Sozialenzyklika 1 Überblick

Der Zugang zu den inhaltlichen Aussagen

Der Text der Enzyklika:

2009 hat Papst Benedikt XVI. eine Enzyklika zu den Wirtschaftfragen der Gegenwart veröffentlicht. Diese Sozialenzyklika ist nicht einfach zu verstehen. Das hat dazu geführt, dass sie zwar viel Lob erhielt, aber das Neue nicht richtig entdeckt wurde.

Zudem entwickelt die Enzyklika die katholische Sozialethik in einem großen Schritt weiter. Sie fragt nämlich nicht nur nach den Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch der Motivation, die Prinzipien auch zu verwirklichen. Dieser Aspekt wurde kaum registriert, er sit aber unerlässlich, denn nach der Finanzkrise geht es nicht mehr so weiter wie bisher, es sind neue Wege notwendig.

Das Neue liegt darin, dass die katholische Soziallehre, wie sie unter mehreren Päpsten entwickelt wurde, jeweils als Grundlage die Gerechtigkeit hat. Die Wirtschaft wird unter dem Gesichtspunkt beurteilt, dass der wirtschaftliche Austausch über den Markt solchen Regeln unterworfen wird, die zu mehr Gerechtigkeit führen und die Schwächeren im Blick behalten.

Diese Grundlage wird vom Papst bestätigt, aber auf eine theologische Grundlage gestellt. Er formuliert, entsprechend seiner ersten Enzyklika, gleichsam seiner Regierungserklärung, die Liebe als Basis. Diese gibt erst die Kraft, die Gerechtigkeit auch tatsächlich zu wollen und in die Praxis umzusetzen. Zum anderen ermöglicht die Liebe eine neue Sicht. Sie lässt den Menschen erkennen, dass er, bevor er überhaupt Leistungen erbringt, für die er Geld erhält, erst einmal der Beschenkte ist. Beschenkt ist er mit seinen Begabungen, seiner Leistungskraft und den Schätzen der Natur. Weiter wurde er ausgebildet und hat vielerlei Förderung erfahren. Der grundlegende Geschenkcharakter führt tatsächlich zu einem neuen Verständnis von Markt und Wirtschaft. Sie befreit denjenigen, der sich von der Enzyklika überzeugen lässt, von dem Zwang, alles unter Geld-Gesichtspunkten zu sehen. Insgesamt fördert diese Grundausrichtung der Sozialenzyklika das Vertrauen und macht eine Wirtschaft, in der mehr Menschen sich die Prinzipien der Enzyklika zum Maßstab machen, resistenter gegen Krisen.

Diese Linie, die das Fundament der Argumentation darstellt, taucht in der Enzyklika an verschiedenen Stellen auf. Deshalb wird die Sozialenzyklika von kath.de nicht entlang ihrer einzelnen Abschnitte erschlossen, sondern es werden zu den relevanten Themen die jeweiligen Passagen, die zum Thema etwas sagen, zusammengestellt und erläutert.

Es geht dabei um folgende Themen:

  1. Der Geschenkcharakter als Basis
  2. Zusammenhang von Wahrheit und Liebe
  3. Wertorienitert entscheiden auf der Basis der katholischen Soziallehre
  4. Entwicklungshilfe
  5. Die Berechtigung von Gewinn
  6. Globalisierung
  7. Non-Profitunternehmen

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ