Dreikönige 06.01.

Der Kölner Dom bewahrt seit dem Mittelalter die Reliquien der drei Weisen aus dem Morgenland auf, die ein Stern in den Stall von Bethlehem geführt hat. Im Reliquienschrein, der über dem Hochaltar steht, werden die Gebeine der drei Weisen, die im Mittelalter zu Königen wurden, verehrt. Sie sind deshalb Vorbild, weil sie den Zeichen und Hinweisen gefolgt sind, die den Menschen zu Christus führen.

Im Mittelpunkt des Festes der Erscheinung des Herrn steht der neugeborene Messias. Er ist bereits den Hirten erschienen, die die Engel zum Stall geschickt hatten. Die drei Weisen, Sterndeuter, eröffnen eine weitere Dimension der Erscheinung des Messias, denn er wird schon kurz nach der Geburt von den heidnischen Sterndeutern als Heilbringer erkannt. Dass ab dem Mittelalter einer der Drei Könige mit schwarzer Hautfarbe dargestellt wird, zeigt, dass die Menschen die Bedeutung des Festes vom 6. Januar sehr gut verstanden haben. Mit der Ankunft der Sterndeuter erfüllt sich eine Prophezeiung des Alten Testaments: Die Völker werden zum Berg Sion, dem Jerusalemer Tempelberg, kommen und den einen, wahren Gott anbeten. Diese Verheißung hat sich mit der Ankunft der drei Sterndeuter erfüllt, der neugeborene Messias ist den Heiden erschienen.

Das Weihnachtsfest am 6. Januar ist wahrscheinlich in Alexandrien entstanden. Eine christliche Sekte feierte an diesem Tag das Fest der Taufe Jesu. Nach ihrem Verständnis war die Taufe durch die Herabkunft des Geistes die eigentliche Geburt des Sohnes. Das Datum geht wahrscheinlich auf das Fest des alexandrinischen Stadtgottes zurück. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar wurde der Geburtstag des Gottes Äon, Gott der Zeit und der Ewigkeit, gefeiert. Das Gedächtnis der Taufe Jesu an diesem Tag kann sich von dem Brauch, am Fest des Gottes Äon Wasser aus dem Nil zu schöpfen, herleiten. Am 6. Januar wird auch des Weinwunders bei der Hochzeit zu Kana gedacht, weil nach heidnischen Vorstellungen in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar aus manchen Quellen Wein fließt.

Der 6. Januar stellt in seinem Ursprung die Taufe Jesu in den Mittelpunkt und folgt damit dem Markusevangelium, das mit der Taufe Jesu beginnt und keine Kindheitsgeschichte überliefert. Das Motiv der drei Weisen, die das Kind in der Krippe finden und den neugeborenen Messias anbeten, überlagerte den ursprünglichen Festgedanken vor allem in Westen, weil die Gebeine der drei Sterndeuter in Mailand und dann in Köln verehrt werden. Obwohl die westliche Tradition mit der Wintersonnenwende am 25.Dezember verbunden ist, war in Gallien wie auch in Spanien der 6. Januar das Weihnachtsfest. Ein Grund dafür sind Beziehungen zwischen Gallien und dem Osten. Dadurch, dass der Osten wie der Westen gegenseitig das Weihnachtsfest des anderen übernahmen, erhielten beide Feste eine unterschiedliche Akzentsetzung. Am 6. Januar wird das Aufscheinen der Gottheit gefeiert, am 25. Dezember die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Die Liturgiereform des Jahres 1969 hat traditionelle Inhalte des Epiphaniefestes auf die folgenden Sonntage gelegt. Am Sonntag nach Erscheinung wird das Fest der Taufe Jesu gefeiert, das Evangelium der Hochzeit zu Kana wird am 2. Sonntag nach Erscheinung gelesen.

Seit den ersten christlichen Generationen spürt man dem Stern nach, dem die drei Weisen gefolgt sind. Es war wohl kein Komet, zumal ein Komet im Altertum als Vorbote eines Unglücks angesehen wurde. Wahrscheinlich war es eine Konjunktion des Saturns und des Jupiter. Für die damaligen Sterndeuter repräsentierte Saturn das Volk Israel, Jupiter deutet auf einen König hin. Diese Konjunktionen fanden wahrscheinlich im Jahre vier vor Christus statt. Folgt man dem Bericht des Matthäusevangeliums „den Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ (Kap. 2,9) dann können Astronomen nachrechen, dass diese im Jahr 6 v. Chr. mehrfach stattfand, einmal im Sternbild der Fische, das damals Palästina repräsentierte. Im Frühjahr als sie „den Stern hatten aufgehen sehen“, war das am Morgenhimmel. Eine solche Konjunktion ist wegen ihrer Helligkeit auch heute nicht zu übersehen. Sie erkannten sie, dass in Palästina ein König geboren werden wird und brachen auf. Als die das Land erreicht hatten, fand die Konjunktion am Abendhimmel im Süden von Jerusalem statt, wo Bethlehem liegt. Daß diese Konjunktion vor dem Jahre 1 stattfand, erklärt sich aus einem Berechnungsfehler des Mönches Dionysius Exiguus, der im 6. Jahrhundert die Daten des Lebens Jesu berechnete. Dieser zählte das Jahr „Null“ nicht mit und berücksichtigte ebenso wenig, daß Augustus sich vier Jahre lang „Octavian“ nannte.

Seit dem 6. Jahrhundert werden die drei Sterndeuter Könige genannt. Die Dreizahl leitet sich wohl von den drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe her, die im Evangelium erwähnt werden. Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden den Weisen seit dem 9. Jahrhundert gegeben. Sie gelten als Vertreter der drei Rassen, der drei Erdteile und der drei Lebensalter. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es den Mohrenkönig. Die Drei Könige sind auch Patrone der Reisenden. Die Gasthausnamen Mohr, Stern, Krone erinnern daran. Die Gasthausnamen Ochs, Löwe, Adler leiten sich von den Tieren ab, die den vier Evangelisten zugeordnet werden.

Im Zusammenhang mit dem 6. Januar steht die Aussendung der Sternsinger. Je nach lokaler Gewohnheit ziehen die Sternsinger schon vor dem Dreikönigstag, um die Häuser zu segnen. Über der Tür werden die Jahreszahl und die Namen der Könige mit Kreide aufgezeichnet: 19+C+M+B+95. Die Buchstaben lassen sich auch folgendermaßen deuten "Christus Mansionem Benedicat" – „Christus segne das Haus“. Der Brauch geht auf das Mittelalter zurück. Die Kinder erhalten Gaben, die in den letzten Jahren den Kinder in der Dritten Welt zugute kommen.

Am 6. Januar werden auch Wasser und Salz gesegnet, zum Gedächtnis an die Taufe Jesu, sowie die Kreide, mit der die Sternsinger die Türbalken bezeichnen.

 




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