Valentinstag

Ringe kaufen, Karten schicken, Blumen schenken – Ende Januar, Anfang Februar machen die Auslagen vieler Geschäfte auf den 14. Februar aufmerksam, den Valentinstag. Dieser „Tag der Verliebten“ ist seit etwa drei Jahrzehnten auch in Deutschland nicht mehr aus dem Festkalender wegzudenken. Das war nicht immer so. Weit verbreitet ist die Meinung, der Valentinstag sei eine Erfindung der Blumenindustrie, um so in der Winterzeit einen allgemeinen Anlass fürs Blumenkaufen zu schaffen. Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig, denn schon der Dichter William Shakespeare kannte den Valentinstag. In seiner Tragödie „Hamlet“ lässt er in der fünften Szene des vierten Aufzugs Ophelia singen: „Auf morgen ist Sankt Valentins Tag. Wohl an der Zeit noch früh. Und ich, ´ne Maid am Fensterschlag will sein Eu´r Valentin. Er war bereit, tät an sein Kleid, tät auf die Kammertür, ließ ein die Maid, die als ´ne Maid, ging nimmer mehr herfür.“ Shakespeare spielt hier auf den in Großbritannien verbreiteten Brauch an, dass sich unverheiratete junge Männer und Mädchen gegenseitig als Valentin und Valentine ein ganzes Jahr lang in Freundschaft verbanden, und um das einander kund zu tun, schrieben sie sich sogenannte Valentinssbriefchen. Eine andere Überlieferung sagt, die ledigen Männer hätten Lose aus einem Topf ziehen müssen, auf dem der Name einer ebenfalls ledigen jungen Dame stand, mit der sie dann ein Jahr lang freundschaftlichen Umgang pflegen sollten. Aus diesen Verbindungen sollen später oft auch Ehen hervorgegangen sein. Grund für den Brauch dieser symbolischen „Hochzeit“ Liebender am Valentinstag ist das Gedicht „Parlament der Vögel“ des englischen Dichters Geoffey Chaucer (1340-1400), in dem er die mittelalterliche Vorstellung besingt, dass die Vögel am Valentinstag Hochzeit halten. Doch auch das ist nicht der Ursprung des Valentinstages.

 

Der Zusammenhang mit dem 2. Februar

Der Valentinstag geht zurück auf das Fest „Mariä Reinigung“, das auch Lichtmess heißt und, den jüdischen Reinheitsvorschriften folgend, am 14. Februar, vierzig Tage nach der Geburt Jesu, gefeiert wird. Bezugspunkt für dieses Datum des 14.2., an dem Jesus im Tempel dargebracht wurde (Lk 2,22-24), ist Epiphanie, Erscheinung des Herrn, Dreikönig. An diesem 14. Februar wurde die Zeit nach Epiphanie liturgisch mit dem Gesang „Schmücke dein Gemach, Zion, und empfange den König Christus“ beendet, also mit der Ankunft des Bräutigams. Als man das Weihnachtsfest vom 6. Januar auf den 25. Dezember verlegte, endete die Vierzigtagefrist am 2. Februar, doch die Vorstellung, dass der 14. Februar, der Tag des heiligen Valentin, etwas mit dem Thema der Ankunft des Bräutigams zu tun hatte, blieb erhalten. So konnten sich dann die diversen Bräuche rund ums Verliebtsein am „Vielliebchentag“, wie der Valentinstag auch genannt wird, durchsetzen. Dass man sich heute Blumen und Süßigkeiten an diesem Tag schenkt und Liebesbriefe schreibt, wurde in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg, 1950, eingeführt – durch die Fleuropkommission „Propaganda für die Blume“. Für den Valentinstag wurde viel Werbung gemacht, indem Paare als Valentin und Valentine Politiker mit Luftballonherzen und Blumen besuchten, um in die Zeitungen zu kommen. Heute ist der Valentinstag allgemein angenommen. Mit seinem Namensgeber aber hat er nur in zweiter Linie zu tun. Der hl. Valentin, Bischof von Terni, Schutzpatron der Epileptiker. Dass er das geworden ist, verdankt Valentin seinem Namen, der die Menschen früher an „fallen hin“ erinnert hat. Ein anderer Valentin war der Märtyrerbischof Valentin, der heimlich Liebespaare traute, denen eine offizielle Heirat durch den Staat verboten war, z.B. Sklaven. Deshalb soll er angezeigt worden sein. Es gab im Zusammenhang mit dem Festtermin in Rom den Brauch, der unseren Maibräuchen ähnelt. Junge, unverheiratete Männer konnten aus einer Zahl von Zetteln einen ziehen. Auf jedem der Zettel stand der Name einer jungen Unverheirateten. Die so durch Los zusammengespannten Paare zogen durch die Stadt.

 

Helmut Zimmermann




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


Impressum