Für eine Kultur der KommunikationVon Sr. Dr. Mirjam Schambeck, Franziskanerin von Aiterhofen |
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Wider das Ersterben des Wortes |
Anwesenheit und Verborgenheit
Gottes Die Hoffnung aber, dass im Wechselspiel von Gelingen und Scheitern das Glücken von Kommunikation die Oberhand behält, kann kein Du und kein Wir-Raum aus sich heraus setzen. Das kann nur durch ein Du garantiert werden, das jenseits dieser Grenzen ist. Damit ist jede Gemeinschaft von sich aus offen für ein Du, das letztgültig und endgültig ist und das wir Christen/-innen als Du Gottes verstehen. Dass diese Spannung auf dieses letzte Du Gottes auch wirklich eingelöst wird, das ist das Charakteristikum einer religiösen Gemeinschaft. Diese wird damit auch zum Erfahrungsraum der Anwesenheit bzw. Verborgenheit Gottes. Krise der Kommunikation - Krise der Gemeinschaft? Indem hier Wort und Gemeinschaft als einander bedingende Phänomene verstanden wurden, gilt somit auch, dass das Wie der Kommunikation etwas darüber aussagt, wie es um die Gemeinschaft steht. Wenn nun die Kommunikation in die Krise gerät und das Wort verflacht bzw. sogar erstirbt, dann ist es kein Wunder, dass es um die Gemeinschaften im Kleinen und Großen schlecht bestellt ist. Oder auch anders herum gedacht: Wenn es auf der Hand liegt, dass unsere Gemeinschaften in die Krise geraten sind, dann müsste man eigentlich nachfragen, wie es um die Kommunikation in diesen Gemeinschaften bestellt ist oder anders gesagt, ob die Ursachen dafür nicht auch in einer Krise des Wortes ausgemacht werden können? Wie steht es um das Wort in unseren religiösen Gemeinschaften, und damit sind die Kirchen immer auch mit gemeint? Um das ehrliche Wort, dem man das Ringen noch anmerkt, das Rechte zu sagen; von dem man spürt, dass da etwas aus der eigenen Lebensgeschichte mitschwingt? Wie steht es um die Bemühungen in unseren Kirchen, das lebendige Wort Gottes in einer Sprache zu sagen, die die Menschen heute angeht und berührt und sich nicht damit begnügt, Formeln zu wiederholen? Wie steht es um die Bereitschaft in unseren religiösen Gemeinschaften und Kirchen, sich betreffen zu lassen von der Lebensgeschichte des anderen, und zwar ohne sich danach wieder auf das Terrain von Gesetzen und Regeln zurückzuziehen und sich damit vom notwendigen Handeln beispielsweise an den Wiederverheiratet-Geschiedenen zu dispensieren? Sich um eine Kultur der Gemeinschaft zu bemühen, hieße dann, der Sprache in all ihren Dimensionen, als Wort und Geste, als Tanz und Spiel, als Schweigen und leiblicher Ausdruck wieder mehr Platz einzuräumen. Das lässt spannende Wege ahnen. |
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