Diakon

Wer zum Priester geweiht wird, empfängt vorher die Diakonenweihe. So war es über Jahrhunderte in der katholischen Kirche. Es gab sogar noch unter dem Diakon die Weihestufe des Subdiakons. Aber es waren nur Durchgangsstadien, bis das II. Vatikanische Konzil den „ständigen“ Diakon wieder einführte. Es sind dann auch meist Männer, die verheiratet sind und schon in einem Beruf tätig waren. Sie sollen mindestens 35 Jahre alt sein. Viele bleiben in ihrem Beruf und übernehmen Aufgaben in der Liturgie und vor allem im sozialen Bereich. Auf das Diakonenamt bereiten sie ich in einer Gruppe vor, das Theologiestudium machen sie mit Fernkursmaterialien, die in der Gruppe durchgesprochen werden. Zunehmend sind Diakone auch in der Gemeindearbeit eingesetzt. Sie können die Taufe spenden, den Hochzeitsgottesdienst leiten, in dem ein Brautpaar sich gegenseitig das Ehesakrament spendet und sie können beerdigen. Die Eucharistie zu feiern und das Beichtsakrament zu spenden, ist den Priestern vorbehalten. In der Messe ist es die vornehmste Aufgabe des Diakons, das Evangelium vorzulesen. Ihr liturgisches Gewand ist die Dalmatik, ein Messgewand, an dem zwei Bänder parallel über beide Schultern laufen, während das Messgewand, das die Priester und Bischöfe tragen, ein Zierband in der Mitte haben. Zudem trägt der Diakon die Stola schräg über eine Schulter und nicht wie der Priester über beide Schultern. Die Stola ist aus einem Schulterumgang entstanden, hat sich auf einen Stoffstreifen verkleinert und ist Zeichen des kirchlichen Amtes. Diakone haben in den orthodoxen Kirchen eine viel größere Bedeutung als im Westen. Das war auch in der Kirche Roms der ersten Jahrhunderte so. Eine zeitlang wurden die Päpste aus dem Kreis der Diakone gewählt. Noch heute in den Kirchen des Ostens und früher auch in Rom fielen dem Diakon in der gesungenen Liturgie die großen Partien zu. Das bedeutete, dass die Gesangskunst ein ausschlaggebendes Kriterium für den Zugang zu diesem Amt wurde – nicht die wichtigste Qualifikation für das Papstamt. Deshalb wurde die Gepflogenheit aufgegeben, die Päpste aus dem Kreis der Diakone zu wählen. Diese Tradition zeigt allerdings, dass der Diakon ein eigenständiges Amt war. So ist es auch entstanden. In der Gründungsphase der Jerusalemer Gemeinde setzen die Apostel 7 Diakone für die Armenfürsorge ein. Klagen der aus dem griechischen Sprachraum kommenden Christen, ihre Armen würden nicht gleichberechtigt behandelt, führte dazu, dass die ersten 7 Diakone alle griechische Namen tragen. Sie werden wie Presbyter und Episkopen durch Handauflegung in ihr Amt eingesetzt. Allerdings beschränken sie sich nicht auf den karitativen Dienst, sondern predigen auch. Stephanus ist einer der ersten sieben Diakone, der wegen seines öffentlichen Eintretens für Christus gesteinigt wird. Er gilt als der erste Märtyrer. Über die Einsetzung von Diakonen und das Schicksal des Stephanus berichtet die Apostelgeschichte im 6. und 7. Kapitel. Die soziale Aufgabenstellung drückt sich in dem Namen Diakon aus, ein griechisches Wort, das Diener, Knecht bedeutet Diakone haben auf Grund ihres Auftrages auch mit Geld zu tun. Sie verwalteten nämlich die Kasse für die Armen und später auch die Liegenschaften eines Bistums. Im frühen Mittelalter verwaltete ein Erzdiakon eine Diözese, heute übt diese Funktion der Generalvikar aus. Leitungsaufgaben haben Diakone heute vor allem in Sozialeinrichtungen der Kirche.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ