Maria Himmelfahrt

Maria Himmelfahrt 15. August

Der 15. August als Marienfeiertag gewinnt in manchen Gegenden seinen Charme, weil er mit einem Erntebrauch, der Weihe von Kräutern verbunden ist. Mit dem 15. August hat sich eine Erntedankzeit, der Frauendreißiger verbunden. Zwischen dem 15. August und dem 15. September werden Früchte und Kräuter gesammelt und geweiht. Seit dem 10. Jahrhundert ist die Weihe von Kräutern im Anschluss an den Gottesdienst des Festes "Maria Himmelfahrt" ein Brauch. Die Kräuter werden zusammengebunden. Nach Gegenden verschieden muss der Bund bestimmte Kräuter enthalten. Die geweihten Kräuter sollen Krankheiten hei­len, werden bei Gewitter im Ofen verbrannt, in Viehfutter und Saatgut gemengt und auf Scheunen gesteckt. Durch die Kräuterweihe wurden vorchristliche Riten verdrängt.

Der Inhalt von Maria Himmelfahrt war besonders im Barock prägend. Das Altarbild und viele Deckengemälde barocker Kirche zeigen die Aufnahme Mariens in den Himmel. Sie wird emporgehoben und, von den drei göttlichen Personen erwartet, gekrönt. Nachdem der Tod die bestimmende Macht während des Dreißigjährigen Krieges war, zeigt der Barock die neue Welt der himmlischen Vollendung. War also der Barock die Antwort auf den Dreißigjährigen Krieg, so wurde der moderne Kirchbau von den Architekten des Bauhauses inspiriert.

Der 15. August ist allerdings wesentlich älter, er kommt von Jerusalem. Er war der Marienfeiertag der Jerusale­mer Kirche. Da von Maria kein Todestag bekannt ist, nahm man wie bei anderen Heiligen den Weihtag einer Kirche als Gedenktag. Der Todestag, nicht der Geburtstag eines Heiligen war seit jeher auch dessen Gedenktag. Im Osten wurde das Fest schon im 5. Jahrhundert gefeiert und war im byzantinischen Reich bald staatlicher Fei­ertag. In der westlichen Kirche wird das Fest seit dem 7. Jahrhundert gefeiert.

Der Glaube, dass Maria als ganzer Mensch die Endgültigkeit der Erlösung erlangt hat, dass ein Glied der Kirche bereits das Leben lebt, zu dem alle berufen sind, ist bereits im 5. Jahrhundert bezeugt. Maria ist wie Jesus gestorben, aber sie konnte nicht im Grab bleiben. Keine Stadt erhebt den Anspruch, die Reliquien Marias zu hüten. Papst Pius XII. hat am 1. November 1950 diesen Glauben feierlich mit folgenden Worten bestätigt:

„Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“

 

 

 

 

 

 

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ