Bürgerliche Mitte

Neben den Traditionsorientierten reagiert dieser Menschentyp auf das Sozialsystem und die Angebote der Pfarrei am besten. Da sich die Bürgerliche Mitte in Vereinen, Kindergartenbeiräten und ebenso in kirchlichen Gremien engagiert, sind sie die tragende Gruppe der Pfarrei. Zudem sind sie familienorientiert und daher an dem Sozialisationssystem der Pfarrei über Krabbelgruppen, Kindergarten, Erstkommunionvorbereitung, Messdiener, Firmung, Ehesakrament bis hin zur Beerdigung  mit ihrem Lebensentwurf am nächsten. Diese Gruppe

Die Bewohner der Bürgerlichen Mitte sind häuslich, praktisch orientiert, gesellig und in ihrem sozialen Umfeld aktiv. Partnerschaft, Arbeit und materielle Absicherung sind für sie tragend.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes hat dazu geführt, dass es eine Gruppe gibt, die sich sozial und für das Alter abgesichert fühlen. Das Eigenheim ist abbezahlt, die Kinder gehen ihren Weg. Das sind im Moment  6% dieser Lebenswelt.

8% fühlen sich inzwischen durch sozialen Abstieg bedroht, bedingt vor allem durch die Unsicherheit des Arbeitsmarktes.

Die Bürgerliche Mitte entwickelt eine eigene Mentalität, einfach deshalb, weil alle anderen Lebenswelten in einem Abstand zur Mitte leben. Deshalb fühlen sich die Bewohner der Mitte als die Normalbürger. Sie müssen nicht darüber nachdenken, sondern sie erleben alle an anderen Milieus als abweichend von der Mitte. Ihr Selbstbewusstsein kommt daher weniger aus dem erreichten sozialen Status, sondern mehr aus dem Bewusstsein, dass so, wie sie leben, es richtig ist. Sie erwarten, dass andere sich ihnen anpassen.

Die Bürgerliche Mitte ist auf jeden Fall nicht die Gruppe, die Veränderungen anstrebt und diese durchsetzt.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ