Ewiges Gebet

Das Gebet wird die Ewigkeit bestimmen. Als Erlöste sollen wir in der irdischen Existenz immer beten. âBetet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen;â schreibt Paulus an die Gemeinde in Ephesus (Kap. 6,18) Dieser Impuls konzentriert sich einmal im Stundegebet, das mehrmals am Tag zum Gebet aufruft. Dieses Gebet pflegen die kontemplativen Orden, indem sie sich im Chorgestühl versammeln und die Psalmen im Wechsel beten. Die Diakone und Priester sind ebenfalls zum Stundengebet verpflichtet Das Ewige Gebet greift diesen Gedanken auf und verbindet ihn mit der eucharistischen Frömmigkeit. Die konsekrierte Hostie wir in der Monstranz ausgesetzt. Da die Hostie als das Allerheiligste gilt, heiÃt es, vor dem âausgesetzten Allerheiligstenâ beten. âAusgesetztâ bedeutet, dass die Hostie nicht im Tabernakel aufbewahrt, sondern in der Monstranz auf den Tabernakel gestellt wird, damit Menschen vor der Monstranz beten. Das geschieht in sog. Anbetungsklöstern. In Steyl oder auf dem Mont Saint Odile im Elsass beten Tag und Nacht jeweils zwei Gläubige. Eine andere Form des Ewigen Gebets ist von Johann Philipp von Walderdorff, einem Trierer Erzbischof des Barock, (1701â1768) eingeführt worden. Es ist eine neue Form des Ewigen Gebets: Das Gebet wandert von Pfarrei und Klosterkirche durch das ganze Bistum, so dass immer in einer Kirche vor der Monstranz gebetet wird. An bestimmten Tagen, meist drei Tage, teilen sich Gruppierungen einer Gemeinde die Gebetszeiten. Es wird auch Messe gefeiert, zu den anderen Zeiten sind jeweils Menschen versammelt. Die Zeiten werden durch Gebete, Lieder wie durch stilles Beten gefüllt. Diese Praxis ist weitgehend zum Erliegen gekommen, jedoch wächst unter den jungen Menschen die Form der Anbetung vor âausgesetztem Allerheiligstenâ.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ