Lifestyle

Wie funktioniert Lifestyle?

10 Soziale Milieus, die sich in der Republik unterscheiden lassen

Wenn wir in eine fremde Stadt, in ein andres Land reisen, sind die Bewohner erst einmal alle Hamburger oder Augsburger, Holländer oder Österreicher. Die Bewohner selbst wollen aber genausowenig wie wir selbst wie alle anderen sein. Es gibt immer eine Dynamik der Differenzierung. Diese definierte sich früher über die Schulbildung, den Beruf, ob verheiratet oder ledig, evangelisch oder katholisch. Die Konsumgesellschaft hat eine besondere Dynamik entwickelt, die die Verschiedenheit mit bestimmten Konsumgewohnheiten verknüpft. Die Produkte, Mode, Schmuck, Handy, Auto und vieles andere werden nicht mehr nur wegen ihres Gebrauchswertes gekauft, sondern um damit seinen Lebensstil zu verwirklichen. Im Unterschied zu früheren Generationen sind die Lebensstile nicht so tief verankert, denn der einzelne ist nicht mehr so in seinen Stand, in seine Klasse eingebunden. Er oder sie können ihr Milieu verlassen und in ein anderes hineingehen. Dabei geht es immer um eine Vorstellung vom Leben. Das Heidelberger Sinus-Institut verfolgt die Entwicklung sowie das Entstehen neuer sozio-kultureller Milieus.

Das Institut hat im Oktober 2010 die Landkarte bundesrepublikanischer Lebensstile neu vermessen. Es bleibt bei 10 Milieus, einige werden jedoch unterteilt. Das zeigt, dass die Charakteristika, mit denen ein Milieu Beschriebe wird, nicht mehr auf alle Bewohner dieser Milieus zutreffen. Die Gesellschaft differenziert sich weiter und damit werden die Milieus zahlenmäßig immer kleiner. Im Parteiensystem zeigt sich das an der Schwierigkeit der beiden Volkspartien, ihre Mitgliederzahl und vor allem ihre Wähler zu halten. Am deutlichsten wird die Differenzierung an der großen Zahl der Frauenzeitschriften im Vergleich zu den achtziger Jahren und der Vielzahl der Communitys im Internet.

Hedonisten

Konsumorientiertes Prekariat

Expeditive

Performer

Sozialökologische Postmaterielle

Bürgerliche Mitte

Adaptive Pragmatiker

Traditionsorientiert

Liberal-Intellektuelle

Konservativ-Etablierte

 

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Seelsorge auf andere Füße zu stellen. Die Kirche muss sich auch sprituell auf die verschiedenen Lebenswelten neu einstellen.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ