Symbole&Kirchenraum

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
© www.kath.de
Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Altar, Altarbild, Retabel-, Flügelaltar, Antependium



Zunächst war der Altar das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen, bezeichnet seine ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Im Bereich des Alten Testaments werden Altäre vor allem dort erwähnt, wo dem Volk Israel Gottesoffenbarungen zuteil wurden. Daher standen Brand- und Rauchopferaltäre vor dem Bundeszelt und später vor dem Jerusalemer Tempel. Der Altar ist die Fläche der Begegnung mit Gott und hat auch bei den orientalischen Kulten die Bedeutung eines Tisches, denn Opfer bedeutet, dass der Mensch mit der Gottheit zu Tisch sitzt. Dabei kommt Gott das Fett des Opfertieres zu. Das Blut wird am Altar ausgeschüttet. Als Symbol des Lebens wird es nicht verzehrt.
Der zentrale jüdische Kult des Pessah war wie das christliche Abendmahl altarlos. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so. Später wurde für das heilige Mahl der Altar wieder eingeführt, das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und vergegenwärtigt. Jesus ist nicht nur der Opferpriester, der sich selbst als endgültige Opfergabe Gott darbringt, sondern gleichzeitig auch der Altar für dieses Opfer (vgl. die Ausdeutung von Hebr 13,10: "Wir haben einen Altar, von dem die nicht essen dürfen, die dem Zelt dienen"). Vom 4. Jahrhundert an setzt sich allmählich der steinerne Tisch durch, der in den alten Basiliken meist im Mittelpunkt der Apsis steht. Vom frühen Mittelalter an baut man den Altar näher an die Rückwand der Apsis und schirmt durch Schranken den Altarraum von der Gemeinde ab (vgl. Chor). Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen.
Wichtige Altarformen sind:
Der Ciboriumsaltar mit seiner baldachinartigen Überdachung. Zwischen den tragenden Säulen hingen, vor allem zur Zeit des Barock, schmückende Vorhänge.
Der Retabel- und Flügelaltar der Gotik, benannt nach den hinter dem Altar angebrachten (lat. Retro-hinter, tabulum-Tafel: retrotabulum) Bildtafeln. Später wurden allgemein Altäre mit rückwärtigem Aufbau, evtl. noch mit klappbaren Flügeln, so bezeichnet.
Altar mit Predella (Unterbauten, lat.-italien.: Schemel, von althochdt. Brett) und großem Altarblatt. Der Altar wird mit einem Tuch eingehüllt, das nach vorne eine Darstellung eingestickt hat, die in der Regle ein Motiv im Zusammenhang mit dem Abendmahl aufgreift. Dieses Antependium (was nach vorne hängt) wurde später in Metall getrieben. Im Lauf der Entwicklung wurde das Altarbild zum Altarblatt ausgeformt. Es handelt sich um ein hochgestelltes Gemälde auf dem Altar, das evtl. von Säulen eingefasst und auch als aufwändiger architektonischer Aufbau mit zahlreichen Skulpturen zur Zeit des Barock ausgestaltet wurde.

 

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