Noviziat

Im Noviziat eines Ordens sind die Novizen und Novizinnen, das sind die, die sich für den Eintritt in die Ordensgemeinschaft entschieden haben. Der Weg in den Orden hat allerding schon früher angefangen, Gespräche, Exerzitien, Kloster auf Zeit und dann bei den meisten Gemeinschaften eine Zeit, die dem Noviziat vorausgeht, oft Postulat genannt. Das Noviziat ist dann schon verbindlicher, man trägt in vielen Orden bereits das typische Gewand. Man lebt im Kloster, jedoch in einer Art Vorhof, nimmt an den gemeinsamen Gebeten, den Mahlzeiten und anderen Veranstaltungen. Mache Gemeinschaften schließen ein weiteres Jahr an, in dem u.a. Praktika Platz haben. Für die Novizen ist der Novizenmeister, die Novizenmeisterin zuständig. Diese führen die Novizen in das Ordensleben ein, leiten sie für die Meditation und das gemeinsame Gebet an, erläutern die Ordensregeln und die Ordensgeschichte, um die Ausrichtung und Sendung des Ordens tiefer zu verstehen..
Zu dem normalen Leben gehören die Gebetszeiten der jeweiligen Gemeinschaft, Haus- und Küchendienste. Einige Zeiten am Tag sind der Lektüre gewidmet. Dann versammeln sich die Novizen meist täglich, um eine Einführung in eines der Themen des Ordenslebens zu erhalten. Regelmäßige Gespräche mit dem Novizenmeister, der Novizenmeisterin gehören ebenso in das Programm. Der Schwerpunkt des Noviziates liegt im Gebet, der Mediation, vor allem in der Einübung der für den Orden typischen Gebetsformen. Das Hineinfinden in dieses intensivere religiöse Leben wird von einem erfahrenen Ordensmitglied durch regelmäßige Gespräche begleitet. Diese Gespräche unterliegen wie die Beichtgespräche dem strikten Schweigegebot.

Oft sind Novizinnen z.B. an einem weißen Schleier, das ist das Tuch über dem Kopf erkennbar, während die Vollmitglieder einen grauen oder schwarzen Schleier tragen.

Das Kirchenrecht schreibt ein Jahr für das Noviziat vor. Manche Orden haben ein längeres Noviziat, so die Jesuiten 2 Jahre.

Das Noviziat dient auch der Klärung der Ordensberufung. Der Novize, die Novizin probieren das Leben im Kloster „am eigenen Leibe aus“, aber auch der Orden macht sich ein Bild, ob die Entscheidung derer, die Ordensmitglied werden wollen, tragfähig ist.

Kommen beide Seiten zu einer Zusage, endet das Noviziat mit den ersten Gelübden. Diese gelten für ein, drei Jahre, bei manchen Orden länger. Die Gelübde umfassen die evanglsichen Räte, Armut, Keuschheit und Gehrosam. Manche Orden kennen auch weitere Gelübde. Die endgültige Eingliederung in den Orden erfolgt durch die „Letzten“ Gelübde. Gelübde heißen in den älteren Orden Profess.

Eckhard Bieger S.J.

 

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ