Konvent

Konvent heißt, dass eine Gemeinschaft zusammenlebt. Das Wort kommt vom lateinischen convenire – zusammenkommen. Es ist der Lebensraum der Gemeinschaft, der für Außenstehende nicht einfach zugänglich ist. Ein Konvent kann Träger einer Schule, eines Heims, eines Krankenhauses sein. Es gibt auch Konvente, wo jeder einer Aufgabe nachgeht, die auch Reisen erforderlich machen. Das bringt viel besser zum Ausdruck, was mit dem Begriff „Ordensniederlassung“ nur formal gesagt wird: An einem Ort lebt eine Gemeinschaft zusammen, die einer größeren Ordensfamilie angehören, deren Regel ihrem Leben zugrunde legen. Gebet, Gottesdienst, gemeinsame Mahlzeiten, Gespräch, eine Bibliothek, ein Gemeinschaftsraum, in dem oft die Zeitungen liegen, und nicht zuletzt eine Kirche, eine Kapelle gehören zu Ausstattung. Ordensgemeinschaften können in eigenen Gebäuden leben. Meist ist mit dem Kloster der Aufgabenbereich verbunden, den sich eine Gemeinschaft gewählt hat, z.B. eine Schule oder ein Krankenhaus. Ordenshochschulen haben auch einen Wohntrakt, so wie die mittelalterlichen Universitätskollegien. So war z.B. die Sorbonne ein solches Kolleg, wo Dozenten und Studierende zusammen unter einem Dach lebten. Zu Benediktinerabteien gehören Werkstätten und eine Garten. Ordensleute können aber auch auf einer Etage zusammenleben. Auch dann haben sie in einem Zimmer eine Kapelle eingerichtet.

Unter den Franziskanern gibt es eine Richtung, die sich Konventualen nennen. Sie sind an ihrem schwarzen Ordenskleid erkennbar und nennen sich auch Minoriten.
Unter finanziellen Gesichtspunkten sind Konvente auch eine Wirtschaftseinheit, die selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommt. Die Landwirtschaft spielt bei Abteien noch eine Rolle, früher war sie, auch in der Mission, eine wichtige Quelle für den Unterhalt. Heute lebt die Gemeinschaft meist von den Gehältern, die die Mitglieder über die Schule, das Krankenhaus oder das Heim erhalten. Bistümer zahlen für Ordensleute im kirchlichen Dienst die entsprechenden Gehälter. Ordensniederlassungen sind auch auf Spenden angewiesen. Die können auch aus dem Geldstock kommen, in den Besucher Münzen für Kerzen einwerfen, die sie vor einem Heiligenbild anzünden.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ