Lexikontitel

Gedanken zum Osterfest


Inhaltsverzeichnis

Zur Fastenzeit:

Fastenzeit und Ostern


Schöpfung und Osternacht

Die Schöpfung gehört zu Ostern und damit zur Fastenzeit

Genesis 1,1-2,2

In dieser Nacht, in der aus dem Dunkel das Licht entspringt, geht es um die Schöpfung als ganze. Es geht nicht nur um uns Menschen und das, was wir in der Schöpfung neu gestalten oder auch zerstören. Es geht um alles: um uns, um die Tiere, die Pflanzen, die ganze Natur, die ferne Sternenwelt. Es geht um die unendlichen Rhythmen der Zeit. Alles stammt von Gott. Alles aber nimmt einen neuen Anfang in dieser Nacht der Auferstehung. Ein neues Jahr der Schöpfung beginnt. Die Auferstehung ist neue Schöpfung. Wer in dieser Nacht getauft wird, ist neue Schöpfung. Das Alte ist vorüber. Alles ist wie am ersten Schöpfungstag.
Es war dunkel um uns. Doch nun ist ein Licht entzündet. Licht – das war auch das erste Schöpfungswort: „Es werde Licht.“ Was wir an Ostern feiern, die Rettung Israels aus Ägypten, die Auferstehung Christi aus dem Tod, sind Taten Gottes mitten in der Geschichte. Doch sie stehen nicht zurück hinter dem, was ganz am Anfang geschah. Wir feiern in dieser Nacht die neue Schöpfung. Gott schafft die ganze Welt von neuem, als eine Welt, in der Frieden herrschen kann. Um zu verspüren, daß dies eine Nacht ist, in der Gott wiederum als Schöpfer handelt, hören wir als erste Lesung den Anfang der Bibel.


Texte: Georg Braulik, Norbert Lohfink

Weitere Informationen:
Georg Braulik, Norbert Lohfink, Osternacht und Altes Testament, Peter Lang, Frankfurt/M


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