farbenfroh

Farben in der Liturgie Katholiken lieben das Bunte, am meisten in der Karnevalszeit, aber auch in den Kirchenräumen. Die Farben wechseln sogar während des Jahres. Im Vergleich dazu trägt der evangelische Pastor das Gewand des Universitätsdozenten Luther, die schwarze Robe. Die liturgischen Farben sind: Weiß für die Festtage und die Sonntage nach Weihnachten und nach Ostern sowie Gedenktage von Heiligen, die nicht Märtyrer sind. Rot ist die Farbe des Martyriums und von Pfingsten, weil nach dem Bericht der Apostelgeschichte Feuerzungen auf die um Maria versammelten Jünger herabgekommen sind. Violett ist die Farbe von Advent und Fastenzeit und bei Begräbnissen. Dort hat das Violett das düstere Schwarz abgelöst, weil das Begräbnis nicht so „schwarz“ zu sehen ist, denn die Kirche übergibt den Verstorbenen seiner himmlischen Existenz und bewahrt den Leichnam bis zum Tag der Auferstehung auf dem Friedhof. Grün ist die Farbe für die normalen Sonntage und für die Wochentagsgottesdienste, wenn nicht ein Heiliger gefeiert wird. Im Hintergrund steht die symbolische Bedeutung der Farben Weiß: Weiße Gewänder tragen die Heiligen im Himmel, das Gewand Jesu wird bei der Verklärung weiß. Das Weiß ist dem Papst vorbehalten. Weiß ist im Orient und früher auch am französischen Königshof Zeichen der Trauer. Rot Diese Farbe steht für Blut und damit Opfer. Es ist die Farbe der Märtyrer. Als Farbe des Blutes steht Rot für Leben. Da sie auch die Liebe symbolisiert, wird sie dem Apostel Johannes zugeordnet. Weil die Patrizier im alten Rom rote Kleidung trugen, ist diese Farbe heute den Kardinälen vorbehalten. Zugleich ist Rot die Farbe des Teufels und der im Hochmut gescheiterten Stadt Babylon. Violett Da diese Farbe aus Rot und Blau gemischt ist, steht sie für Besonnenheit und maßvolles Verhalten. Auf mittelalterlichen Gemälden trägt Christus bei seiner Passion ein violettes Gewand. Daher werden im Advent und in der Fastenzeit violette Messgewänder getragen. Violett ist Farbe des Bischofs in der katholischen Kirche. Grün Diese Farbe steht zwischen dem Rot der Hölle und dem Blau des Himmels. Sie symbolisiert Ausgleich, Beschaulichkeit und als Farbe des Frühlings neues Leben. Grün steht auch für das Paradies und bezeichnet die Hoffnung. Weil die Rettung des Menschen vom Kreuz ausging, malten mittelalterliche Künstler manchmal das Kreuz grün, um es als Baum des Lebens darzustellen. Grün mit Rot stellen aber auch den Teufel dar. Gelb An nicht wenigen Messgewändern und Chormänteln findet sich das Gold. Die Farbe des Sonnenlichtes, des Goldes und damit Sinnbild für den Himmel und die Ewigkeit. Gelb ist auch der Wein und damit dem Himmel zugeordnet. Das Gelb steht aber auch für Neid. Faktisch wird bei den liturgischen Gewändern kein Unterschied zwischen Gelb und Weiß gemacht. Wenn Weiß getragen wird, kann auch ein mehr in Gold gehaltenes Gewand getragen werden. Blau Das Blau kommt auch vor, und zwar sind die Gewänder Marias oft in Blau gehalten. Denn diese Farbe wird dem Himmel zugeordnet. Maria trägt einen blauen Mantel, weil sie in den Himmel aufgenommen wurde und als Himmelskönigin verehrt wird. Im Computerzeitalter ist Blau die am meisten gebrauchte Farbe. Auch das Wasser und der Diamant sind blau. Im Kampf gegen das Böse verbinden sich Weiß und Blau, meist oben im Bild, gegen Grün und Rot unten im Bild, so im Kampf Michaels oder Georgs gegen den Drachen. Schwarz Während Weiß die Farbe des Tages ist, steht Schwarz für Finsternis und ist damit Zeichen für Nacht, Vernichtung, Tod. Zugleich signalisiert Schwarz die Abkehr von allem Farbenfrohen und wird damit zur Farbe der Askese und Weltabgewandtheit. Die Benediktiner tragen ein schwarzes Ordensgewand, ebenso die Franziskaner Conventualen, weshalb sie „Schwarze Franziskaner“ genannt werden, im Unterschied zu den „Braunen Franziskanern“, die ein braune Kutte tragen. Braun Diese Farbe ist in Deutschland wegen der „Braunen Diktatur“ in Verruf gerraten. Ursprünglich steht sie für das Erdhafte und den Herbst. Bei den Römern wie auch in der christlichen Tradition steht Braun für Bescheidenheit und Demut. Daher tragen die Franziskaner eine braune Kutte. Grau Dass die Farbe aus Weiß und Schwarz gemischt ist, deutet auf die Auferstehung der Toten hin. Christus trägt beim Endgericht ein graues Gewand. Grau kann daher auch bei Begräbnisgottesdiensten getragen werden.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ