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Gedanken zum Osterfest


Inhaltsverzeichnis

Zur Fastenzeit:

Fastenzeit und Ostern


Die Fastenzeit österlich begehen

Fastenzeit und Ostern gehören zusammen
Es gehört längst zu den liturgietheologischen Grundeinsichten: Was wir jährlich an Ostern feiern, ist das Ganze des „Paschamysteriums“. Die kirchenoffiziellen liturgischen Dokumente schränken es gewöhnlich auf das „Paschamysterium Christi“ ein, das heißt, auf Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi. Im Unterschied zur ältesten Schicht der römischen Liturgie besteht außerdem die Tendenz, diese Ereignisse am Ende des Lebens Jesu im „Triduum paschale“ historizistisch gegeneinander abzugrenzen und auf die Feiern der einzelnen Tage aufzuteilen. Die „Drei Österlichen Tage“ beziehen sich dann auf Einzeletappen eines bestimmten heilsgeschichtlichen Geschehens und sind nicht mehr organisch in das Ganze eingebunden, um das es trotz einer besonderen Akzentsetzung immer geht. Doch muß selbst die christologische Einheit des Ostertriduums noch einmal ausgeweitet werden. Denn das Paschamysterium konzentriert sich zwar auf Jesu Passion, Sterben und Erhöhung in Herrlichkeit, umfaßt aber darüber hinaus auch die alttestamentliche Pesachtradition und mit ihr die Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens, ja überhaupt alles in seiner Geschichte, worin sich diese Urerfahrung von Erlösung gezeigt hat. Im Paschamysterium feiern wir somit das Gründungsereignis der gesamten Heilsökonomie Gottes, dem die alt- wie neutestamentliche Kirche ihre Existenz verdankt und aus dessen bleibend heilschaffender Wirkung sie lebt. Deshalb ist Pascha „das Fest der Feste“ und rekapituliert wie Pesach im Judentum die ganze Heilsgeschichte.

Texte: Georg Braulik, Norbert Lohfink


Weitere Informationen:
Georg Braulik, Norbert Lohfink, Osternacht und Altes Testament , Peter Lang, Frankfurt/M


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