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Im Chor wird nicht nur am Altar die Messe gefeiert, sondern in Abtei- und Stiftskirchen das Stundengebet gesungen. Da die Verse der Psalmen, Hauptbestandteil des über den Tag verteilten Stundengebets, im Wechsel gebetet werden, stehen die meist zwei Reihen des Chorgestühls einander gegenüber. Wenn die eine Seite der Beter steht, können sie sich auf der sog. Misericordia abstützen. Die andere Seite der Beter sitzt dann. Einwickelt haben sich die Sitze aus der aus Stein gebauten Bank in der Apsis. Auf dieser saßen die Presbyter, die Priester, rechts neben dem Bischof, vom Kirchenschiff aus gesehen, auf der linken Seite. Das ist der Ursprung der Heraushebung der linken Seite, von der traditionell das Evangelium als wichtigster Teil des Wortteils der Messe gelesen wird.
Es waren wohl praktische Gründe, dass seit der Romanik das Chorgestühl aus Holz gefertigt wurde, da in nördlichen Breiten Holz einfach wärmer als eine Steinbank ist. Das Chorgestühl als durch Wangen unterteilte Sitzreihen entwickelte sich aber erst in der Gotik und wurde im Barock fortgeführt. Die Sitzreihen haben vorne ein Pult, um das Buch abzulegen, Seitenstützen ermöglichen es, die früher schweren Bücher länger in der Hand zu halten. Da der Chor der wichtigste Teil der Kirche ist und das Chorgestühl mehrmals am Tag genutzt wurde, wurde es durch Schnitzereien ausgestaltet. Wenn es einen Chorumgang gibt, sind auch die Rückseiten bildnerisch gestaltet Dorsale
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