen: |
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