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| Glycin - auch als
Nahrungsmittelzusatz verwendet |
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Glycin ist die einfachste, natürliche Aminosäure und
ist nicht-essentiell, muß also nicht mit der Nahrung aufgenommen
werden, sondern der Körper ist in der Lage, sie selbst herzustellen.
Glycin befindet sich in besonders hoher Konzentration in Kollagen,
dem Strukturprotein des Bindegewebes.
Glycin hat wichtige Eigenschaften
für den Zellschutz, wirkt also gegen den sogenannten oxidativen
Streß, der durch die freien Radikalen ausgelöst wird.
Des weiteren wirkt Glycin Entzündungen entgegen und regt
die zelluläre Immunabwehr an. Daneben ist Glycin als einer
der wichtigsten dämpfenden (inhibitorischen) neuronalen
Botenstoffe (Neurotransmitter) wirksam. Hohe Konzentrationen
von Glycin haben einen positiven Einfluß auf die Länge
und Intensität des Schlafes.
Genauso wie Glutamat wird auch
Glycin als Zusatzstoff in Nahrungsmitteln eingesetzt. Der Grund
liegt in dem leicht süßlichen
Geschmack von Glycin, so daß diese Substanz als Geschmacksverstärker zum Beispiel in Süßstofftabletten zum Einsatz kommt.
Glycin wird dabei meist als E 640 deklariert.
Strychnin ist als äußerst starkes Gift bekannt, welches
schon in geringen Dosen zu einer massiven Muskelstarre führt.
Strychnin wirkt auf das Nervensystem, indem es die Wirkungen
des neben GABA wichtigsten dämpfenden Neurotransmitters
Glycin hemmt. Die Erregungen der Muskeln können dann nicht
mehr über Glycin reguliert werden, wodurch die genannten
Krämpfe (Tetanie) ausgelöst werden.
Ähnliche Symptome findet man bei Wundstarrkrampf. Diese
für Ungeimpfte sehr gefährliche Infektionskrankheit
hängt ebenfalls mit einer Hemmung von Glycin (und GABA)
zusammen, indem das Tetanospasmin im zentralen Nervensystem,
genauer im Vorderhorn des Rückenmarks, bestimmte Neuronen
von der Freisetzung von Glycin und GABA abhält, was wiederum
zu einer fehlenden dämpfenden Neurotransmitter-Wirkung und
den bekannten massiven Muskelkrämpfen führt.
Text:
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker
WEr
berät:
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