Brevier

Ein längliches, einigermaßen dickes Buch gehört zur Ausstattung des Priesters und Diakons. Es vereinigt die Texte des Stundengebets (Stundengebet).

Brevier heißt eigentlich „Kurzausgabe, vom lateinischen brevis-kurz. Aber das „kurz“ betrifft nicht den Inhalt, sondern die kompakte Form des Buches, zu dem Diakone und Priester neben den Ordensleuten verpflichtet sind. Das Brevier kann man immer mitnehmen, das Stundengebet auch unterwegs beten und so das ständige Gebet der Kirche aufrecht erhalten.

Das Brevier wurde vom Konzil von Trient eingeführt, bis zur Liturgiereform, die das Zweite Vatikanische Konzil angestoßen hat, bestand es nur aus einem Band. Das neue Brevier ist reicher an biblischen Lesungen und hat drei Bände, einen für die Advents- und Weihnachtszeit, einen für die Fasten- und Osterzeit und einen dritten für die übrigen Wochen „im Jahreskreis“, also die Wochen zwischen Weihnachten und Fastenzeit und zwischen der Zeit nach Pfingsten bis zum Vorabend des 1. Advent.

Weil früher mit der Diakonenweihe sowohl das Versprechen der Ehelosigkeit abgelegt und die Verpflichtung zum Breviergebet übernommen wurde, nannte man das Brevier auch die „Braut des Priesters“. Damals war die Diakonenweihe nur Durchgang zur Priesterweihe. Das Zweite Vatikanische Konzil hat das Amt des Diakons wieder belebt. Da heute Diakone verheiratet sein können, ist der Spruch aus dem typischen katholischen Sprachschatz verschwunden.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ