Frohe Botschaft
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Religionslehrer und Schulpfarrer Dr. Paul Hirtz, Saarbrücken, berichtet von seinen Erfahrungen und Eindrücken. Vor seinem Dienst an der Schule war er an der Diözesanstelle Berufe der Kirche in Trier und am internationalen Zentrum für Theologiestudenten der Fokolar-Bewegung in Grottaferrata/Rom tätig. |
Das andere Wir-Gefühl Ein weiterer Eindruck bezieht sich auf die Gemeinschaftserfahrung, die mir diese Gemeinschaften anzubieten scheinen und die über das bloße Wir-Gefühl in einem Fußballstadion oder auf einem Rockkonzert hinausgeht. Wer in die Tiefe gehen und sich tatsächlich an den Weisungen des Evangeliums orientieren will, braucht die Gruppe Gleichgesinnter, weil in ihr die gemeinsamen Ideale als wahr und plausibel erlebt, lebendig gehalten und „en miniature“ verwirklicht werden. Man trifft sich, um spirituelle Themen zu vertiefen oder gemeinsam zu beten, tauscht Erfahrungen aus, bespricht persönliche Fragen oder plant konkrete Aktionen. Das setzt tragfähige Beziehungen miteinander voraus, bei denen die üblichen Unterschiede zwischen den Generationen und sozialen Schichten in den Hintergrund treten. In einer Gemeinschaft zu Hause zu sein, die dich ernst nimmt und auf dich zählt, für die du als Person wichtig bist und die du mitgestalten kannst - das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit und anziehend. Christsein wird wieder zum Abenteuer Schließlich noch etwas grundsätzlicher. Christ zu sein erscheint den meisten Menschen wenig aufregend, in seiner traditionellen Gestalt eher hinderlich und einschränkend. Wenn im Raum der Kirche - der evangelischen wie der katholischen - in den letzten 50 Jahren viele neue Gemeinschaften entstanden, dann deshalb, weil in ihnen der frische Geist einer Entdeckung und eines Aufbruchs weht, weil es hier Begeisterung und Einsatz für die Sache des Glaubens gibt, übrigens größtenteils von Laien. Aus verstaubten Riten mit Sakristeigeruch entsteht wieder eine Frohe Botschaft, die frei macht, im wirklichen Leben greift und die Welt verändern kann. Christsein wird zu einem spannenden Abenteuer, auf das sich einzulassen eine andere, bessere Lebensqualität verheißt. Jesus nachzufolgen ist nicht mehr das Privileg einiger weniger, sondern ein Weg für alle - Verheiratete und Ehelose, Unternehmer und Arbeiter, Jugendliche und Senioren. Die jungen Menschen, die zu neuen geistlichen Gemeinschaften gehören und die ich kennen gelernt habe, strahlten jedenfalls etwas von der Freude und vom Glanz dieser Nachfolge aus. |
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