Weihnachten

Das Weihnachtsfest am 25. Dezember

Der Termin hängt mit der Wintersonnenwende zusammen, am 25. Dezember hat die Sonne ihren Tiefpunkt erreicht hat. Das heutige Weihnachtsfest entstand in Rom, weil dort am Tag der Wintersonnenwende das Fest des "sol invictus", des unbesiegten Sonnengottes, begangen wurde. Dieses Fest war erst 274 n. Chr. durch Kaiser Aurelian eingeführt worden. Der Kaiser ließ neben dem Mausoleum des Augustus einen Sonnentempel errichten. Das war der letzte Versuch, dem römischen Reich eine gemeinsame religiöse Grundlage zu geben, nachdem viele Kulte aus dem Osten sogar in der Hauptstadt des Reiches Fuß gefaßt hatten. Der Kaiser, der sich selbst als Gott verehren ließ, erhob den Sonnengott zum höchsten Gott und nannte diesen Gott "Herrscher des römischen Reiches". Das war für diesen Soldatenkaiser naheliegend, weil der Sonnengott besonders im Heer verehrt wurde.
Um die Christen gegen dieses Fest zu immunisieren, setze die Kirche dem heidnischen Sonnengott die "wahre Sonne" das "wahre Licht der Welt" entgegen. 336 ist das erste Jahr, in dem nachweislich am 25. Dezember in Rom Weihnachten gefeiert wurde, aus dem Jahr 354 ist eine Weihnachtspredigt des Papstes Liberius bekannt. Der 6. Januar als Weihnachtsfest im Osten des römischen Reiches ist sicher älter. Trotzdem wurde das römische Fest von Konstantinopel im Jahr 379 übernommen, das Konzil von Konstantinopel bestätigt 381 diesen Termin. Der 25. Dezember ist jedoch nicht nur als Überformung eines römischen Festes zu sehen. Ein wichtiges Motiv, die Geburt Jesu am Tag der Wintersonnenwende zu feiern, fanden die Christen in den eigenen Texten. Zwischen der Geburt Johannes d. Täufers und der Jesu liegen nach Lukas 1,26 6 Monate. Die Geburt des Täufers wird am Tag der Sommersonnenwende, dem 24. Juni gefeiert. Im Johannesevangelium wird folgendes Wort des Täufers über Jesus berichtet: "Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der ihm vorausgeht ... Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden." (Joh 3,28) Dieses Wort wurde auf die Sonne bezogen. Nach dem Fest des Täufers nimmt die Sonne ab, nach dem Fest der Geburt Christi nimmt die Sonne zu. Da die religiöse Vorstellungswelt der Antike sowie des ersten christlichen Jahrtausends kosmologisch geprägt war, hatte der Geburtstag Jesu am Tag der Wintersonnenwende auf jeden Fall eine große symbolische Aussagekraft, die sicher die Verbreitung des Weihnachtsfestes beschleunigte. Möglicherweise haben sich beide Tendenzen gegenseitig verstärkt. Dem Fest des Sonnengottes ein christliches Fest entgegenzusetzen, war wohl nur möglich, wenn die Berechnung des Geburtsdatums unter den Christen akzeptiert war. Die Geburt Jesu am Tag der Wintersonnenwende symbolisierte für die Menschen der damaligen Zeit, dass Gott mit diesem Kind das Leben neu entstehen ließ, ein Licht im Dunkeln entzündete.

Daß Weihnachten so spät entstand, hängt mit einer theologischen Problemstellung zusammen, die im 4. Jahrhundert die Christenheit spaltete. Waren die ersten christlichen Generationen noch ganz an der Auferstehung orientiert, mussten sie sich in der Auseinandersetzung mit dem strikten Monotheismus, den die griechische Kultur erreicht hatte, auseinandersetzen. Im sog. Mittelplatonismus war es für Intellektuelle unannehmbar, daß Gott nicht der strikt Eine sein sollte. Alles, was nicht der eine Gott ist, mußte geschaffen sein, damit auch der Sohn, der Mensch geworden ist. Der Priester Arius (260-336) fand viele Anhänger, die Jesus als "geschaffen" bekannten und damit ablehnten, ihn als Gottes Sohn zu verehren. Der Gegenspieler des Arius war der Bischof von Alexandrien, Athanasius. Das Konzil von Nicäa, das in dem gleichnamigen Vorort von Konstantinopel tagte, stellte fest, daß Christus "wahrhaftig Gott vom wahrhaftigen Gott ist." Er ist nicht geschaffen, "sondern gezeugt, wesensgleich mit dem Vater." Diese Formulierungen sind zentraler Bestandteil des Glaubensbekenntnisses, das jeden Sonntag gebetet wird. Der Sohn ist "Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott von wahrem Gott." Das Konzil war jedoch nicht der Endpunkt des Streites, der Arianismus blieb über mehrere Jahrzehnte die Überzeugung der Mehrheit der Christen. Das Weihnachtsfest hat daher von Anfang an nicht nur die Inkarnation des Sohnes, das Erscheinen der Zweiten Person der Gottheit im Fleisch, sondern auch die ewige Geburt des Sohnes aus dem Vater zum Thema. Das wird heute noch in einer der Präfation von Weihnachten deutlich:
         In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu danken
         durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn groß ist das Geheimnis
            seiner Geburt, heute ist er, der unsichtbare Gott, sichtbar als Mensch
         erschienen. Vor aller Zeit aus dir geboren, hat er sich den Gesetzen
         der Zeit unterworfen. In ihm ist alles neu geschaffen. Er heilt die
         Wunden der ganzen Schöpfung ...

Die meisten germanischen Stämme waren arianisch. Deshalb war es von großer Bedeutung, dass der fränkische König Chlodwig sich nach der Formel des Konzils von Nicäa taufen ließ - am 25. Dezember 498. Am Weihnachtsfest 800 wird Karl d.Gr. in Rom zum Kaiser gekrönt.
831 legt die Synode von Mainz den 25. Dezember als Weihnachtstermin fest.
Der eigentliche Ort für die Feier des Geheimnisses der Weihnacht ist jedoch nicht Rom, sondern Bethlehem, wo Kaiser Konstantin 325 über der Geburtsgrotte eine Kirche erbauen ließ.
Die vielen Motive, die mit Weihnachten verbunden werden, finden sich in drei Evangelien, die über die Herkunft und die Kindheit Jesu berichten. Während das älteste Evangelium, das Markusevangelium, mit dem öffentlichen Auftreten Jesu beginnt, haben die drei anderen einen "Vorspann".
Johannes hat einen Hymnus an den Anfang gesetzt. Der Hymnus identifiziert Jesus mit der Weisheit, die unter den Menschen ihr Zelt aufgeschlagen hat. Das Weisheitsmotiv wird noch radikalisiert - der Logos, das Wort, der Sohn Gottes, ist wesensgleich mit dem Vater. Der Leser des Johannesevangeliums weiß durch diese Einleitung, wer der Jesus ist, von dem berichtet wird. Das Evangelium arbeitet heraus, wie die Menschen, die "Welt", auf den fleischgewordenen Logos reagiert haben. Dieser Hymnus wird im Hochamt des Weihnachtstages als Evangelium gelesen. Er hat die Theologie der frühen Kirche in starkem Maß beeinflusst.
Matthäus und Lukas erzählen Geschichten, in denen sie die Bedeutung des Kindes aufzeigen. Die Menschen der damaligen Zeit haben sicher unmittelbarer als wir verstanden, was wir erst durch die Hilfe der Bibelwissenschaft entdecken, denn diese Erzählungen vermitteln wie Johannes eine theologische Sicht. Das ist auch dadurch erkennbar, dass sie sich oft wörtlich auf Texte der jüdischen Bibel, des Alten Testaments der Christen, beziehen. Bei der Entwicklung dieser Erzählungen, die die Evangelisten sicher schon vorfanden, war nicht ein historisches Interesse im heutigen Sinne leitend. Es geht in den Erzählungen nicht um die exakte Beschreibung der Ereignisse, vielmehr wird in Erzählungen mitgeteilt, was die Ereignisse bedeuten. Im Alten Testament fanden schriftgelehrte Christen viele Hinweise auf die Vorgänge, die sich beim Auftreten des Messias abspielen sollten. Das unterscheidet sich nicht so sehr von unserem Verstehen. Auch wir gehen in ähnlicher Weise mit den Erzählungen um. Wir sehen in der Geburt im Stall, in der Verfolgung des Kindes durch die Machthaber und darin, dass zuerst die einfachen Hirten das Kind gefunden haben, den Lebensweg und das Schicksal dieses Kindes vorgezeichnet. Auch wir entdecken in den verschiedenen Eigenarten der Erzählungen Aussagen über den göttlichen Ursprung des Kindes.


Weihnachtsgeschichte nach Lukas
Weihnachtsgeschichte nach Matthäus




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


Impressum