| Long
Tail –Serienwirkung im
Internet
Den
Schwanz verlängern – long tail, das gelingt
den Fernsehsendern durch die Serien. Bestimmte Charaktere
werden aufgebaut und mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Überzeugt
der Charakter, d.h. können sich Menschen mit ihm bzw.
ihr identifizieren, es baut sich eine sog. Zuschauergemeinde
auf. Das Ziel, ist jeweils die höchstmögliche Zuschauerzahl
für das eigene Programm zu gewinnen.
Im Unterschied zum Fernsehen muss man beim Internet nicht
zur gleichen Zeit die Zuschauer vor dem Schirm versammeln,
sondern sie müssen nur irgendwann einmal das eingestellte
Video anschauen. Das kann man dadurch unterstützen,
indem man über die Suchmaschinen für ein eingestelltes
Video ein hohes Ranking erzielt. Ziel ist auch hier, für
das eigene Programm auf dem eigenen Internetauftritt möglichst
viele Zuschauer zu versammeln. Das erhöht wieder das
Ranking bei den Suchmaschinen. Was bringt zu dieser Strategie
die Long-Tail-Philosophie hinzu?
Der Schwanz wird weiter dadurch verlängert, dass das
Video nicht nur auf der eigenen Homepage zu finden ist, sondern
auf möglichst vielen anderen. Das erscheint widersinnig,
denn dadurch schwächt man auf den ersten Blick die eigene
Homepage. Das wäre so, als würde ein Fernsehsender
seine Serie anderen Kanälen zur Verfügung stellen,
damit diese dann mit dem Programm für sich selbst Werbegelder
generieren und Produktionskosten sparen. Das ist aber nur
auf den ersten Blick so, denn Long Tail verlängert nicht
den Schwanz eines anderen Hundes, sondern den eigenen. Dem
Internet liegt nämlich eine andere Kommunikationsstruktur zugrunde als dem Fernsehen. Der Long-Tail-Effekt wirkt nämlich
auch so, dass das, was von der eigenen Homepage ausgeht,
wieder zurück kommt – über andere Links,
die auf die eigene Seite geschaltet werden.
Bei Videos, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden,
ist sowieso Ziel, möglichst viele Nutzer zu erreichen.
Wenn mit den Videos Werbung transportiert wird, erhöht
das die Reichweite der Werbung. Dadurch werden mehr Klicks
eingesammelt.
Der
Begriff Longtail (Hundeschwanz oder Rattenschwanz) leitet
sich von der Form
der Verteilungskurve ab. Am Beginn ist die Nutzung in der
Regel am höchsten,
vor allem wenn das Angebot beworben wird, dann nehmen die
Zugriffe ab. Kann man den Schwanz verlängern, addieren
sich auch kleine Nutzerzahlen.
Die Longtail-Theory wurde 2004 von dem Journalisten Chris
Anderson vorgestellt. Die Konzeption geht davon aus, dass
Wettbewerber auf dem Markt durch das Anbieten von Nischenprodukten
Gewinn machen. Führt diese Strategie auf lokal begrenzten
Märkten nur schwerlich zu einem Gewinn, da die Nachfrage
hier meist gering ist, so ist die globale Nachfrage auf dem
Markt sehr flexibel und in Bezug auf das Nischenprodukt sehr
viel höher. Durch das Internet erhält der Anbieter
die Möglichkeit, mit seinem Nischenprodukt auf den globalen
Markt in viele Nischen zu stoßen. Dadurch, dass sein
Angebot im Internet gestreut wird, erreicht er potentielle
Nachfrager, die er lokal nicht erreichen würde.
Bestes Beispiel hierfür ist Ebay: Würde jemand
versuchen, in seiner Nachbarschaft alte Schallplatten zu
verkaufen, wird er wahrscheinlich erfolglos sein. Stellt
er sie jedoch bei Ebay ein, erreicht er ein zerstreutes,
aber großes Publikum und damit wachsen seine Chancen,
diese Schallplatten zu verkaufen. Wenn die Nachfrage steigt,
kann auch der Preis steigen.
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