Symbole&Kirchenraum

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
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Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Der katholische Kirchbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts



Das katholische Leben kam im Gefolge der napoleonischen Kriege und der Säkularisation in Deutschland fast völlig zum Erliegen. Praktisch alle Ordensniederlassungen waren aufgelöst. Reste eines katholischen Lebens gab es im Elsaß, teilweise im Rheinland und vor allem in Bayern. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich der Katholizismus wieder so revitalisiert, dass er im Revolutionsjahr 1848 eine entscheidende Rolle spielte und die protestantischen Fürsten, die durch die Säkularisation viele katholische Siedlungsgebiete hinzugewonnen hatten, zu einer größeren Religionsfreiheit gezwungen wurden. Getragen wurde dieser Aufbruch auch von den Ideen der Romantik, einer Gegenbewegung gegen den Intellektualismus der Aufklärung, die sich stark am Mittelalter orientierte.
Das 19. Jahrhundert ist in Deutschland auch die Zeit eines großen Bevölkerungswachstums und der Industrialisierung. Viele Menschen strömten in die Städte und viele Katholiken ließen sich in bisher rein protestantischen Gebieten nieder. Ein großes Bauprogramm war mit dem Entstehen neuer Stadtteile verbunden. Kirchen gaben diesen Neubaugebieten ein Zentrum und erhöhten den Wert der Baugrundstücke. Deshalb bauten Industrieunternehmen auf eigene Kosten Kirchen. Für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg gab es kein eigenständiges theologisch inspiriertes Raumkonzept. Man baute im Rückgriff auf das Mittelalter neu-gotisch oder neo-romanisch. Ebenso sah die katholische Theologie im Mittelalter ihre wurzeln. Sie verstand sich als Neuscholastik, Scholastisch war die Theologie des 12. und 13. Jahrhunderts. Papst Leo XIII. (Amtszeit 1878-1903) erklärte Thomas von Aquin (1225-74) zum verbindlichen Lehrer, an dem sich die Theologie auszurichten habe.
Die Aufklärung hatte die Kunst säkularisiert und die Jahrhunderte alte Verbindung von Kirche und Kultur war zerbrochen. Innerhalb der Kirche gab es bis zu den Nazarenern keine eigenständige Entwicklung. Erst in der Zwischenkriegszeit machten sich Architekten daran, die neu entwickelten Ideen zeitgenössischer Architektur auf den Kirchbau zu übertragen. Daran konnte man nach dem Zweiten Weltkrieg anknüpfen.

 

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