PastoralreferentInnen

Bis in die sechziger Jahre studierten fast nur junge Männer katholische Theologie, die sich für den Berufsweg „Priester“ entschlossen hatten. Das hatte auch zur Folge, dass an Gymnasien und Berufsschulen, der heutigen Sekundarstufe II, fast nur Priester Religionsunterricht erteilten. Frauen hatten bis dahin nur die Möglichkeit, nach Absolvierung von Fach- und später Fachhochschulen in der Gemeinde als Seelsorgshelferin zu arbeiten. Diese wurden später ÞGemeindereferentinnen genannt. Mit dem Interesse an Theologie, welches das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) geweckt hatte, klopften mehr junge Leute bei den theologischen Fakultäten an. Zudem wurde Religion zum normalen Studienfach für den Lehrberuf. Zuerst öffneten sich die Fakultäten, die für die Ausbildung des Priesternachwuchses eingerichtet waren, dann wurden an den anderen Universitäten kleine Institute mit nur wenigen Professorenstellen gegründet, die die Ausbildung des Lehrernachwuchses übernahmen. Im Unterschied zu den akademisch ausgebildeten zukünftigen Studienräten, die jeweils noch ein zweites Fach studieren, machen die Pastoralreferenten kein Staatsexamen, sondern einen Diplom, gleich den zukünftigen Priestern. Wie bei zukünftige Lehrer, aber auch Priestern und GemeindereferentInnen folgt auf das Universitätsstudium eine praktische Ausbildung von meist zwei Jahren. Sie werden nicht durch eine Weihe wie Diakone und Priester in ihre Aufgabe eingesetzt, sondern sie erhalten wie die Religionslehrer eine Missio canonica, einen kirchlichen Sendungsauftrag.

Pastoralreferenten arbeiten, wie das Wort Pastoral besagt, in der Seelsorge. Sie werden auf überregionaler Ebene eingesetzt, so als Geschäftsführer von Dekanaten, für die Jugendarbeit, sie sind Krankenhausseelsorger und -seelsorgerinnen und geben auch Religionsunterricht, allerdings selten mit vollem Deputat. In einigen Diözesen werden sie wie die Gemeindereferentinnen für die Vorbereitung auf der Kinder und Jugendlichen auf Erstkommunion und Firmung eingesetzt.

Als Referenten sind sie kaum in leitender Stelle zu finden. Die Neuorganisation der katholischen Seelsorgsstrukturen, die durch stärkere Vernetzung und Zusammenlegung von Pfarreien zu größeren Einheiten führt, bringt auch für die Pastoralreferenten und -referentinnen größere Einsatzbereiche, die sie dann auch weitgehend selbständig verantworten.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ