Fussballwallfahrt

Wie die Gläubigen, ob Moslems, Christen oder Hindus, kennen die Anhänger des Fußballs ein ausgeprägtes Wallfahrtswesen. Steht an den Wallfahrtsorten ein Tempel oder eine Kirche, ist das Ziel der Fußballwallfahrt ein Stadion. Dort gibt es wie in einem abgegrenzten Tempelbezirk den heiligen Rasen. Daß die Stadien Wallfahrtsorte sind, kann jeder sofort daran erkennen, daß es die für Wallfahrtsorte typischen Andenkenshops gibt. Dort kann der Wallfahrer alles kaufen, was er an Wallfahrtskleidung braucht, er kann sich mit den heiligen Zeichen ausstatten, Statt einer Marienfigur ist es der Ball. Auch sonst kann man das Gleiche wie an Wallfahrtsorten beobachten. Die Fußballwallfahrer ziehen in einer Prozession zum Ort des Geschehens. Dabei singen sie ihre Wallfahrtslieder. Der religiösen Feier vergleichbar findet dann in einem festen Zeitrahmen und nach festgelegten Riten das Spiel statt. Hat die eigene Mannschaft gewonnen, ziehen ihre Anhänger mit dem Gefühl davon, mit Gnade reich beschenkt worden zu sein.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ