Gründonnerstag

Kirchen sind in der Regel so gebaut, dass die Linien auf den Altar zulaufen. An diesem Altar wird das Mahl gefeiert, zu dem Jesus seine Jünger in Jerusalem versammelt hatte. In vielen Kirchen findet sich eine Darstellung des Abendmahls. Wie wir es von dem berühmten Fresko Leonardo da Vincis kennen, sitzt Jesu in der Mitte und teilt das Brot und den Weinbecher an die 12 Apostel aus. Er hat dieses Mahl mit einem Auftrag an seine Jünger verbunden: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Das geschieht in der Messe oder im Abendmahlsgottesdienst. Der Priester, d.h. der Vorsteher der Gemeinde, oder Pastor, der Hirte der Gemeinde, spricht über Brot und Wein die Worte, die Jesus bei seinem letzten Mahl mit den Jüngern gesagt hat und teilt dann das Brot, das Jesus als seinen Leib, und den Wein, den er als sein Blut bezeichnet hatte, an die Menschen aus.

Dieses Gedächtnismahl hat Jesus mit einer zeitlichen Perspektive verknüpft, die für die Feier der Messe bzw. des Abendmahls bis heute gültig ist: Im Matthäusevangelium heißt es: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters (Kap. 26, 28f). Mit dem Mahl wird ein neuer Bund gestiftet, es bewirkt die Vergebung der Sünden und wird so lange gefeiert, bis die Welt vollendet ist. Diese Vollendung wird wieder ein Mahl sein, das Jesus mit den Seinen feiert. Das ist eine Erklärung dafür, dass die Christen bis heute diese Mahlpraxis fortführen, denn die Vollendung der Welt mit dem dann endgültigen Mahl ist noch nicht eingetreten.

 

Die Bedeutung des Namens „Gründonnerstag“

Die Herkunft des Namens ist nicht völlig geklärt. Er leitet sich möglicherweise von dem mittelhochdeutschen Wort ab, das in den Worten "greinen" oder "grienen" noch fortlebt. Es würde sich dann auf die Wiedereingliederung der Büßer beziehen, die als "Weinende" gesehen wurden. Ihre Entlassung aus dem Büßerstand führte auch zur Bezeichnung "Antlaßtag". Möglicherweise kommt Gründonnerstag auch tatsächlich von Grün, weil im Mittelalter an diesem Tag grüne Meßgewänder getragen wurden.

Der Gründonnerstag gehörte anfänglich nicht zu dem dreitägigen Festkreis (österliches Triduum), der sich von der Auferstehung am "Dritten Tag" ableitet. Dieser Dritte Tag wurde vom Todestag Jesu her gezählt. Zwar gab es schon im 4. Jahrhundert einen Gedächtnisgottes­dienst der Abendmahlfeier, die Jesus mit den Jüngern hielt. Erst im Mittelalter wurde der Gründonnerstag zum Kernbereich der österlichen Tage hinzugerechnet und es entwickelte sich der Begriff des Triduum Sacrum (heilige drei Tage), das mit der abend­lichen Messe am Gründonnerstag beginnt.

Der Gründonnerstag hat für das kirchliche Leben eine große Bedeutung, denn mit dem Gedächtnismahl hat Jesus an die jüdische Tradition des Paschamahles angeknüpft, dem Mahl jedoch eine neue Bedeutung gegeben. Er hat einen neuen Bund gestiftet. In der Nacht des Gründonnerstags wird Jesus festgenommen und von der obersten jüdischen Instanz verhört. Der Gründonnerstagabend hängt unmittelbar mit dem höchsten jüdischen Fest zusammen, an dem die Juden der Befreiung aus der Sklaverei gedenken, in die sie in Ägypten geraten waren. Jesus feiert mit den ausgewählten Jüngern, den 12 Aposteln, die stellvertretend für die 12 Stämme des Volkes Israel stehen, das jüdische Paschafest, so wie es wohl viele Pilgergruppen damals in Jerusalem getan haben. Das jüdische Paschafest hat zwei Wurzeln:

 

  • Es geht einmal auf den Brauch der Nomadenstämme zurück, im Früh­ling ein junges männliches Tier der Herde zu opfern und sein Blut an das Zeltgestänge zu streichen. Damit sollten die bösen Geister abge­wehrt werden.
  • Die andere Wurzel ist ein bäuerliches Fest, bei dem die erste Gersten-Garbe geopfert und sieben Tage nur ungesäuertes Brot gegessen wurde. Daher kommt auch der im Evangelium genannte Name "Fest der ungesäuerten Brote".

 

Diese im Jahresrhythmus wurzelnden Feste schmolzen zusammen und erhielten einen historischen Inhalt: Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. An diesem Fest sollte der Hausvater die Geschichte vom Auszug aus Ägypten erzählen. So heißt es im Buch Deuteronomium (Kap.16, Verse1, 6 und 8).

 

Achte auf den Monat Abib und feiere Jahwe, deinem Gott, das Paschafest, denn im Monat Abib hat der Herr,

dein Gott, dich nachts aus Ägypten geführt ...

du sollst das Paschatier schlachten am Abend bei Sonnenuntergang, zu der Stunde, in der du aus Ägypten gezogen bist ...

Sechs Tage sollst du ungesäuertes Brot essen,

am siebten Tag ist eine Festversammlung für den Herrn, deinen Gott, da sollst du keine Arbeit tun.

 

Im Buch Exodus (13,8) heißt es:

An diesem Tag erzähl deinem Sohn: Das geschieht für das, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten auszog.

 

Zur Zeit Jesu hatte das Mahl folgenden Ablauf:

 

  • Segenssprüche über den ersten Becher Wein
  • Auftragen der ungesäuerten Brote und der Kräuter
  • Auftragen des Paschalammes
  • Erzählung der Auszugsgeschichte
  • 1. Teil des großen Hallel   (Ps 113, 114, 1-8)
  • Zweiter Becher
  • Verzehren des Paschalammes mit bitteren Kräutern und ungesäuertem Brot
  • Dritter Becher mit einer Danksagung über das Mahl
  • Vierter Becher mit dem zweiten Teil des Hallel   (Ps 115 - 118)

 

Jesus hat Teile dieses rituellen Mahles, jedoch nicht den zentralen, den Verzehr des Lammes, aufgegriffen und mit einem neuen Sinn versehen. Dabei hat er eine Handlung - Darreichung des Brotes und des (vierten) Bechers mit Deute-Worten verbunden. In der christlichen Fortführung des Mahles wird Jesus selbst als das Lamm gesehen, das am Kreuz geopfert wurde. Der 1. Korintherbrief und die drei synoptischen Evangelien berichten von dem Mahl mit etwas unter­schiedlichem Wortlaut. Der älteste Text ist der, den Paulus im 1. Korintherbrief zitiert:

Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leben für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach:

Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, so oft ihr dar­aus trinkt, zu meinem Gedächtnis   (1 Kor 11,23-25)

Jesus hat nicht ein Gedächtnismahl neu gestiftet, sondern ein kultisches Gedächtnis­mahl umgewidmet. Dabei konnte er an verschiedenen religiösen Inhalten des Pascha­mahles anknüpfen. Die Theologie zur Zeit Jesu bezieht das Paschamahl auf vier Nächte mit Offenbarungen Jahwes, eine Symbolik, die in der Osternachtsliturgie wieder aufgegriffen wird:

 

  • Nacht der Schöpfung, in der die Welt noch dunkel war
  • Offenbarung an Abraham, Verheißung des Isaak
  • In der dritten Nacht erschlug Jahwe die Erstgeburt Ägyptens, verschonte aber die der Israeliten
  • In der vierten Nacht wird die Welt an ihr Ende gelangen, die Bande der Gottlosigkeit werden zerstört werden ... und der neue Messiaskönig wird kommen

 

Jesus war mit dem Anspruch aufgetreten, eine neue Heilszeit einzuleiten, er kündigte das nahe Hereinbrechen des Reiches Gottes an. Damit ist die messianische Zeit, auf die das Paschamahl ausgreift, bereits angebrochen. Es wird ein "Neuer Bund" zwischen Gott und seinem Volk gestiftet. Im Korintherbrief heißt es (11,24), ebenso bei Lukas (22,20):

 

          "Dieser Becher ist der Neue Bund in meinem Blut."

 

Wie der Alte Bund so ist auch der Neue Bund eine Initiative Gottes. Gott ermöglicht überhaupt die Existenz seines Volkes, indem er Abraham eine große Nachkommen­schaft verheißt, indem er später sein Volk aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit, es in das "gelobte Land" führt. Dieser Heilstaten Gottes gedachte man beim Paschafest. Jesus hat das Brot in gleicher Weise wie ein jüdischer Hausvater gebrochen und an die Anwesenden verteilt. In der Gabe des Brotes sah schon der Jude ein Heilszeichen. Jesus nennt das Brot seinen Leib. Mit Leib ist das ganze Wesen des Menschen ge­meint. Seinen Leib hingeben, heißt dasselbe wie seine Seele hingeben, d.h. "sich selbst". Im Judentum wird diese Terminologie auf den Märtyrertod angewandt.

Den Becher mit Wein identifiziert Jesus mit seinem Blut. Darin drückt sich noch einmal die Hingabe Jesu, sein Sterben aus. Das Blut wird "für viele" (so bei Matthäus und Mar­kus) bzw. "für euch", so bei Lukas, vergossen. Der Neue Bund wird durch Jesu Le­benshingabe gestiftet.

Die Christen haben dieses Mahl weitergeführt. Jesus hat es als Abschiedsmahl ver­standen. Worte wie "ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, da ich neu davon trinke im Reich Gottes" (Mk 14,25, ähnlich auch bei Matt­häus und Lukas) deuten daraufhin. Zugleich wird vom Auftrag Jesu gesprochen, das­ Mahl in seinem Gedächtnis zu feiern. Die Abschiedsreden des Johannesevangeliums (Joh 14-16) führen diesen Aspekt des Mahles mit den Jüngern weiter aus. Drei Gesichtspunkte, die bis heute das Verständnis dieses Gedächtnismahles prägen, sind bereits im damaligen Verständnis des Mahles, das die jüdische Theologie ausgearbei­tet hatte, grundgelegt:

 

  • Die Aktualisierung des Heilsereignisses
  • Die Realpräsenz Jesu in Brot und Wein
  • Die Gewißheit des kommenden Heils

 

Schon für die Teilnehmer des jüdischen Mahles galt, daß der Bund eine bleibende Realität ist. Gott hat jeden Israeliten, nicht nur deren Vorfahren, befreit. Gleiches sagen die Christen von Jesus. Nicht nur den Jüngern ist in Brot und Wein die Lebenshingabe Jesu zuteil geworden, sondern allen, die in seine Jüngerschaft aufgenommen werden.

 

Die Realpräsenz

Die Gegenwart Jesu im Gedächtnismahl, seine Gegenwart in Brot und Wein haben im­mer wieder eine theologische Deutung herausgefordert. Der Glaube an die Gegenwart Jesu in den Gestalten von Brot und Wein hat in der katholischen Kirche eine besondere Ausprägung gefunden. Das konsekrierte Brot wird aufbewahrt und angebetet. Wie ist diese Gegenwart zu verstehen? Entsprechend den anthropologischen Vorstellungen des jeweiligen Zeitalters wurde diese Gegenwart unterschiedlich gedeutet.

 

  • Als Gegenwart des konkreten Leibes und Blutes des irdischen Jesus (frühes Mittelalter).
  • Als substantielle Gegenwart. Die Substanz des Brotes und des Weines sind Leib und Blut Jesu, das Erscheinungsbild bleibt Brot und Wein. Diese Vorstellung der Transsubstantiation ist auf dem Hintergrund der aristoteli­schen Philosophie entwickelt worden (Hochmittelalter).
  • Als Gegenwart im Symbol, vergleichbar der bleibenden Treue eines Men­schen, die sich in einem Ring ausdrückt. Diese symbolische Gegenwart wird als real, nicht nur als hinweisend verstanden. Sie macht besser als die vorherigen Theorien deutlich, dass es nicht nur um eine faktische Identität von Brot und Leib, von Wein und Blut geht, sondern dass erst durch die Hingabe Jesu Brot und Wein ihn gegenwärtig setzen, daß der Stiftungswille Jesu die Realität der Zeichen bestimmt (Neuere Theologie).

 

Das Mahl bezieht sich als Gedächtnismahl nicht nur auf die Vergangenheit, es ist auch nicht nur Gegenwärtigsetzung der Hingabe Jesu, es hat auch eine Perspektive auf die end­gültige Verwirklichung des Heils. Jesus wird nicht mehr von dem Wein trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist. (Mk 14,2; Lk 22,18)

 

Es soll kommen die Gnade und vergehen diese Welt,
Ma­ranatha, der Herr komme,

 

heißt es in der Didache aus der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts. Dieses Mahl wird von den Christen "Eucharistia", Danksagung, genannt. Die Christen preisen Gott für seine Heilstat und bringen das Handeln Jesu sowie sein Sterben und seine Aufer­stehung in den Zusammen­hang mit dem Handeln Gottes im Alten Testament.

 

Das Gedächtnismahl stiftet Gemeinschaft mit ihm und damit mit Gott. Zugleich ist es, auch im soziologischen Sinn, gemeinde- und kirchenbildend. Das Gedächtnis an Jesu Lebenshingabe und seine Auferstehung, seine Gegenwart und die Verheißung seines endgültigen Heils ist zentraler Anlaß, dass Christen zusammenfinden. Das Mahl selbst als soziale Form hat schon den Charakter der Vergemeinschaftung. Es soll auch Ferment der Einheit unter den Christen sein, zwischen denen schon früh Streitigkeiten ausbrachen. Im ersten Korintherbrief schreibt Paulus (1 Kor. 10,17)

 

Weil es ein Brot ist, sind wir ein Leib, die vielen, denn wir haben alle an dem einen Brot teil.

 

Im 11. Kapitel desselben Briefes wendet sich Paulus gegen Spaltungen, die bei den Gemeindeversammlungen aufkamen. In der Didache, einer Schrift aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts, heißt es:

 

Wie dieses Brot zerstreut war über die Hügel hin und nun, zusammengebracht, eins geworden ist, also werde zusammenge­bracht deine Kirche von den Enden der Erde in dein Reich. Denn dein ist die Herrlichkeit und die Macht durch Jesus Christus in Ewigkeit.

 

Das Johannesevangelium berichtet zwar von dem Abschiedsmahl Jesu, enthält eine ausgefaltete Abschiedsrede und ein Gebet Jesu, erwähnt aber das Brot- und das Wein-Wort Jesu nicht. Die eucharistischen Aussagen finden sich im 6. Kapitel des Evangeli­ums. Im Zusammenhang mit dem Abendmahl berichtet Johannes von einer Fußwa­schung Jesu, die für viele die Gesinnung und die Hingabe Jesu in gleicher Weise aus­drückt, wie bei der Darreichung von Brot und Wein.

 

Gefangennahme und Verhör

Der Gründonnerstag ist nicht nur das Gedächtnis des letzten Mahles Jesu mit den Jün­gern.

  • Der Verrat des Judas spielt bereits in den Berichten vom gemeinsamen Mahl eine Rolle.
  • Alle Evangelien berichten von einem einsamen Gebet, in dem Jesus von der Todesangst übermannt wurde.
  • Die Gefangennahme Jesu geschieht noch in derselben Nacht. Jesus wird dem Hohenpriester vorgeführt.
  • Petrus verleugnet Jesu.

 

Der Gegensatz zu der brüderlichen Mahlgemeinschaft kann nicht krasser als durch den Verrat des Judas und die Verleugnung des Petrus zum Ausdruck kommen. Hier berich­tet die Kirche von menschlicher Erbärmlichkeit und Schwäche. Bei der Bedeutung des Petrus in der Urkirche dürfte seine Verleugnung Jesu nicht überliefert worden sein, wenn nicht ein historischer Kern des Berichts vorgelegen hätte. Jesus erfährt die Verlassenheit nicht nur durch die Schwäche seiner Freunde. Er er­schaudert vor seinem Tod. Sicher liegt auch hier ein historisches Faktum zugrunde. Die christliche Überlieferung hätte von sich aus kein Interesse gehabt, Jesus schwach zu zeigen.

Die Frömmigkeitsgeschichte hat sich immer wieder an diesem Gebet Jesu orientiert. Die Christen versuchen, an der Angst Jesu Anteil zu nehmen, nicht zuletzt um Kraft zu finden, die eigenen Ängste anzunehmen. Zugleich sehen sie im Gebet Jesu, im Verrat des Judas und in der Verleugnung des Petrus, dass Jesus nichts Menschliches fremd war, dass auch die eigenen Enttäuschungen und Ängste aus der religiösen Welt nicht ausgeschlossen sind.

 

Brauchtum

Das Abschiedsmahl Jesu steht im Mittelpunkt dieses Tages. Es wird in den Abend­stunden als feierliche Messe gefeiert. In Abhebung zum Bußcharakter der Fastenzeit und des kommenden Karfreitags wird der Gottesdienst feierlich gestaltet. Es wird das Gloria gesungen, dabei läuten die Glocken, die dann bis zur Osternacht schweigen sollen. Es werden bis Ostern auch nicht mehr die Schellen benutzt, mit denen die Meßdiener bestimmte Augenblicke im Gottesdienst herausheben. Oft haben die Kirchen kleine Holzplatten, auf die ein kleiner Holzklöppel montiert ist, so daß damit die Schellen ersetzt werden.

Um die Menschen zum Gottesdienst einzuladen, gehen die Meßdiener mit Ratschen durch den Ort.

 

Fußwaschung: Vorgeschlagen, vor allem für Bischofs- und Abteikirchen, ist die Fußwaschung durch den Bischof, Abt bzw. Priester als Nachahmung des Vorbildes Jesu.

Im Mittelalter bildete sich der Brauch heraus, dass der Fürst und sogar der König die Fußwaschung innerhalb des Gottesdienstes vornahmen.

 

Ölbergandacht: Nach dem Ende des Gottesdienstes wird das konsekrierte Brot in einer Prozession zu einem Seitenaltar gebracht. Der Hauptaltar wird völlig abgeräumt, es bleibt kein Tuch auf ihm liegen. Die Entblößung des Altars stellt symbolisch die Entäußerung Jesu dar. Die Gläubigen bleiben still oder beten gemeinsam, um des Gebetes und der Todesangst Jesu am Ölberg zu gedenken. Der Tabernakel, in dem das eucharistische Brot aufbewahrt wird, wird manchmal als "Heiliges Grab" bezeichnet. Das geht auf fol­genden Brauch zurück: Nach der Kreuzverehrung am Karfreitag wurde das Kruzifix oder nur der Corpus in ein Tuch gehüllt und symbolisch in ein Grab (meist in der Kirche) gelegt. In manchen Gegenden wurde auch konsekriertes Brot in das Grab dazugelegt.

 

Der Gründonnerstag wird in der katholischen Kirche als besonderer Tag der Priester und der priesterlichen Gemeinschaft gesehen, da sich dieses Amt nicht zuletzt durch seinen Bezug zur Eucharistie bestimmt.

 

Weihe der heiligen Öle: Am Gründonnerstag oder einem anderen Tag der Karwoche werden in der Bi­schofskirche die für die Sakramentenspendung benötigten Öle, das Chrisam,  das Katechumenenöl sowie das Öl für die Krankensalbung geweiht. Öl versinnbildlicht den heiligen Geist Gottes.

 

Entsprechend dem Namen des Festes wird Wert auf grünes Gemüse und Kräuter gelegt, um die Kräfte des Frühlings aufzunehmen.

Der Gründonnerstag als Tag der Entlassung aus dem Büßerstand (Antlaßtag) wirkt noch in gewisser Weise als Beichttag fort.

Im Zusammenhang mit dem Antlaßtag hat sich ein Zinstag herausgebildet. Das Ei, der Zins der kleinen Leute, spielt daher heute noch in manchen Gegenden eine Rolle.




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


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