Prälaten

Prälaten und Prälaturen

Die katholische Kirche ist eine hierarchische. Das heißt eigentlich „Heilige Herrschaft“. Die Hierarchie-Stufen sind farblich gekennzeichnet. In aufsteigender Linie wird es bunter, erkennbar an der Soutane. Das ist ein für den Priesterstand vorgegebener langer Rock. Man beginnt als einfacher Priester, ob Kaplan oder Pfarrer, mit Schwarz. Die nächste Stufe ist dann violett, das tragen die Monsignore, die Prälaten und die Bischöfe. Teilweise sind bei den Soutanen nur die Knopflöcher und die Säume farblich gefasst. Die Soutane der Kardinäle ist rot, bis dann die Farbskala beim einfachen Weiß des Papstes ankommt.

Monsignore, Prälat und Apostolischer Protonotar sind Ehrentitel des Vatikans.

Der apostolische Protonotar, es gibt in Rom sieben, hat Notarsaufgaben, nämlich die Sicherung von Dokumenten. Weiter führen die Protonotare das Protokoll beim Konklave, der Kardinalsversammlung, die den Papst wählt. Darüber hinaus verleiht der Vatikan den Titel als Ehrung für einen Priester. Das geschieht selten, häufiger ist der Ehrentitel Prälat. Dieser wird auch vom Vatikan verliehen, meist an Priester, die eine in der Öffentlichkeit herausgehobene Aufgabe haben, z.B. die Kirche gegenüber einer Landesregierung vertreten. Auch in einigen evangelischen Landeskirchen werden Leitungspersonen Prälaten genannt.

Der Prälat, das Wort kommt vom lateinischen „Vorstehen“, hat eine Leitungsaufgabe, deshalb werden Bischöfe, Äbte und Kardinäle auch insgesamt als Prälaten bezeichnet. Eine Prälatur ist ein kirchlicher Bezirk, vergleichbar einer Diözese, die noch im Aufbau zu einem Bistum ist.

Mit dem neuen kirchlichen Gesetzbuch (1983), das die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils umsetzt, insofern sie rechtliche Relevanz haben, wurde zu der bereits bestehenden Rechtsform der auf ein Territorium bezogenen Prälatur auch die sog. Personalprälatur eingeführt. Sie ist ein Zusammenschluss von Priestern, Diakonen, der auch Laien angehören können, die von einem Prälaten geleitet wird. Damit werden Seelsorgesaufgaben organisiert, die nicht an ein Territorium gebunden sind. Eine Personalprälatur ähnelt einem Orden, die Konstitutionen muss sie vom Vatikan genehmigen lassen. Es gibt bisher nur eine Personalprälatur, das Opus Dei, das „Werk Gottes“, im vollen Wortlaut: Priesterliche Gesellschaft vom Heiligen Kreuz und Opus Dei

Stellen die Prälaten und Prälaturen ein verzweigtes Geflecht dar, also etwas katholisch-unübersichtlich, wird es bei den Monsignori etwas einfacher.

Eigentlich ist Monsignore die Anrede: Mein Herr“, abgekürzt Msgr., im Italienischen Mons. Deshalb schreibt man im Brief nicht Herr Monsignore, sondern einfach Monsignore. Man kann also, wenn man sich geschliffen ausdrücken will, einen Prälaten so anreden. Als Titel ist der Monsignore der “Päpstliche Ehrenkaplan“.

 Die von Rom verliehnen Titel sind also aufsteigend:

- Päpstliche Ehrenkaplan, Monsignore
- Päpstlicher Ehrenprälat, Prälat
- Apostolischer Protonotar
- Kardinal-Diakon
- Kardinal-Priester
- Kardinal-Bischof

 

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ