Koinonia

„Koinonia“ ist das griechische Wort für „Gemeinschaft“ oder „Teilhabe“. Die erste Gemeinde in Jerusalem verstand sich als eine solche Koinonia: „Sie hielten fest … an der Gemeinschaft. .. Sie hatten alles gemeinsam.."
berichtet die Apostelgeschichte schon im 2. Kapitel. „Koinonia“ wurde auch als Gütergemeinschaft gelebt. Sie war eng mit der Eucharistie verbunden. Paulus schreibt im 1. Brief an die Korinther: „Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft, „Koinonia“  mit dem Blut Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft, „Koinonia“ mit dem Leib Christi?“ Hier könnte man Koinonia auch mit „Teilhabe“ übersetzen. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir uns zur „Gemeinschaft der Heiligen“. Der Ausdruck kann sowohl im Griechischen als auch im Lateinischen auch: „Gemeinschaft am Heiligen“ oder: „Teilhabe am Heiligen“, übersetzt werden,  also an der Eucharistie oder am Heiligen Geist.
„Koinonia“ ist auch der Name einer der zahlreichen evangelischen Kommunitäten. Sie entstand Anfang der 60er Jahre und hat heute Zentren in Hermannsburg, Heidelberg, Germerode und in Südafrika hat.

Jerusalemer Urgemeinde als Vorbild für Ordensgemeinschaften

Das Vorbild der Urkirche, die Koinonia der Jerusalemer Gemeinde, hat im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder anregend auf die christliche Gemeinschaftsbildung gewirkt. Hier ist vor allem der Hl. Pachom zu nennen. Er lebte um die Wende zum 300 Jahrhundert zu nennen, ein Mönchsvater aus Oberägypten, der im Unterschied zu den „Wüstenvätern“, die mehr oder weniger alleine lebten, Mönche in großen Konventen des gemeinsamen Lebens sammelte und somit zum ersten Ordensgründer wurde. Seine Gemeinschaft, die bei seinem Tod neun Männerklöster und zwei Frauenkonvente umfasste, nannte er „Koinonia“ und wies als Vorbild ausdrücklich auf „das Leben der Apostel“, d. h. die Jerusalemer Urgemeinde, hin. „Koinonia“ bedeutete für ihn gemeinsames Wohnen, gemeinsame Arbeit, gemeinsames Gebet, gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsame Tracht, eine allen gemeinsame Regel. Das klingt für uns heute nicht aufregend, weil wir das von den benediktinischen u.a. Klöstern gewohnt sind. Aber Pachom war der erste, der das gemeinsame Leben programmatisch gestaltete, er war somit ein Pionier des „koinobitischen oder zönobitischen“ Mönchtums, auf dem die Späteren, Basileios d. Gr., Augustinus, Benedikt v. Nursia aufbauen konnten. Augustinus hat sich auf das Vorbild der Jerusalemer Gemeinde berufen, und Benedikt hat nachweislich die Pachomiusregel für seine eigene Regel zugrunde gelegt.

 

Autor: Br. Franziskus Joest, Jesusbruderschaft