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Einstimmige Vokalmusik, die auf den Papst Gregor d. Gr. zurückgeführt wird, der um 600 die römische Liturgie neu ordnete. Die bis heute gesungenen Melodienstammen jedoch aus dem Mittelalter. Die Liturgie der römischen Kirche kannte bereits einstimmige Gesänge. Als Karl d. Gr. die römische Liturgie in seinem Reich einführte, ließt er nicht nur die liturgischen Bücher aus Rom holen, sondern auch Vorsänger. Aus der Anknüpfung an die römische Musiktradition entstanden während des 10. und 11. Jahrhunderts die Melodien, die bis heute gesungen werden und die benediktinische Liturgie prägen. Als alle Möglichkeiten des einstimmigen Gesangs ausgeschöpft waren, entwickelte sich im Hohen Mittelalter die Mehrstimmigkeit.
Der französische Priester Guéranger belebte die benediktinische Tradition wieder und gründete 1833 die Abtei Solesmes neu. Dort wurden die mittelalterlichen Handschriften gesammelt und 1883 in einem Choralbuch zusammengestellt, das Graduale genannt wird. Garduale kommt von den lateinischen Wort für Stufe, denn von einer Stufe unterhalb des Ambostand der Vorsänger. Auch in Deutschland kam es im 19. Jahrhundert zu Neugründungen von Benediktinerabteien. Beuron, Maria Laach und Gerleve fühlen sich dem Erbe von Guéranger besonders verpflichtet.
In Kiedrich im Rheingau wird ein eigener, in Deutschland entwickelter mittelalterlicher Choral gesungen. Diese Tradition wurde im 19. Jahrhundert durch einen englischen Adeligen neu begründet.
Der Choral kennt wechselnde Stücke. Introitus, das Lied zum Einzug, das Halleluja zur Evangeliumsprozession, das Offertorium zur Gabenbereitung und die Communio zum Kommuniongang der Gläubigen. Die Verse sind häufig aus der Bibel entnommen, jedoch auch eigene Texte, die durch Psalmverse verlängert werden. Dabei wird der Vers, z.B. des Offertoriums nach jeweils zwei Psalmversen wiederholt.
Für die gleichbleibenden Meßgesänge, Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei gibt es wie bei den Messkompositionen des Barock, der Wiener Klassik und nachfolgender Epochen mehrere Vorlagen, die jeweils einen Namen haben. Am bekanntesten ist die Missa de Angelis. Für das Credo gibt es vier Versionen.
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