Christkönig

der Kyrios, der Herr

 

In den ältesten Kirchen ist Christus als der Thronerbe in der Apsis über dem Altar dargestellt. Die Kirchen sind damit nicht Herrschaftsraum des römischen Kaisers, sondern des neuen Kyrios, Christus, des Gesalbten, des Messias. In einigen Kirchen Roms und anderen Kirchen der frühen Christenheit ist Jesus als Hirte seiner Schafe gemalt oder im Mosaik gestaltet.

Für den Beter bedeutet das Betreten der Kirche, dass er in das Haus Gottes eintritt. Das ist die ursprüngliche Bedeutung von „Dom“, nämlich domus, Haus Gottes. Dieses Haus ist auch Versammlungsraum der Gemeinde, aber nicht nur der Menschen, die am Ort wohnen. Die Heiligenfiguren interpretieren den Raum als Verbindung zwischen der Kirchengemeinschaft im Himmel und der vor Ort. Manche mittelalterlichen Kirchen lassen uns unter dem Weltgericht hindurchgehen. Das ist eine weitere Interpretation des Raumes. Denn hinter dem Weltgericht beginnt das Leben im Himmel. Die Kirchen symbolisieren nicht, wie z.B. ein Schloß, die weltliche Herrschaft, sondern den Himmel, in dem Christus der König ist.

Im Mittelalter beginnt man, den König Christus als den Gekreuzigten darzustellen. Romanische Kreuze wie im Mainzer Dom, in der Hildesheimer Michaelskirche oder in Altenstadt bei Schongau, stellen den Gekreuzigten wie einen Herrscher dar, der die Beter mit offenen Augen anblickt. Pilatus hatte Jesus beim Verhör gefragt: „Bist du der König der Juden?“ (Johannes 18, 33) Am Kreuz hat er dann Jesus als „den König der Juden“ proklamiert, so dass die Vorsteher der Juden forderten, Pilatus solle dem Text hinzusetzen: Schreib nicht ‚König der Juden‘, sondern, dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden“ (Johannes 19 19-22). Im Verhör hat Jesus sein Königtum so beschrieben: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. (Joh. 19, 36-38)

Wer in eine Kirche eintritt, befindet sich in der neuen Königsherrschaft und kann die Stimme dieses Königs hören. Im Hochmittelalter stellen die Künstler den von Schmerz gekrümmten Leib dar, das Mitleiden mit dem Gekreuzigten wird mehr betont. Die Nachfolge Jesu gilt als der Königsweg.

Christus ist der König, so dass sich im Mittelalter die Könige und Kaiser als Stellvertreter Christi verstanden. Das Gottesgnadentum, das die letzten deutschen Kaiser in falscher Weise gegen die Demokratie, die Herrschaft des Volkes, ins Feld führten, hat seinen Ursprung darin, dass Kaiser die Ausübung ihrer  Herrschaft als Stellvertretung des eigentlichen Königs "Christus" verstanden.

Ein Fest wurde der Christkönigssonntag erst durch Papst Pius XI., der das Fest 1925 eingeführte. Die Anerken­nung der Königswürde Christi war nach Ansicht dieses Papstes das wirksamste Ge­genmittel gegen die zerstörenden Kräfte der Zeit. Ein Grund, das Fest einzuführen, war auch die 1600-Jahrfeier des Konzils von Nicäa 325. Der Termin für das Fest war der letzte Sonntag im Oktober, vor dem Fest Allerheiligen am 1. November. An dem Festtag sollte jeweils auch die öffentliche Weihe an das Herz des Erlösers vorge­nommen werden. Das Christ-Königs-Fest war früher der Bekenntnistag der Jugend. Zuerst lag der Tag auf dem Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitssonntag. Als die Nationalsozia­listen das Reichssportfest auf diesen Sonntag legten, wurde der Christkönigssonn­tag zum Bekenntnistag der Jugend. Die Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil hat das Fest auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres, auf den Sonntag vor dem 1. Advent, gelegt. Damit ist das Fest in die Perspektive auf die endgültige Herrschaft Jesu, die die Christen für das Ende der Zeiten erwarten, hineingenommen. Texte vom Ende der Welt und der Wiederkunft Christi werden an den letzten Sonntagen des Kirchenjahres und am Anfang des Advents im Gottesdienst gelesen.




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


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