Monstranz

In einem der Sonnenscheibe nachgebildeten Strahlenkranz mit Edlesteinen zeigt die Monstranz die Hostie. Monstranz kommt vom lateinischen monstrare, zeigen.

An Fronleichnam wird die Hostie in der Monstranz durch die Straßen getragen. Bei Andachten macht der Priester den Segensgestus mit der Monstranz. Beim vierzigstündigen Gebet steht die Monstranz über dem Tabernakel.

Die Monstranz zeigt den Gläubigen die Hostie zur Anbetung. Weil in der Hostie Christus gegenwärtig geglaubt wird, machen die Katholiken eine Kniebeuge vor der Monstranz und auch vor dem Tabernakel. Das ÞEwige Licht zeigt an, dass konsekrierte Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden.

Diese Verehrung des eucharistischen Brotes ist ein Erbe der Gotik. Um die Wende zum 12. Jahrhundert intensivierte sich nicht nur das religiöse Leben, neue Orden entstanden, viele Klöster wurden gebaut, es gab auch einen Wandel der Frömmigkeit. War die Romanik noch durch das Berühren geprägt, geht es in der Gotik um das Schauen. So wurden in der Romanik die Sarkophage mit den ÞReliquien der Heiligen berührt. In der Gotik stellte man die Reliquien in kostbar gestalteten Schreinen auf den Altar, heute noch im Kölner Dom zu sehen. Die Priester begannen, die Hostie nach den Wandlungsworten hoch zu heben, so dass jeder in der Kirche die Hostie und auch den Kelch mit dem konsekrierten Wein sehen konnten. Die Glocken werden noch heute kurz angeschlagen, die Messdiener bewegen die Schellen oder schlagen auf einen Gong.

Das Schauverlangen der Gotik wird in den großen Fensterflächen noch deutlicher. Aber im Zentrum steht bis heute das eucharistische Brot. Es wird an ÞFronleichnam durch die Straßen getragen, um die Häuser und die Felder zu segnen. Viermal wird der Segen in alle vier Himmelsrichtungen erteilt, indem der Priester die Monstranz in Form eines Kreuzzeichens bewegt.

 

 



Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ