Kaplan

Meist wird ein katholischer Geistlicher mit „Herr Pfarrer“ angeredet, in manchen Gegenden auch „Herr Pastor“. Pfarrer sind aber nur diejenigen ÞPriester, die eine Pfarrei leiten. Sie sind die Vorgesetzten für das ganze Kirchenpersonal. Wenn eine Pfarrei ein Krankenhaus hat, dann ist der Pfarrer der oberste Vorgesetzte auch des ganzen Krankenhauspersonals, dann der Erziehrinnen im pfarrlichen Kindergarten, der Küster und Organisten – und der Kapläne. Denn nach der Priesterweihe ist man erst einmal für einige Jahre Kaplan, meist für die Jugendarbeit verantwortlich, aber sonst auch wie der Pfarrer in den verschiedenen priesterlichen Aufgaben wie Messe feiern, Beichte hören, Krankensalbung spenden, Beerdigungen halten.

Der Kaplan ist ein Hilfspriester. Weil er im Vergleich zum Pfarrer weniger schwierige Entscheidungen treffen muss, gerät er meistens weniger in die Schusslinie und da er noch jünger ist, genießt er ein größeres Wohlwollen. Wegen des gerignen Priesternachwuches ist heute jede Pfarreiengemeinschaft froh, wenn sie einen Kaplan hat.

Kaplan ist eine ähnliche Phase wie die eines Assessors. Man hat die praktische Ausbildung im Seminar, sozusagen des Referendariat, abgeschlossne, aber ehe man Pfarrer werden kann, muss man einige Jahre als Kaplan tätig sein, in den meisten Bistümern an zwei Stellen. Während dieser Zeit gibt es verpflichtende Fortbildungen und dann das Pfarrexamen. Das bezieht sich vor allem auf die Verwaltungsaufgaben.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ