Von der Freude,
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„Missionsland Deutschland“, das ist immer noch eine Realität, an die sich die Christen in Deutschland gewöhnen müssen. In Berlin springt die neue Realität wohl am meisten ins Auge. Hier lebt und arbeitet seit 1992 eine Gemeinschaft französischen Ursprungs, die Gemeinschaft Chemin Neuf. Auf dem Gebiet der beiden Pfarreien Herz Jesu und St. Adalbert in den Bezirken Mitte und Prenzlauer Berg, in deren Dienst die Gemeinschaft steht, gibt es 3% katholische und 6% evangelische Christen - die restlichen 91% der Bevölkerung sind ungetauft oder aus der Kirche ausgetreten. P. Gerold Jäger von der Gemeinschaft berichtet. |
Mission und Gemeinde Jesus persönlich zu begegnen und die Erfahrung des Lebens im Heiligen Geist zu machen, das ergreift seit 3 Jahrzehnten immer mehr Menschen in allen Kirchen und auf allen Erdteilen und das hat auch die Gemeinschaft Chemin Neuf geprägt. Ein Ehepaar der Gemeinschaft erzählt: „Die Taufe im Heiligen Geist und das Eingetauchtsein in die Liebe Gottes hat uns unwillkürlich gedrängt, an der frohen Botschaft auch Andere teilhaben zu lassen.“ Wer sich von der Hingabe Christi ganz berühren lässt, kann sich selbst hingeben. Er kann sich hingeben an Christus, für die Kirche und die Welt. Wer sich vom Heiligen Geist erneuern lässt, wird fast „automatisch“ zum Missionar. Für Herz Jesu und St. Adalbert, die einen Pfarrverband bilden, ist der Weg hin zu einer „missionarischen“ Gemeinde vor allem ein Weg der Öffnung. Ein Weg, der viele schöne Erlebnisse bringt: angefangen bei den gut besuchten und lebendigen Sonntagsgottesdiensten bis hin zu vielen offenen Angeboten wie die Beteiligung an der Nacht der offenen Kirchen zu Pfingsten, eine Aktion der Kirchen in Berlin mit vielen Hundert Menschen, die an diesem Abend Herz Jesu entdeckten. „Es ist erstaunlich, wie gut diese offenen Angebote zum Kiez des Prenzlauer Berges mit seiner jungen Kulturszene passen und es ist spannend, wie oft man bei diesen Momenten Leuten begegnet, die noch nie in ihrem Leben in einer Kirche gewesen waren,“ weiß eine Mitarbeiterin zu berichten. Speziell von der Gemeinschaft Chemin Neuf werden in Herz Jesu weitere offene Veranstaltungen angeboten, wie das Fête pour Dieu für die jungen Erwachsenen im Hof der Herz-Jesu-Kirche aus Anlass des Berliner Musikfestes am 21. Juni oder der monatlich stattfindende Gospelbrunch, zu dem ebenfalls die 18-30 Jährigen eingeladen werden. Auch traditionelle Formen haben bei diesem Weg ihren Platz: Zur Fronleichnamsprozession durch die Straßen Berlins zu ziehen, ist ein starkes Zeichen in einem Umfeld, in dem nur eine kleine Minderheit Christen sind. Eine andere Tradition, die des Kreuzwegs, ist seit einigen Jahren wiederbelebt worden: am Karfreitag ziehen evangelische und katholische Gemeinden zusammen zur Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße und beten gemeinsam für die Stadt, für das Viertel, für die Einheit Berlins und Deutschlands. Gebet und Schulung „Das Gebet ist überhaupt der Schlüssel für die Fruchtbarkeit unserer missionarischen Initiativen. Alles muss von IHM her beginnen und in IHM sein Ziel haben. Es ist seine Ausstrahlung, die die Ausstrahlung der Gemeinde, der Christen ausmacht. Die neue Erfahrung des Gebetes, der persönlichen Begegnung mit Christus steht im Mittelpunkt all unserer Missionen, zum Beispiel auch von Kana, unserer Arbeit für Ehepaare und Familien. In der Spiritualität des Chemin Neuf begegnen sich die charismatische Erneuerung mit ihrer Begeisterung, ihrem Lobpreis und ihrer Jugend und der schon lange Weg der ignatianischen Tradition mit seiner Pädagogik der Freiheit - auch ein wesentliches Element für authentische Verkündigung des Evangeliums, damit wir wirklich Christus verkündigen und nicht uns selbst verkaufen“, so P. Christophe Blin, Priester des Chemin Neuf und Pfarrer von Herz Jesu und St. Adalbert. Das drückt sich konkret in den regelmäßigen offenen Gebetszeiten aus, die die Gemeinschaft anbietet, und in ihren vielen Schulungs- und Exerzitienangeboten, zu denen sie auch auf internationaler Ebene einlädt. Der Gründertext der Gemeinschaft stammt aus dem Lukasevangelium: „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“ (Lk 4, 18-19). Der Herr lädt die Christen im „Missionsland Deutschland“ ein, ihre Schritte in die Seinen zu setzen und ganz neu seine frohe Botschaft weiterzugeben. Kontakt: Gemeinschaft Chemin Neuf, Fehrbellinerstr. 99, 10119 Berlin Tel. 030/44389426, Fax 030/44389418 E-mail: ccn.deutschland @t-online.de Homepage: www.chemin-neuf.org. Die nächste Kana-Woche findet vom 7. – 13. Juli 2002 in Zwochau bei Leipzig statt. |
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