Symbole&Kirchenraum

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
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Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Drache



Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen kennen. Er drückt Schrecken und Kraft aus und droht, den Menschen zu überwältigen. Der Drache oder die Schlange bewohnen das Weltmeer oder werden auch in der Milchstraße gesehen. Als Midgardschlange oder Leviathan umschlingt der Drache die Erde und bildet ihren äußersten Rand, der im Orkan seine Kraft beweist und den Menschen zu verschlingen droht.
Erdgeschichtlich gesehen kann sich darin auch eine Erfahrung der Menschheit spiegeln: Ein großer Komet prallte von Osten her auf die Erde. Wie ein Drache mit Feuerschweif erschien diese kosmische Katastrophe. Der Aufprall der Brocken erzeugte im Meer ungeheure, sich windende Wasserdampfwolken. Von daher lässt sich auch die Identität von Drache und Wasserschlange begreifen.
Wenn wir den Drachen als Sinnbild des Bösen anblicken, wird uns die Kraft, die uns verschlingen kann, vor Augen geführt. Der Drache lässt den Menschen nicht frei, sondern fesselt ihn, um ihn herabziehen zu können. Vor allen in romanischen Kirchen wurde den Menschen diese Seite des Daseins vor Augen geführt.
Dass an mittelalterlichen Kirchen Wasserspeier in der Form eines Drachenkopfes behauen wurden, bezieht sich auf den Drachen in der Apokalypse, dem letzten Buch der Bibel. Er will die Frau, die ein Kind geboren hat, verschlingen. "Als der Drache erkannte, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliehen konnte. ... Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe, sie öffnete sich und verschlang den Strom...." Offenbarung 12, 13ff
Der Drache wird aber nicht als Sieger, sondern als Besiegter dargestellt. Der Erzengel Michael oder der heilige Georg halten ihn mit ihrer Lanze am Boden nieder. Jesus, als auferstandner dargestellt, steht auf einem kleinen Drachen.

 

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