Segnungen

Für Katholiken kann eigentlich alles gesegnet werden, nicht nur Gottesdiensträume, Kelche und die Gläubigen nach jedem Gottesdienst, ob Messe, eine Andacht oder nach einer Hore des ÞStundengebets die Gläubigen. Der Segen begrenzt sich auch nicht auf Rosenkränze oder religiöse Medaillen, sondern Autos, Fabrikhallen, Tiere, Kräuter u.v.a. andere kann man segnen. Manche Segenshandlungen sind den Priestern und Diakonen vorbehalten, vor allem, wenn es sich um Gegenstände des Kultes wie Kelche oder Messgewänder handelt. Aber Eltern können ihre Kinder segnen. Die Gläubigen können auch ÞWeihwasser mit nach Hause nehmen und damit die Familienangehörigen, aber auch den Stall und die Tiere besprengen und damit segnen. Die Fronleichnamsprozession ist ein Segen für die Häuser und die Fluren. Es gibt ein eigenes liturgisches Buch für die Segnungen, das Benediktionale mit Vorlagen für insgesamt 99 verschiedenen Anlässe.

Wie immer muss es der Katholik etwas handfester haben, denn zu einer Segnung wird meist Weihwasser und nicht selten Weihrauch eingesetzt, einfach um den Segensgestus eindrücklicher erfahrbar zu machen. Welche Hoffnungen verknüpfen sich mit einem Segen:

Beim Auto sicher der Wunsch eines himmlischen Schutzes, ausgedrückt durch eine Christopherusmedaille, den Schutzpatron der Autofahrer. Beim Wettersegen wird ausdrücklich um Schutz vor Hagel, Blitzschlag und Dürre gebetet. Den Wettersegen erteilt der Priester am Ende des Gottesdienstes, oft mit einem eigenen Kreuz.

Segen heißt, dass etwas gedeihen soll, denn erst wenn Segen auf einer Sache, einem Projekt liegt, wird daraus etwas werden.

Der Segen kommt von Gott, er wird in Form einer Bitte ausgesprochen und durch Kreuzzeichen, Weihwasser und Weihrauch den Menschen, den Gegenständen, den Gebäuden erteilt.

Den Segen kann man als Katholik erbitten, z.B. für eine neue Fabrikhalle, ein Wohnhaus, für einen Krankenwagen oder Feuerwehrauto, für Musikinstrumente und die Bergsteigerausrüstung. Man bringt den Pfarrer damit nicht in Verlegenheit, denn dieser findet im Benediktionale ausgearbeitete Vorlagen. Eine Segnung ist wie ein Wortgottesdienst aufgebaut:

            Begrüßung
            Lesung aus der Bibel
            Auslegung des gelesenen Textes
            Segensgebet
            Fürbitten
            Segen und Entlassungsruf

 Segen konkretisiert das Wissen darum, dass der Segen Gottes auf der ganzen Schöpfung und insbesondere auf den Menschen ruht.

 

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ