Sündenbock - Trainer

Wie die Religion kennt auch der Fußball den Sündenbock. Einen solchen braucht man, damit das Ungute, die schlechten Gefühle, die Enttäuschungen aus dem Zusammenleben heraus getragen werden.

Inder Bibel wird der Ritus so beschrieben: Der Priester hat durch Los einen Ziegenbock herausgefunden, mit dem so zu verfahren ist: „Aaron (der Priester) soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, all ihre Frevel und all ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen, und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen.“ Levitikus 16,21-22

Der Trainer einer abstiegsgefährdeten Mannschaft wird nicht umgebracht, sondern „in die Wüste geschickt“. Er nimmt alles Ungemach, all die Enttäuschungen, die schlechte Motivation der Mannschaft mit. Ist der Trainer weggeschickt, kann ein Neuanfang gewagt werden, denn die Beteiligten haben sich entlastet.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ