Heute Missionar werden
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P. Aurelian Feser OSB, Missionsbenediktiner der Erzabtei St. Ottilien, gibt einen Einblick, wie sich ein Missionseinsatz heute im Vergleich zu früher verändert hat und wie die Vorbereitung in St. Ottilien aussieht. |
Einsätzen: Kurzeinsatz eines Spezialisten Ein Mitbruder, der sich für eine bestimmte Tätigkeit oder Aufgabe spezialisiert hat, wird für eine Zeit von drei Monaten bis zu drei Jahren ausgesandt. Hier geht es z.B. um technische Dienstleistungen, wie den Aufbau von PC-Netzwerken in einer Schule in Tansania oder den Aufbau einer Elektrowerkstatt in Togo. Im Verwaltungsbereich sind kompetente Mitbrüder sehr willkommen, da es neue Aufgaben im Bereich von Supervision und Controlling gibt. Im pastoralen Bereich suchen wir nach qualifizierten Fachkräften in der kategorialen Seelsorge. Längere Einsätze Längere Einsätze erfordern eine tiefere Vorbereitung, das meint die Beschäftigung mit der Religionsgeschichte und die Einführung in die Landeskunde. Hier sind die Einführungskurse bei der AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) hilfreich. Andererseits sind Missionsgeschichte, theologische Fragen und das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen und zu anderen Kulturen integrierte Bestandteile im Noviziat und in der Ausbildung der jungen Mönche. Im Idealfall sollten auch heute alle Mitbrüder potentielle Missionare sein. Dies unterstreicht die Wichtigkeit internationaler Begegnungen, um Sensibilität für andere Kulturen zu wecken und auch die Anpassungsfähigkeit des Einzelnen zu testen. So laden wir alle zwei Jahre junge Mitbrüder aus unseren Gemeinschaften zu gemeinsamen Studienwochen ein. Acht Wochen leben ca. 20 Mitbrüder aus den verschiedensten Kulturen wie in einer Klostergemeinschaft zusammen. Sie entdecken die Andersartigkeit und lernen voneinander. Eine missionarische Zeit! Der allmählich heranreifende Missionar In den letzten Jahren hatten wir auch eine Vermischung der beiden ersten Modelle. Zwei Mitbrüder, die zu einem Kurzeinsatz ausgesandt wurden, entdecken bei sich den Wunsch und die Fähigkeit zu einem unbe-fristeten Einsatz. Dieses Modell hat manche Vorteile. Immer wieder erfahren wir, dass nicht jeder den gesundheitlichen, menschlichen und kulturellen Belastungen gleich gut standhält. Das schrittweise Hineinwachsen beinhaltet die Chance, die eigenen Möglichkeiten auszutesten. Nach drei oder fünf Jahren zeichnet sich dann ein Weg ab. |
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