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CFS – Mehr
als nur eine langwierige Erschöpfung
Im Gegensatz zur Fatigue ist CFS (Chronic Fatigue Syndrome) eine
eigenständige Erkrankung ohne erkennbare Ursache. Auch wenn
sich der Name dieser Erkrankung mit Chronischem Erschöpfungs-syndrom übersetzen
lässt, bedeutet sie für die Betroffenen weit mehr als
eine langanhaltende Ermüdung. Die Symptome und Beschwerden
sind nicht nur zahlreich, sondern auch sehr belastend, häufig
mit Folgen für das soziale und berufliche Umfeld der Erkrankten.
Die Symptome eines CFS
Während die massiven Erschöpfungszustände (Fatigue)
bei Krebspatienten und chronisch Kranken noch für die meisten
Angehörigen und Kollegen der Betroffenen nachvollziehbar
erscheinen, stoßen Menschen mit CFS oftmals auf Unverständnis,
teilweise auch bei Ärzten. Die enorme Müdigkeit und
Erschöpfung, die auch nach einer ausreichenden Schlafphase
nicht abklingen und oft über Monate anhalten, scheinen keine
organische Ursache zu haben. So kommt es, dass manche CFS-Patienten
die Empfehlung erhalten, sich eher rein psychotherapeutisch behandeln
zu lassen. In verschiedenen Fällen erfahren diese Patienten
sogar Misstrauen im Berufsleben durch den Verdacht, dass sie
sich diese Beschwerden bewusst oder unbewusst einbilden, ihre
Krankheit also nur vorspielen.
Die Folge ist oft, dass in besonderen Fällen CFS-Erkrankte
versuchen, ihrem Umfeld gegenüber die Beschwerden zu verbergen,
da sie sich für ihren unerklärlichen Zustand schämen oder im Berufsleben nicht als „eingebildete Kranke“ erscheinen
wollen. Dabei sind die Beschwerden eines CFS nicht nur vielschichtig,
sondern auch massiv. Dazu gehören neben der zentralen Erschöpfung
auch Muskelschmerzen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Depressionen, Ohrgeräusche,
Schwindel, Fieber und ein allgemeiner Schwächezustand. Die
Nähe zu verschiedenen Grippesymptomen scheint nicht zufällig
zu sein, denn es sind verschiedene Fälle bekannt, in denen
sich Patienten von einer schweren Infektion oder einer Grippe
nicht mehr vollständig erholten, sondern im Gegenteil die
Beschwerden eines CFS entwickelten.
Um ein CFS von anderen Erschöpfungen zu unterscheiden,
geht man von einer massiven Leistungsminderung aus, die mindestens über
sechs Monate anhalten muss, bevor die Diagnose CFS getroffen
werden kann. In den meisten Fällen tritt das Chronische
Erschöpfungssyndrom unvermittelt und schlagartig auf und
hält für viele Jahre an. Das Abklingen der Beschwerden
kann ebenso plötzlich auftreten wie der Beginn der Erkrankung.
Auch wenn die Forschung von keiner lebensbedrohlichen Erkrankung
im Fall von CFS ausgeht, obwohl ein entsprechender Todesfall
aus Großbritannien berichtet wird, ist ein CFS eine sehr
ernst zu nehmende Gesundheitsstörung, die leider immer noch,
besonders im deutschsprachigen Raum, zu wenig Beachtung findet
- zum Leidwesen der Patienten. Insbesondere in den Vereinigten
Staaten wird CFS als eine der Krankheiten eingestuft, deren Erforschung
oberste Priorität hat. Entsprechend hohe Forschungsgelder
für CFS-Programme stehen in den USA zur Verfügung. Überträgt
man die US-amerikanischen statistischen Werte über die Häufigkeit
von CFS, so gibt es in Deutschland etwa 300.000 CFS-Erkrankungen,
wahrscheinlich jedoch wesentlich mehr.
Welche Ursachen kann ein CFS haben?
Gerade das scheinbare Fehlen einer Ursache macht ein CFS für
die Betroffenen noch schlimmer, die zum Teil zahlreiche ärztliche
Disziplinen konsultieren, ohne jedoch eine befriedigende Antwort
für den Grund ihres Leidens zu bekommen. Die aktuelle Forschung
kann noch keine eindeutige Antwort auf die Ursachenfrage geben.
Aktuell geht man davon aus, dass bis zu 80% der Fälle postinfektöse
Fatigueformen sind, für die in erster Linie Viren der Herpesgruppe
als Auslöser in Frage kommen (Epstein-Barr-, Cytomegalie-
Humanes Herpesvirus. Sie beginnen akut, oft mit grippaler Symptomatik,
während bei den restlichen 20% der Verlauf eher schleichend
ist mit allmählicher Zunahme der Symptomatik. Der Verlust
mentaler, psychischer und physischer Leistungsfähigkeit
ist Ausdruck der zentralen Müdigkeit, die Schlafstörungen,
Stimmungsschwankungen, Depressionen und unterschiedlichsten Befindlichkeitsstörungen
sind ihre Begleiterscheinungen. Häufig ist CFS auch mit
Schmerzsyndromen (Fibromyalgie, Migräne, Morgensteifigkeit),
sensorischen Überempfindlichkeitsreaktionen (MCS, ESM, Hyperosmie,
Hyperakusis, Tinnitus, etc.) und funktionellen Magen-Darm-Störungen
(Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Diarrhoe, Reizdarmsyndrom)
assoziiert.
Weitere Auslöser oder Cofaktoren für ein CFS sind Umweltgifte,
Erkrankungen des Immunsystems, langanhaltende Stressbelastungen,
Hormonstörungen und starke psychische Belastungen.
CFS-Modell
Die pathologische Entwicklung des CFS ist nach aktuellem Wissensstand
am ehesten im folgenden Modell zusammenzufassen:
Bei Personen mit entsprechender genetischer Anlage innerhalb
der Neuroregulation, dem Stresshormonsystem und Entzündungsmechanismen
führt übermäßige Einwirkung von Stressoren unterschiedlichster Art (anhaltender physischer, psychischer,
mentaler Stress, Schlafmangel, Infektionen, Chemikalien, Umweltstressoren,
metabolischer Stress, Fehlernährung, Rauchen, etc) zu anhaltenden
Gesundheitsstörungen, bei denen die zentrale Müdigkeit
an erster Stelle steht. Das komplexe Zusammenwirken von oxidativem
Stress und Verlust der neurohormonellen Stabilität bzw.
Balance bewirkt vor allem eine anhaltende Schwäche der hormonellen
und neuralen (Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin) Stressachsen.
Entzündungsfaktoren, Serotonindefizit und mangelhafte Energieproduktion
sind die Auslöser des zentralen Fatiguesyndroms.
CRH (Corticotropin Releasing Hormone) wird
in Folge der dauerhaften Belastungen in vermehrter Form durch
den Hypothalamus ausgeschüttet.
Möglicherweise werden dadurch die Hypophyse und die Nebennierenrinde,
die durch CRH beeinflusst werden, mit der Zeit für diesen
Botenstoff unempfindlich. Als Folge findet sich bei CFS-Patienten
ein erniedrigter Morgenwert bei Cortisol, ein gestörter
Cortisol-Tagesverlauf, ein erniedrigter Wert bei ACTH (Adrenocorticotropes
Hormon) sowie ein Mangel an Noradrenalin, Dopamin, Serotonin
und PEA.
Empfohlene Testprofile von NeuroLab
Im Rahmen seines umfangreichen Neurostress-Testprogramms empfiehlt
NeuroLab auch spezielle Testprofile zur Untersuchung von Patienten,
bei denen der Verdacht auf ein CFS besteht. Grundlegend ist
das Testprofil NEUROSTRESS BASIS, bei dem die wichtigsten Indikatoren
für eine auf Neurostress basierende Gesundheitsstörung
untersucht werden. Dazu gehören der Morgenwert und der
Tagesverlauf von Cortisol sowie die Konzentrationen von Serotonin,
Noradrenalin, Dopamin und Adrenalin.
Therapieoptionen
Die Behandlung des CFS muss der multifaktoriellen Entstehung
und Ausprägung Rechnung tragen. Meist ist die Therapie
jedoch nach allen Erfahrungen langwierig und muss häufig
experimentell angepasst werden.
Am erfolgreichsten erscheint die Behandlung der akut beginnenden
Fatigue-Formen nach Infektion durch ein Virostatikum ( z.B. Valganciclovir).
Während Antidepressiva in vielen Fällen das Problem des Neurotransmittermangels
und der Stressachsendysfunktion nicht beheben sondern längerfristig eher
verstärken, bietet sich eine natürliche Alternative in der Wiederherstellung
des Neurotransmitterpools durch Zufuhr der jeweiligen Neurotransmitter-Aminosäurevorstufen
an. Durch die neuronale Balancierung normalisiert sich auch die Funktion der
Stresshormone Cortisol und DHEA.
Zur Behandlung der Tagesmüdigkeit werden zunehmend hochdosiertes Coenzym
Q10 (100 mg) , L-Carnitin oder Acetyl-Carnitin, B-Kompex-Präparate und
zur Verbesserung der antioxidativen , bzw antiinflammatorischen Kapazität
z. B. Vitamin B12 als Hydroxy-Cobalamin und N-Acetylcystein eingesetzt.
Text:
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker
Dr. Annemarie Neuner
(c) NeuroLab
WEr
behandelt:
Ärzte im Partnernetzwerk
von Neurolab.
Für weitere Informationen bitte hier klicken
 © www.neurolab.eu
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