Himelskreislauf-Zodiakus

Die christliche Liturgie verbindet Himmel und Erde und dekliniert sie im Kirchenjahr inhaltlich durch. Dieser Zusammenhang ist das Himmelgewölbe, in dem der Mensch seinen Platz finden will. Erst wenn der Mensch sich in das Ganze einordnet, findet er den Sinn für sein Leben, kann er die Welt insgesamt verstehen und weiß, „was die Stunde geschlagen hat“. Denn im Alltag ist der Mensch einem ständigen Wechsel ausgesetzt. Die Sonne steht nicht still am Himmel, sondern verschwindet am Abend. Die Jahreszeiten und damit das Wetter ändern sich, in der Natur gibt es Wachstum und Vergehen. Auch das eigene Leben besteht aus einem Auf und Ab. Wo kann der Mensch in diesem ständigen Wandel sein Leben verankern und eine Richtung finden, die er auch dann im Auge behalten kann, wenn sein Leben, wie im Labyrinth dargestellt, auf verschlungenen Wegen verläuft? Die Erde, auf der sich der Mensch vorfindet, gibt ihm diese Sicherheit nicht. Hier ist er Dunkelheit und Stürmen ausgesetzt, die Sonne verschwindet am Himmel, sie taucht hinter dem Horizont unter. Kommt sie nicht wieder, ist der Mensch verloren. Da die Sonne Helligkeit bedeutet und nur im Sonnenlicht Leben gedeiht, ist die Beobachtung des Himmels dem Menschen aufgegeben, zumal er nur so die Tage in Stunden unterteilen, die Monate bestimmen und den Jahreswechsel beobachten kann. Allerdings bewegt sich alles am Himmel, die Planeten aus der Sicht des Erdbewohners sogar zeitweise rückwärts. Sie „irren“ am Himmel umher. (Planeten kommt vom dem griechischen „planetes“, die Umherschweifenden.) Es gibt nur einen festen Punkt, nämlich der Polarstern, auf den die Erdachse ausgerichtet ist. Er wird in der frei stehenden Säule bzw. dem Stab der Sonnenuhr symbolisiert. Der Stab oder Obelisk ermöglicht es dem Beobachter, den Lauf der Sonne im Jahreskreislauf zu verfolgen. Da die Sonne sich durch den Tierkreis bewegt, sind die 12 Tierkreise den 12 Monaten in etwa zugeordnet. Der Umlauf der Sonne durch den Tierkreis bestimmt die Dauer des Jahres. Im Tierkreis gibt es zwei entscheidende Punkte, nämlich wenn der in den Himmel ausgedehnte Äquator und der Tierkreis sich schneiden. Das sind die beiden Daten der Tag- und Nacht-Gleiche am 21. März und 23. September. Für die Nordhalbkugel ist der Märztermin wichtig, weil dieser Tag den Frühlingsanfang bezeichnet. Die Sonne kommt zurück. Das geschieht im Sternzeichen des Widders. Von daher hat der Widder in den antiken Kulturen große Bedeutung, bei den Ägyptern formt ein widerköpfiger Gott den Menschen und gibt ihm sein Ka, sein Leben. Die Juden feiern am ersten Frühlingsvollmond das Passahfest, bei dem ein einjähriges Lamm verzehrt wird. Die Christen begehen am Sonntag nach dem 1. Frühlingsvollmond Ostern Bei ihnen ist der menschgewordene Sohn Gottes an die Stelle des Lammes getreten. Das griechische Χ bildet diesen Tag, den Beginn des Lebens überhaupt und des jährlichen Neuanfangs ab, nämlich den Winkel zwischen dem Himmeläquator und dem Tierkreis, Zodiakus, genannt.
Indem der Mensch sein Leben in den Jahreskreislauf einordnet, gewinnt er seinen Stand auf der Erde. Symbole wie das Lamm in seiner Ableitung vom Sternbild des Widders oder das Χ verweisen auf diese Hinordnung in den himmlischen Kreislauf. Die Kirchen sind so gebaut, dass sie diesen Himmel abbilden. Zuerst die Aspis, dann die Einwölbung des Kirchenschiffs symbolisieren den Himmel. Das erklärt die Bedeutung der Zahl Acht der romanischen Kuppeln wie auch in den achteckigen Taufbecken wiederfindet. Acht steht für den Tag nach der Vollendung der Schöpfung, die durch die Zahl Sieben repräsentiert wird. Am Achten Tag beginnt die himmlische Schöpfung, in der nach der Geheimen Offenbarung des Johannes das Lamm die Herrschaft übernimmt.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ


Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


Impressum