Symbole&Kirchenraum

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
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Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Reliquien



Schon früh wurden Kirchen über den Gräbern von Märtyrern gebaut, so Sankt Peter in Rom oder in Deutschland das Bonner Münster, das sich über einem alten Soldatenfriedhof erhebt. In der Krypta kann man sich noch ein Bild von der ersten kleinen Kapelle machen, die über den Gräbern der Märtyrer Cassius und Florentius aus der Thebaischen Legion errichtet worden war. Im Mittelalter übten die sterblichen Überreste von heiligen Menschen eine große Anziehungskraft aus. Es kam zu großen Wallfahrtsbewegungen zu den Gräbern von Petrus und Paulus in Rom, nach Santiago (heiliger Jakobus) de Compostella, wo nach der Legende die Gebeine des Apostels Jacobus, des älteren Bruders des Johannes, gelangt sind; ab dem 12. Jahrhundert nach Köln, weil Erzbischof Rainald von Dassel 1158 aus Mailand die Gebeine der Drei Könige, die der Stern zur Krippe in Bethlehem geführt hatte, nach Köln gebracht hatte. Im Barock werden die Knochen der Heiligen in Glassärgen ausgestellt. Was erhofften sich die Menschen, wenn sie den Sarg berühren oder sehen konnten?
Reliquie kommt von "Zurücklassen", Knochen, aber auch Kleidungsstücke sind das, was die Heiligen zurückgelassen haben. Der Reliquienkult ist jedoch nicht mit der Verehrung der Sowjetischen Staatsmänner auf dem Kremlplatz vergleichbar. Es werden nicht die Überreste verehrt, sondern der Heilige, der bereits im Himmel ist. Die Heiligen, die bereits im Himmel sind, haben etwas zurückgelassen. Bei der Auferstehung aller Toten beim letzten Gericht werden sich die Reliquien, die zurückgelassenen Knochen, mit den himmlischen Leibern der Heiligen wieder vereinigen. Schon die ersten christlichen Generationen haben ihre Heiligen dort beerdigt, wo sie Gottesdienst gefeiert haben, in den Katakomben und später in den ersten Basiliken. In den romanischen Kirchen wurden die Gebeine der Heiligen in der Krypta beigesetzt. Der Altar wurde dann sozusagen über den Gräbern der Heiligen errichtet. Wenn die Mittel für den Bau einer Krypta fehlten, spricht man von einer Confessio, "Bekenntnis", denn die Kirche baut auf dem Bekenntnis der Glaubenszeugen auf.
In der Gotik bricht sich eine andere Frömmigkeit Bahn. Die Menschen wollten sehen. So erhob der Priester die gewandelte Hostie über seinen Kopf, denn er stand vor dem Altar mit dem Rücken zur Gottesdienstgemeinde. Die Wallfahrten nahmen zu, so dass man die Pilger nicht mehr durch die Krypta schleusen konnte. In der ersten gotischen Kirche, Saint Denis, heute ein nördlicher Vorort von Paris, wurden die Gebeine des hl. Dionysius, des ersten Pariser Bischofs, auf den Altar gestellt. Das kann man heute noch im Kölner Dom sehen. Der goldene Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige steht auf dem Hauptaltar.

 

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