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Einen
Zappelphilipp gibt es nicht nur im Kinderbuch
Die Geschichten des Arztes Dr. Hoffmann rund um den Struwwelpeter, Suppenkasper,
Hans Guck-in-die-Luft und Zappelphilipp haben einen medizinischen Kern. Denn
Zappelphilipp ist nicht nur die ewig aktuelle Erfindung eines Kinderbuchautors.
Bis zu zehn Prozent aller Kinder leiden heute nämlich an
Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität. Die im Kindesalter beginnende
Verhaltens- und Lernstörung ist oft genetisch veranlagt. Zunehmend wird
klar, dass es sich hier um Entgleisungen des Hormonstoffwechsels im Gehirn handelt.
Darum ist eine Herstellung des hormonellen Gleichgewichts im Gehirn- und Nervenstoffwechsel
eine wichtige Rolle bei der Behandlung von AD(H)S darstellt.
Stillsitzen und
Aufpassen sind kaum möglich
Konzentrationsschwäche, Lernschwierigkeiten, Vergesslichkeit und teilweise
eine übersteigerte Aktivität und Unruhe, diese Symptome zeigen viele
Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene in unserer Zeit, so möchte man
sagen. Doch das Aufmerksamkeits-Defizitsyndrom (ADS) sowie die gemeinsam mit
einer Hyperaktivität auftretende Variante ADHS ist kein reines Phänomen
unserer Zeit, die geprägt ist durch Reizüberflutung und
massive Umwelteinflüsse. Alleine schon die Literatur lehrt uns, dass die
Symptome, nicht stillsitzen und nicht aufpassen zu können, auch schon
zu früherer Zeit beobachtet werden konnte. So ist der Hans Guck-in-die-Luft
aus dem Kinderbuch von Dr. Hoffmann ein typisches Beispiel für ein Kind
mit ADS, während der fast noch bekanntere Zappelphilipp eine sehr deutliche
Erscheinung des ADS mit Hyperaktivität ist.
Das Erscheinungsbild dieser Gesundheitsstörung
ist sehr vielschichtig und umfasst auch Symptome wie eine leichte
Erregbarkeit, eine Impulsivität, eine schnelle Frustration
und eine eher ungeschickte Beweglichkeit. Schon an den Namen
der Figuren aus Dr. Hoffmanns Kinderbuch kann man ablesen, dass
Jungen häufiger von einer Aufmerksamkeitsstörung betroffen
sind als Mädchen. Insbesondere der hyperaktive und impulsive
Erscheinungstyp ist bei Jungen deutlich häufiger
anzutreffen. Man geht hier von einem Verhältnis
von 5:1 aus. In 30 bis 50 Prozent der
Fälle endet die Störung nicht mit der Kindheit, sondern
betrifft auch Erwachsene. Während die Hyperaktivität
bei Erwachsenen eher abklingt, bleiben die Aufmerksamkeitsstörung,
die Impulsivität und die Stimmungsschwankungen in diesen
Fällen erhalten. Die Beobachtung, dass ADS und ADHS bei
eineiigen Zwillingen sehr häufig bei beiden auftritt, legt
heute den Schluss nahe, dass es eine genetische Veranlagung (Disposition)
für diese Gesundheitsstörung gibt.
Bekannte Ursachen
für ADS / ADHS
Die ersten Erklärungsversuche sahen die Ursache für ADS / ADHS in
einer Entwicklungsstörung des Gehirns. Die frühere Bezeichnung Minimale
Celebrale Dysfunktion (MCD) ist inzwischen ebenfalls überholt. Andere
Untersuchungen sahen die Ursachen eher im psycho-sozialen Bereich und legten
das Bild von „schlechten Eltern“, Erziehungsfehlern und einem viel
zu kleinem Lebensraum mit Bewegungsarmut für das Kind nahe. Die Einflüsse
von bestimmten Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelzusätzen, der Reizüberflutung,
dem Rauchen und dem Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft
und andere Umwelteinflüsse werden in der Forschung uneinheitlich
beurteilt. Möglich erscheint es, dass eine genetische Veranlagung
durch die genannten Faktoren in ihrer Ausprägung begünstigt wird.
Die Bedeutung von Schwermetallvergiftungen (Blei, Quecksilber, Cadmium, Arsen)
und die Überempfindlichkeit gegenüber Chemikalien (MCS) ist noch
umstritten. Die aktuelle Forschung zeigt aber eine wesentliche Rolle des Hormonsystems
an. Bedenkt man die Rolle der Neurohormone und Neurotransmitter für die
Stimmungslage, Steuerung der Bewegungen, die Entwicklung der Lern- und Gedächtnisfunktionen,
so liegt ein Zusammenhang mit AD(H)S nahe.
Ungleichgewicht
im Hormonsystem
Auffallend häufig leiden Kinder mit ADS / ADHS an einer Unterfunktion der
Schilddrüse. Schilddrüsenhormone wirken regulierend auf den Stoffwechsel
der neuronalen Botenstoffe, also auf das Netzwerk der Neurotransmitter. Grundlegend
für AD(H)S scheint eine Stoffwechselstörung im Gehirn und Nervensystem
zu sein, die insbesondere zu einem Ungleichgewicht bei den Botenstoffen Dopamin
und Noradrenalin führt. Dadurch wird eine geordnete Informationsverarbeitung
im Gehirn behindert. So erklärt sich die meist positive Wirkung einer
Medikamentation mit Ritalin (Methylphenidat), Amphetaminsaft oder Captagon
(Fenetyllin) unter anderem durch deren Einfluss auf den Dopamin-Haushalt.
Bei der therapeutischen Entscheidungsfindung sollten auch die nicht unerheblichen
Nebenwirkungen berücksichtigt werden.
Auch ein Ungleichgewicht bei dem Botenstoff PEA kann im Fall von ADS/ ADHS
beobachtet werden. Während bei Patienten mit Aufmerksamkeitsdefiziten
ein niedriger PEA-Spiegel festgestellt werden kann, normalisiert sich die Konzentration
durch die Gabe von Ritalin. Bei Erwachsenen werden eher Antidepressiva (Nortriptylin,
Desipramin, Imipramin), Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie Strattera (Atomoxetin)
und Edronax (Reboxetin) oder auch das Antidepressivum Venlafaxin eingesetzt.
Empfohlene Untersuchungsmöglichkeiten
von NeuroLab und ein neues Therapiekonzept
Zur Klärung eines Verdachts auf ADS/ADHS setzt NeuroLab spezielle Untersuchungsprofile
unter dem Label NEUROSTRESS ein. Sinnvoll ist in diesem Fall das Profil ADS/ADHS
plus die Konzentration von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin, GABA
und zusätzlich noch PEA im so genannten zweiten Morgenurin zu bestimmen.
Zusätzlich werden zum Beispiel die Konzentrationen von Zink, Magnesium
und Vitamin B6 untersucht, da ein entsprechender Mangel ebenfalls mit dem Auftreten
der Aufmerksamkeitsdefizit- beziehungsweise Hyperaktivitätsstörungen
in Verbindung zu stehen scheint. Als weitere Ursache eines chronischen Zink
und Vitamin B6-Mangels kommt eine erhöhte Ausscheidung von Kryptopyrrol
in Frage, was durch Messung von Krypropyrrol im ersten Morgenurin analysiert
werden kann. Aktuelle AD(H)S-Studien zeigen ein gehäuftes Vorkommen von
Mikronährstoffdefiziten, darunter auch ein Mangel an Niacin, Pyridoxin,
Thiamin, Folat, Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren.
Nach Einsendung der Proben werden diese analysiert. Das Untersuchungsergebnis
wird ausführlich interpretiert und schließt mit einer Therapieempfehlung
ab. Zentraler Inhalt ist dabei die Behandlung des Patienten mit speziellen
Aminosäuren, zur Wiederherstellung der Neurotransmitterbalance.
Eine zusätzliche Zufuhr (Supplementierung) mit Vitamin B6, Omega-3-Fettsäuren,
Flavonoiden und Phosphatidylserin kann zusammen mit einer Entgiftung, einer
speziellen Diät und der Korrektur einer möglichen Fehlbesiedlung
des Darms deutliche Linderungen der Symptome ermöglichen. Weiterhin sieht
ein Behandlungsplan die psychologische Beratung der Kinder und Eltern vor,
auch die Ergotherapie, die Bewegungstherapie und Musiktherapie kann hierbei
zum Einsatz kommen. Meist muss jedoch als erster Schritt eine medikamentöse
Therapie zur Wiederherstellung eines hormonellen Gleichgewichts erfolgen.
Text: Oliver Schonschek, Diplom-Physiker
© NeuroLab GmbH
WEr
behandelt:
Ärzte im Partnernetzwerk
von Neurolab.
Für weitere Informationen bitte hier klicken
 © www.neurolab.eu
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