Erstkommunion

Erstkommunion Für die Kinder gibt es nicht nur einen Feiertag. Nikolaus als Patron der Kinder war früher das Geschenkfest für Kinder. In Holland ist es immer noch so, dass nicht das Christkind, sondern der Nikolaus die Geschenkte bringt. Zum Schenken waren früher nicht die Eltern, sondern die Paten verpflichtet. Letztere erhielten von den Eltern ein Gegengeschenk, und das an Neujahr. Das Neujährchen, die Neujahrsgabe für die Leute von der Müllabfuhr und die Briefträger haben hier ihre Wurzel. Der Nikolaustag wird heute durch Weihnachten übertroffen. Beide Feste kommen im Jahresrhythmus wieder, einmalig dagegen ist die Erstkommunion. Sie fand seit dem 19.Jahrhundert am WeiÃen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern statt, wird heute aber auch an anderen Sonntagen der Osterzeit oder an Christi Himmelfahrt gefeiert. Die Kinder empfangen nach längerer Vorbereitungszeit das eucharistische Brot, sie gehen zum âTisch des Herrnâ. Der konsekrierte Wein wird ihnen noch nicht gereicht, weil sie ja keinen Alkohol trinken sollen. Der Tag der Erstkommunion war früher der Sonntag nach Ostern. Man könnte nun meinen, dass dieser seinen Namen von den weiÃen Kleidchen der Mädchen erhielt, die zur Erstkommunion geführt wurden. Aber Der Name ist viel älter. Er entstand in der Urkirche und hat eigentlich mit der Taufe zu tun. Die erwachsenen Taufbewerber, Katechumenen genannt, wurden in der Osternacht getauft und erhielten, wie das auch heute noch zum Taufritus gehört, ein weiÃes Kleid. Dieses trugen sie während der Gottesdienste in der Osterwoche und legten es am WeiÃen Sonntag ab. Da die Erstkommunion voraussetzt, dass ein Kind getauft ist, erinnert das weiÃe Kleid der Mädchen an die Taufe. Da die Taufe schon den Säuglingen gespendet wird, tritt die Vorbereitung auf die Erstkommunion an die Stelle der Taufvorbereitung. Seit dem 16. Jahrhundert setzt sich der WeiÃe Sonntag als Tag der Erstkommunion durch. In der Urkirche wurde den erwachsenen Getauften direkt die Eucharistie gereicht. Heute sind die Kinder nach diesem Tag voll berechtigte Mitglieder der Gottesdienstgemeinde und können Messdiener werden. Es dürfte keine andere Institution geben, die Kindern so weitreichende Mitwirkungsrechte einräumt.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ