Advent 1: Wiederkunft Christi

Löwen, Drachen, das Weltende und die Geburt des Messias

Advent kommt von lateinisch „Ankunft“. Erwartet wird die Wiederkunft Christi zum Weltgericht am Ende der Zeiten. Zugleich dient der Advent als Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit war wie die Fastenzeit auch Vorbereitung auf die Taufe und wurde wie die Fastenzeit 6 Wochen mit Fasten und Gebet begangen. Gregor I., von 590 - 604 Papst, hat den Advent auf die jetzigen Tage zwischen dem 1. Adventssonntag und dem 24. Dezember verkürzt.

Der erste Teil des Advents ist von Motiven bestimmt, die unsere Vorfahren an Portalen und Säulen romanischer Kirchen eingemeißelt haben: Löwen, Drachen und Stiere blicken uns bedrohlich an, Tiere verschlingen sich gegenseitig. Bedrohungsgefühle und Ängste der Menschen haben sich in Fratzen und Monstern Ausdruck verschafft. Ängste bestimmen auch uns. Wir fühlen uns mehr und mehr gefährdet, die Zahl der Sprengstoffanschläge und lokalen Kriege läßt sich nicht eindämmen, Gewalt treibt neue Gewalt hervor. Wir fühlen uns immer weniger als Beherrscher der Welt. Die Hoffnungen bestätigen sich nicht, die Gefährdungen durch Technik und Medizin zu verringern. Es wächst das Bedrohungspotential und damit unsere Angst. Die Tiere symbolisieren eine tiefere Bedrohung – die durch Dämonen, durch das Böse. Die aus dem Stein heraus gehauenen Gestalten haben die Künstler den apokalyptischen Büchern der Bibel entnommen.

Im 1. Petrusbrief heißt es „Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens.“

Im Kirchenraum suchten die Menschen Schutz vor dem Bösen. Deshalb ist auch die romanische Kirche im Westen mit Türmen und starken Mauern bewehrt, denn das Böse drängt vom Abend, vom Dunkeln her. Der Blick dessen, der die Kirche betritt, wird nach Osten gelenkt, wo die aufgehende Sonne den Sieg Christi über den Tod ankündigt. In der Offenbarung des Johannes ist der Drache der Gegner Gottes wie der Gläubigen. Der Drache will die Jungfrau mit dem Kind fassen, diese kann in die Wüste entfliehen. Der Drache speit ihr einen Wasserstrahl nach. Daher haben die Wasserspeier mittelalterlicher Kirchen die Form eines Drachenkopfes.

Warum werden diese grausigen Geschichten am Ende des Kirchenjahres bis in den Advent hinein erzählt. Advent ist die Erwartung der Wiederkehr Christi. Er ist der Menschensohn, der auf der Wolke als Weltenrichter erscheint, wenn das Chaos auf der Erde Überhand nimmt. In diese Situation sind die apokalyptischen Bücher geschrieben. Als die Juden in der Zeit des persischen Reiches und die Christen im römischen Reich verfolgt wurden, haben sie die weltlichen Mächte mit Drachen und Löwen dargestellt. Das lag auch nahe, denn im römischen Zirkus wurden die, die vor dem Götzenbild nicht geopfert hatten, den Tieren vorgeworfen. Wie sollte man in diesen Zeiten die Hoffnung aufrecht halten:

Zum 1. Adventssonntag heißt es im Lukasevangelium:

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen,

und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über 
das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst 
vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen werden.

Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf 
einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, 
erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung naht.  Kap. 21 25-28

Das Evangelium gibt als Verhaltensregel:

Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt. V. 36

Neben dem Blick auf das Ende der Geschichte gilt der zweite Teil des Advent der Vorbereitung auf Weihnachten.




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


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