Karfreitag

Wer eine Kirche betritt, wird ein Kreuz sehen, oft über dem Eingang des Chorraums aufgehängt. Das ist aber erst seit dem Mittelalter so. Viele Jahrhunderte lang hatten es die Christen nicht gewagt, Jesus als den Gekreuzigten darzustellen. Wer durch das Kreuz hingerichtet wurde, galt im römischen Reich als ein verachtenswerter Verbrecher. Wir haben uns an das Kreuz gewöhnt, wir spüren Mitleid und nicht Abscheu. Das war, als die Jünger Jesu sich an die Öffentlichkeit wagten, anders. Paulus schreibt, dass der Gekreuzigte „für die Juden ein empörendes Ärgernis und für Heiden eine Torheit“ darstellt. (1 Korinther 1,23)  Die frühe Kirche stellt Jesus als den Weltenherrscher oder als den Hirten dar. Erst im Mittelalter wird Jesus am Kreuz gezeigt. Der schmähliche Kreuzestod, zu dem kein römischer Bürger verurteilt werden konnte, wirft keine dunklen Schatten mehr auf Jesus, sondern das Kreuz ist durch Jesus geadelt.

 

Das Sterben des Messias

Jesus ist zu dem schmerzlichsten und schmählichsten Tod verurteilt worden, den die damalige Zeit kannte. Als Gekreuzigter war er nicht nur hingerichtet, er war zugleich geächtet. Seine Anhän­ger haben das nicht verkraftet. Sie hatten mit einer erfolgreichen Karriere ihres Meisters gerechnet. Nur einige, vor allem Frauen, harrten bei ihm aus und beerdigten verstohlen seinen Leichnam. Diese Vorgänge werden uns jedoch nicht in einer konstatierenden Nachrichtensprache überliefert, vielmehr sind in die Passionsberichte Deutungen des Leidens und Sterbens Jesu eingegangen. So umfaßt der Karfreitag zwei Aspekte:

  • Das Scheitern, die Erniedrigung eines Menschen
  • Die theologische Deutung dieses Leidens und Sterbens als Heil für die Menschen

 

Die Evangelisten stützen sich, das gilt vor allem für die drei ersten Evangelien, auf ei­nen schon zusammenhängenden Bericht, der offensichtlich in der christlichen Gemeinde überliefert wurde. Der Bericht beginnt damit, dass Jesus nicht mehr öffentlich auftritt und sich nach Cäsarea Philippi zurückzieht Er geht dann, wie viele Juden, zum Paschafest nach Jerusalem. Zwischen dem Einzug am Palmsonntag und der Gefangennahme wird von der Vertreibung der Händler aus dem Tempel, von Streitgesprächen mit den Juden, von der Tötungsabsicht der Gegner Jesu und der Absprache mit Judas berichtet. Die Gleichnisse vom unfruchtbaren Feigen­baum und den Weinbergpächtern beinhalten ein hartes Urteil über die Juden. Der Lauf des Unheils wird durch die Abendmahlfeier im Jüngerkreis unterbrochen, Die Feier jedoch wird durch die Anwesenheit des Verräters bereits überschattet.

Durch die Umwidmung des Paschamahles deutet Jesus selbst seinen Tod als Sühnopfer (s. Gründonnerstag). Nach dem Mahl geht Jesus mit den Jüngern in einen Garten und ringt im Gebet um den Willen Gottes. Darauf folgt die Gefangennahme.

Jesus wird von der jüdischen Obrigkeit verhört und von dieser an den Oberbefehlsha­ber der römischen Besatzungsmacht überwiesen. Die Verurteilung erfolgt in einem Hin und Her zwischen Pilatus und der jüdischen Obrigkeit, die wiederum die Menge zu steuern vermag. Pilatus bietet eine Amnestie an, die aber einem anderen Verhafteten, Barabbas, zugute kommt. Bevor Jesus zur Kreuzigung geführt wird, wird er gegeißelt und als Pseudokönig ver­höhnt. Dann wird er zur Hinrichtungsstätte geführt und gekreuzigt. Selbst hier verspot­ten ihn noch seine Gegner. Er stirbt und wird beigesetzt.

Diese Vorgänge werden durch Markus, den Verfassern des ältesten Evange­liums, eher nüchtern berichtet. Sie erscheinen sogar objektiv und distanziert dargestellt. Wenn auch der äußere Ab­lauf - Verhör durch die jüdische Obrigkeit, Prozeß vor dem römischen Statthalter, To­desurteil, Kreuzigung - historisch sein dürften, ist nur schwer auszumachen, aufgrund welcher Anklage Jesus tatsächlich verurteilt wurde.

Hier spielt das theologische Interesse der Evangelien sehr stark herein, die der Film „Die Passion Christi“ wieder neu gestellt hat. Denn es geht um die Frage, ob die Juden tatsächlich wußten, was sie taten, ob sie wußten, dass sie den von Gott gesandten Messias, den sie seit Jahrhunderten erwarteten, umgebracht hatten. Hier ist auf die Streitgespräche Jesu mit den Juden zurückzuverweisen. Im Gleichnis von den Weinbergspächtern (Mk 12,1-12; Mt 21,33-46; Lk 29,9-19) heißt es, dass die Pächter die Pacht nicht zahlen wollen, die Boten des Besitzers wegjagen und schließlich dessen Sohn umbringen. Auch das Johannesevangelium kennt unmittelbar vor der Passion Auseinandersetzun­gen Jesu mit den Schriftgelehrten, in denen diese den Anspruch Jesu bestreiten (Joh 12,31-35; 44-50). Die Ablehnung des Boten Gottes durch die Juden wird von den Evangelisten als ein Motiv für den Tod Jesu dargestellt.

Es wird auch von politischen Überlegungen der jüdischen Obrigkeit berichtet. Jesus könne Auslöser für eine Aufruhrbewegung sein, die von den Römern niedergeschlagen und mit härteren Unterdrückungsmaßnahmen beantwortet würde (Joh 11,45-53). Im Bericht vom Prozeß vor der römischen Instanz wird die jüdische Obrigkeit als treibende Kraft dargestellt, während Pilatus schwankt, ob er ein Urteil im Sinne der Ankläger fäl­len soll.

Die in den Evangelien, vor allem bei Matthäus und Johannes, herausgearbeitete Schuld der Juden an Tode Jesu hat eine historische Wirkung gehabt und ist in ver­schiedenen Epochen Motiv und Rechtfertigung des Judenhasses gewesen.

Die Anhänger Jesu waren durch den Prozeß und die Verurteilung nicht nur enttäuscht. In ihren Augen musste der, den sie als Messias erkannt hatten, von Gott verlassen worden sein. Wie sonst wäre es möglich gewesen, dass Heiden den Messias töten konnten. Von seinen Anhängern war nicht zu erwarten, dass sie aus diesem Sterben Hoffnung schöpfen würden. Gott mußte handeln, wenn dieser Tod nicht das Ende sein sollte.

 

Die Deutung des Todes Jesu durch Texte aus dem Alten Testament

Die Passionsberichte der Evangelien erklären das Schicksal Jesu letztlich nicht allein aus der Ablehnung der Juden. Sie sehen hinter dem Geschehen und dem Schul­digwerden der Menschen einen göttlichen Heilsplan, dessen Konturen sich bereits im Alten Testament zeigen. So wird in dem Bericht über den Prozeß, das Leiden und das Ster­ben Jesu die Deutung nicht zuletzt durch die Einbeziehung des Alten Testamentes gesucht. Dort fanden die Christen Aussagen, die den Sinn des Todes Jesu erschließen. Wie die Schuldfrage der Juden wird auch die Deutung des Leidens bereits vor dem Leidensweg Jesu angesprochen.

Das Gebet Jesu im Garten drückt aus, dass Jesus sein Leiden als Willen Gottes akzep­tiert.

Vater, alles ist dir möglich. Laß diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst (geschehe). (Mk 14,36)

In diesem Bericht ist nicht historisch exakt ein Gebet wiedergegeben. Vielmehr wird, wie häufig in der Bibel, ein Gebet formuliert, um die Rolle einer Person in der Heilsge­schichte zu beschreiben. Lukas erweitert die Aussage noch dadurch, dass Jesus Trost empfängt. Ein Engel stärkt ihn (Lk 22,43). Die Kraft Gottes ermöglichte Jesus, die To­desangst durchzustehen.

Dass der Leidensweg Jesu letztlich durch den Willen Gottes bestimmt ist, wird auch durch den Verweis auf die Heilige Schrift ausgedrückt. In den heiligen Schriften ist der Wille Gottes zu finden. Jesus weist bei seiner Gefangennahme darauf hin, dass die Schriften erfüllt werden müssen (Mk 14,49; Mt 26,54). Auch die Emmaus-Jünger wer­den auf das Alte Testament verwiesen:

Ihr Unverständigen, wie schwer fällt es euch, an all das zu glauben, was die Propheten geweissagt haben. Mußte der Messias nicht dies alles leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen (Lk 24,25-26).

Die Verweise auf das Alte Testament sind mehr oder weniger deutlich, so z.B. sehen die biblischen Autoren bei der Gefangennahme und der Flucht der Jünger wohl einen Hinweis auf Sacharja (13,7).

Ich will den Hirten schlagen, dass sich die Schafe zerstreuen.

Im Alten Testament findet die junge christliche Gemeinde beim Prophet Jesaja die Gestalt des „leidende Gerechten“, der gera­de deshalb verfolgt wird, weil er auf Gott vertraut, Gerechtigkeit fordert und sündenlos ist. Die Verspottung Jesu durch seine Gegner und sein hoheitsvolles Schweigen kenn­zeichnen ihn als leidenden Gerechten. Zwei Texte zeigen, dass die Gestalt Jesu als die des leidenden Gerechten gezeichnet ist.

 

Laßt uns dem Gerechten auflauern!

Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg.

Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und be-

schuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.

Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, und

nennt sich ein Kind des Herrn.

Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf,

schon sein Anblick ist uns lästig;

denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht,

und seine Wege sind grundverschieden.

Als falsche Münze gelten wir ihm;

von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat.

Das Ende der Gerechten preist er glücklich

und prahlt, Gott sei sein Vater.

Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind,

und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.

Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes,

dann nimmt sich dieser seiner an

und entreißt ihn der Hand seiner Gegner.

Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren,

um seine Sanftmut kennenzulernen

und seine Geduld zu erproben.

Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen;

er behauptet ja, es werde ihm Beistand zuteil.

So denken sie, aber sie irren sich;

denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind.

Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts,

sie hoffen auf keinen Lohn der Frömmigkeit

und erwarten keine Auszeichnung für untadlige Seelen. (Weish 2,12-22)

 

Der Gerechte, der von den Bösen verfolgt wird, bewahrt seinen Glauben an Gott, läßt sich nicht einschüchtern und wird von Gott errettet. Jesus erfüllt diese Vorstellung des leidenden Gerechten auf außerordentliche Weise. So zeichnen die Evangelien seinen Leidensweg.

Die Deutung des Leidens als Sühne ist bereits im Alten Testament vorgezeichnet, im sog. vierten Lied vom Gottesknecht:

Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben.

 

Viele haben sich über ihn entsetzt, denn er sah entstellt aus, nicht wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.

Denn wovon ihnen kein Mensch je erzählt hat, das sehen sie nun;

was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.

Wer hat geglaubt, was uns berichtet wurde?

Die Hand des Herrn - wer hat ihr Wirken erkannt?

Vor den Augen des Herrn wuchs er auf wie ein junger Sproß,

wie der Trieb einer Wurzel aus trockenem Boden.

Er hatte keine schöne und edle Gestalt, und niemand von uns blickte ihn an.

Er sah nicht so aus, dass er unser Gefallen erregte.

Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit der Krankheit vertraut.

Wie ein Mensch, vor dem man das Gesicht verhüllt,

war er bei uns verfemt und verachtet.

Aber er hat unsere Krankheiten getragen
und unsere Schmerzen auf sich genommen.

Wir meinten, er sei vom Unheil getroffen,

von Gott gebeugt und geschlagen.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen,

wegen unserer Sünden mißhandelt.

Weil die Strafe auf ihm lag, sind wir gerettet,

durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie die Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.

Doch der Herr warf all unsere Sünden auf ihn.

Er wurde geplagt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.

Wie ein Lamm, das man wegführt, um es zu schlachten,

und wie ein Schaf, das verstummt, wenn man es schert,

so tat auch er seinen Mund nicht auf.

Durch Haft und Gericht kam er ums Leben,
doch wen kümmerte sein Geschick?

Er wurde aus dem Land der Lebenden verstoßen

und wegen der Verbrechen seines Volkes getötet.
Bei den Gottlosen gab man ihm sein Grab,

bei den Verbrechern seine Ruhestätte,

obwohl er kein Unrecht getan hat,

und aus seinem Mund kein unwahres Wort kam.
Doch der Herr fand Gefallen an seinem mißhandelten (Knecht),

er rettete den, der sein Leben als Sühneopfer hingab.

Er wird lange leben und viele Nachkommen sehen.

Durch ihn setzt der Wille des Herrn sich durch.
Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er wieder das Licht

und wird erfüllt von Erkenntnis.

Mein Knecht ist gerecht, darum macht er viele gerecht;

er nimmt ihre Schuld auf sich.

Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen

und mit den Mächtigen teilt er die Beute;

denn er gab sein Leben hin und wurde zu den Verbrechern gerechnet.

Er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein. (Jesaia 52,13-53, 12)

 

Vgl. auch die anderen Gottesknechtlieder (Jesaia 42,1-9; 49,1-9; 50,4-9). Diese Jesajatexte haben die frühchristliche Predigt beeinflußt, vgl. u.a. Apostelgeschichte 8,32-33 und die Theologie des Paulus in Römerbrief 3,25-25; Galaterbrief 2,19-20; 2. Korintherbrief 5,14.

In seinem Leidensweg erweist sich Jesus nicht nur als der Gerechte. Die Evangelien sehen im Geschick Jesu Gottes Handeln. So wie Jesus seinen Weg gegangen ist, so handelt Gott. Markus führt den Hörer zu dieser Einsicht. Jesus wird nicht durch Macht­taten, durch den Erweis von Überlegenheit als Sohn Gottes erkannt, sondern in seinem Tod:

Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn. (Mk 15,39)

Die anderen Evangelien schildern die Passion nicht so karg und düster wie Markus, sie arbeiten stärker Züge heraus, die Jesus als Messias und Sohn Gottes erkennen lassen. Das gilt vor allem für Johannes. Die Christen sehen den Weg Jesu als maßgebend für das eigene Leben.

 

  • Die Überwindung des Leidens erfolgt nicht nur im Protest und der Ver­nichtung der Gegner. Das Leiden wird von Jesus angenommen und getragen. Gegen die Verursacher des Leides wird keine Gewalt ange­wandt.
  • Das Leiden wird, anders als z.B. im Buddhismus, nicht als Existential des Menschen gesehen, mit dem er fertig werden muß. Das Leiden Je­su ist durch Menschen verursacht.
  • Die Annahme des Leidens hat nicht vorrangig das Ziel, die Belastung psychisch zu verarbeiten. Das Leiden wird als Gottes Wille akzeptiert.
  • Gott ist mit dem Leidenden. Er läßt den Gerechten nicht im Stich. Er befreit ihn und schenkt ihm ein neues Leben, nachdem die Feinde des Gerechten diesem das Leben verwehrt hatten.
  • Das Leiden des Gerechten hat Folgen für andere. Es wirkt heilend und befreiend.

 

 

Entwicklung des Karfreitags

Der Gedächtnistag des Leidens und Sterbens Jesu war ein Tag der Trauer und, um das Mitleiden auszudrücken, ein Tag des Fastens. Dieses Fasten ist schon im 2. Jahrhundert bezeugt. Von daher kommt auch der Brauch, an jedem Freitag zu fasten und damit des Leidens Jesu zu gedenken.

Anfangs wurde dieser Tag wohl ohne einen Gottesdienst begangen. In Jerusalem entstand die Verehrung des Kreuzes, das 320 von der Kaiserin Helena wiedergefunden worden war. Im Westen entwickelte sich ein Gottesdienst mit Lesungen und Gebeten; die Verehrung des Kreuzes wurde schon früh an Orten gepflegt, die eine Reliquie des Kreuzes erhalten hatten.

Bis heute wird am Karfreitag keine Messe zelebriert. Erst seit dem 7. Jahrhundert wurde eine Kommunionfeier an den Gebetsgottesdienst angeschlossen. Die Hostien werden bereits in der Gründonnerstagsmesse konsekriert. Der Zeitpunkt des Karfreitagsgottesdienstes liegt seit dem Mittelalter am Nachmittag. Die Todesstunde Jesu ist nach den Berichten der Evangelien 15 Uhr.

Evangelische Christen sehen nicht anders als katholische zwischen Karfreitag und Ostern einen unauflösbaren Zusammenhang. Das eine ist die Antwort auf das andere. Gleichwohl ist bei den Evangelischen die herausgehobene Bedeutung des Karfreitags in Frömmigkeit und Tradition unverkennbar. In vielen evangelischen Gemeinden ist es üblich, die vorangegangenen Passionsandachten mit einem Gottesdienst zur Todesstunde Jesu am Nachmittag des Karfreitags zu beenden. Die liturgische Farbe ist nach den entsprechenden gottesdienstlichen Ordnungen schwarz. In manchen Gemeinden ist der Altar schwarz verhängt.

Der Karfreitagsgottesdienst hat in der katholischen Kirche eine eigenständige Liturgie, die ihn von anderen Gottesdiensten unterscheidet. Drei Teile bilden die Feier.

 

1. Wortgottesdienst

Im Mittelpunkt steht die Passion nach Johannes, der zwei Lesungen vorausgehen. Dieser Wortgottesdienst wird mit den "Großen Fürbitten" abgeschlossen, die ein hohes Alter haben.

2. Kreuzverehrung

Das seit dem 5. Fastensonntag vielerorts durch ein Tuch verhüllte Kreuz wird enthüllt. Dabei wird leitmotivisch der Vers gesungen: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt". Priester, Meßdiener und auch die Gläubigen nähern sich mit drei Kniebeugen dem Kreuz und küssen oder verehren es auf andere Weise.

3. Kommunionfeier

Es werden dann die bereits am Gründonnerstag konsekrierten Hostien vom Tabernakel zum Altar gebracht. Darauf folgt dann nur die Kommunionausteilung.

Nach dem Gottesdienst wird der Altar wieder abgeräumt.

 

Passionsspiele und Passionsmusik

Die Darstellung des Leidens Christi in Schauspielen geht auf das Mittelalter zurück. Heute wird die Passion gesungen, oft die von J.S. Bach vertonten.

 

Die zwei Seiten des Karfreitags

Der Karfreitag ist ein strenger Fasttag als Ausdruck des Mitleidens mit Jesus. Im Empfinden der Gläubigen dürfte der Karfreitag ganz von Trauer und Mitleiden geprägt sein. Die Liturgie selbst hat auch andere Aspekte: den Sieg über den Tod, das Heil, das Jesus den Menschen gebracht hat, und damit auch österliche Inhalte.

 

Brauchtum

Einiges Brauchtum leitet sich vom Trauercharakter des Tages ab. Der Tag darf nicht durch Tanzen entweiht werden. Der Schmied darf weder Hammer noch Nägel gebrauchen, weil sie Leidenswerkzeuge Christi waren. Man soll am Karfreitag weder ein Tier töten noch ein Tier schlagen.

Neben Fruchtbarkeits- und Heilungsriten spielt das Wasser eine Rolle. Es gilt an diesem Tag als besonders heilwirkend. Hier wird verschiedenes Frühjahrsbrauchtum wirksam.




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


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