Das Liturgie Lexikon

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
© www.kath.de
Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Albe
Amikt
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Asche
Asperges
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Benedictus
Benediktionale
Birett
Bischofsstab
Brevier
Brot und Wein
Chormantel
Ciborium auch Ziborium
Dalmatik
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Eucharestie
Evangeliar
Exsultet
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Weihwasser
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Leseordnung der kath. Kirche



Zählung der Sonntage und Aufbau der liturgischen Bücher


Die katholische Kirche hat nach dem II. Vatikanischen Konzil die Zahl der Lesungen, die die Gottesdienstbesucher hören können, dadurch vergrößert, dass für den Sonntag drei Zyklen zusammengestellt wurden, die Lesejahre A, B und C. diese Lesejahre gelten auch für die großen Feste. Man findet in einem Band also alle Lesungen für die Feiertage wie für die Sonntage.
Um zu berechnen, welches Lesejahr aktuell ist, geht man so vor: Wenn eine Jahreszahl durch drei teilbar ist, werden die Texte aus dem Lesejahr C gelesen.
Das jeweilige Lesejahr beginnt nicht mit dem 1. Januar, sondern mit dem 1. Advent des Vorjahres.
Grundlage für die Lesejahre sind die Evangelisten Matthäus (Lesejahr 1), Markus
(Lesejahr 2), Lukas (Lesejahr 3). An den Festtagen wird der Text aus dem jeweiligen Evangelium genommen, außerhalb der Festkreise wird das Evangelium kontinuierlich gelesen. Das Johannesevangelium hat kein eigenes Lesejahr, es wird vor allem in der Osterzeit gelesen.
Die 1. Lesung wird an den meisten Sonntagen und vielen Festtagen aus dem Alten Testament entnommen. Der Text entspricht thematisch dem Text aus dem Evangelium. In der 2. Lesung wird kontinuierlich ein Brief aus dem Neuen Testament gelesen.
Für die Zeiten zwischen dem 6.Januar und Aschermittwoch sowie zwischen Pfingsten und dem 1. Advent sind die Sonntage durchnumeriert. Es bleiben in der Regel 34 Sonntage, in manchen Jahren weniger, nämlich wenn in die Weihnachtszeit viele Sonntage fallen. Der Sonntag nach Epiphanie wird als 1. Sonntag im Kirchenjahr gezählt. Er hat immer das <--a href="/lexikon/kirchenjahr_brauchtum/index.php?page=evangelium_taufe.php"-->Evangelium von der Taufe Jesu<--/a-->, das sich bei jedem Evangelisten findet. Nach dem Aschermittwoch beginnen die Sonntage der Fastenzeit. Die Sonntage der sog. Vorfastenzeit sind mit der Liturgiereform abgeschafft worden, sie heißen Septuaginta, Sexuaginta, Quinquaginta. Nach Pfingsten wird die Reihe der Sonntage im Jahreskreis fortgesetzt. Wenn keine 34 Sonntage übrig geblieben sind, wird vom letzten Sonntag des Kirchenjahres zurückgerechnet. Es entfallen dann die Sonntage, die nicht mehr berücksichtig können, so dass die Zählung immer mit dem 34. Sonntag endet.
Die Lesungen für die Wochentage orientieren sich an der Nummer des jeweiligen Sonntags. Da der Sonntag der erste Tag der (jüdischen) Woche ist, folgt z.B. auf den 12. Sonntag im Jahreskreis die 12. Woche, die jeweils am Samstagabend um 18 Uhr endet. Daher kann man am Samstagabend bereits den Sonntagsgottesdienst feiern.
Für die Zählung der Sonntage und damit der Wochen noch ein Hinweis: Früher wurden diese als "Sonntage nach Epiphanie" und "Sonntage nach Dreifaltigkeit" oder "Trinitatis" (das ist der Sonntag nach Pfingsten) gezählt. Mit der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil, die 1969 in Kraft trat, wurden die oben beschriebenen Leseordnungen und die Zählung der Sonntage eingeführt. Die evangelischen Kirchen zählen weiter "nach Epiphanie" und "nach Trinitatis".
Um herauszufinden, welcher Sonntag gerade gefeiert wird und welche Lesungen für die Wochentage vorgesehen sind, gibt es in jeder Sakristei ein sog. Direktorium. In Kirchenzeitungen finden sich ebenfalls für die kommende Woche die Angaben. Im Direktorium ist sich für jeden Tag angegeben, was gefeiert wird. Das ist nicht nur wegen der Sonn- und Feiertage wichtig, sondern auch für die einzelnen Wochentage. Denn die Heiligenfeste sind nicht nach dem Wochenrhythmus festgelegt, sondern nach dem Monatsdatum. Wie Weihnachten auf verschiedene Wochentage fallen kann, so auch z.B. der Gedenktag des heiligen Franziskus am 4.Oktober. Wenn kein größeres Fest und auch kein Heiligengedenktag auf den Wochentag fallen, wird die Messe "vom Tag" mit ihren Lesungen zugrunde gelegt. Für die Wochentage gibt es nicht drei, sondern nur zwei Zyklen. Sie heißen Lesejahr I und II. Es ändert sich, anders als bei den drei Zyklen für die Sonn- und Feiertage, nicht die Auswahl der Evangelientexte, sondern nur die sog. 1. Lesung, da hierfür die Auswahl sehr viel größerer ist. Während für die Lesung aus den Evangelien nur vier Evangelien zur Verfügung stehen, kann für die 1. Lesung aus dem gesamten Alten Testament sowie aus der Apostelgeschichte, den Briefen und der Geheimen Offenbarung des Neuen Testaments ausgewählt werden.
Es gibt also für die Wochentage zwei Zyklen, Lesejahr 1 für die Jahre mit ungeraden Zählung, Lesejahr 2 für die Jahre mit einer geraden Jahreszahl.

Eckhard Bieger S.J.

 

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